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Kritiken
Riot: Civil Unrest

Riot: Civil Unrest

Aufstände zu beschwichtigen bleibt für uns weiterhin ein Thema, das wir lieber den Experten überlassen...

Riot: Civil Unrest ist ein Echtzeitstrategiespiel, in dem wir die Entwicklung eines Protests steuern oder die Rolle der Staatsgewalt übernehmen und einen realen, eskalierten Aufstand nachstellen. Präsentiert wird das Ganze in schicker Pixelgrafik und mit einigen innovativen Ideen. Leider wird nicht all das Potential richtig genutzt.

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Riot: Civil UnrestRiot: Civil Unrest
Die Pixeloptik ist wirklich beeindruckend, behindert allerdings die Übersicht und das Erkennen von Details.

Auf dem Papier klingt das Konzept toll, und ein wenig kontrovers... Es gibt ein Statement der Entwickler, darüber dass sie unvoreingenommen sein wollten und wir uns selbst weiter informieren sollten, um uns eine Meinung über die nachempfundenen Ereignisse im Spiel zu bilden. Wir erleben Aufstände, wie den arabischen Frühling oder Umweltproteste in Italien und Griechenland, nach - das gibt zu denken. Im Spiel übernehmen wir die Kontrolle über Demonstranten, die ihr Anliegen bis zum Letzten vertreten. Oder wir zeigen den Teilnehmern der Demo als Staatsgewalt ihre Grenzen auf.

Es gibt drei Modi - Global, Story und Versus - und dazu drei Schwierigkeitsgrade. Wir haben uns zuerst auf den Story-Modus gestürzt und auf Seite der Demonstranten losgelegt. Bevor wir auf die Straße gehen wählen wir unsere Ausrüstung. Je aggressiver wir uns positionieren, desto weniger Personen unterstützen unsere Sache und das sorgt für strategische Planung bei der Vorbereitung.

Nach einer beeindruckenden Pixel-Sequenz protestieren wir gegen den Bau eines Zuges und es kommt zum ersten Zusammentreffen mit der Polizei, die versucht unser Camp aufzulösen. Das ganze Spiel kommt im Pixel-Art-Stil daher und wer diesen Look nicht mag, kann eigentlich gleich aufhören weiterzulesen. Das eigentliche Gameplay sieht in Ordnung aus, aber es extrem schwer zu erkennen, was zur Hölle gerade vor sich geht. Klar - Unruhen sind chaotisch, aber es ist wirklich schwer zu erkennen, was überhaupt passiert.

Jedenfalls geht es schnell zur Sache und wir müssen verschiedene Gruppen von Demonstranten kontrollieren. Wie wir Dinge erledigen, lernt man in Riot: Civil Unrest am besten, indem man zufällig auf herumklickt und beobachtet. Oben in der linken Ecke sind vier Symbole, die jeweils mit einer Taste auf dem Kontroller belegt sind. Aber trotz eines versteckten Hinweises war nicht ganz klar, wie die jeweiligen Verbindungen zustande kommen und was dahinter steckt. Die Gruppen mit dem Analogstick zu steuern fühlt sich mühsam an, es kommt kein Gefühl der Kontrolle zustande. Außerdem können wir Dinge wie Feuerwerkskörper werfen, aber das Zielen ist schwierig. Riot: Civil Unrest scheint sich besser mit Maus und Tastatur zu steuern (wir haben allerdings die PS4-Version angespielt).

Riot: Civil Unrest
Riot: Civil UnrestRiot: Civil Unrest
Protestanten müssen die Übergriffe der Staatsgewalt abwehren und zusammenhalten, während die Polizisten gezielt versuchen, die Traube aufzulösen.

Während der Unruhen erhalten wir Tweets und Texte, die uns erklären, ob jemand verletzt wurde oder ob es zu gefährlich wird. Es ist nicht so, dass wir davon irgendetwas bemerkt hätten, jedenfalls scheinen wir die erste Mission erfolgreich beendet zu haben. Es ist nicht so, dass wir den herausforderndsten Schwierigkeitsgrad gewählt hätten, aber wir haben beim ersten Spielen nicht einmal verstanden, was eigentlich geschah. In den weiteren Leveln müssen wir Brücken halten oder Generatoren zerstören, doch da die Steuerung der Massen so merkwürdig ist, haben wir das Spiel die meiste Zeit einfach selbst machen lassen.

Als Nächstes haben wir uns als Polizei versucht, die dürfen aus einer Reihe unterschiedlicher Truppen wählen. Das reicht von Offizieren mit ballistischen Waffen bis hin zu Streitkräften mit Schilden. Da es erneut sehr schwierig war, etwas von dem Treiben zu erkennen, sind unsere Truppen direkt in ihr Verderben marschiert. Der größte Unterschied zwischen den beiden Seiten ist wohl, dass die Polizei in organisierten Gruppen vorrückt und die verschiedenen Einheiten taktischere Möglichkeiten bieten. Aus diesem Grund war die Polizei dann schnell unsere bevorzugte Fraktion.

Für jeden abgeschlossenen Level erhalten wir neue Ausrüstung, Charaktere und sogar neue Schauplätze. Wir können die Demonstranten provozieren, ihnen Molotov-Cocktails in die Hand drücken und die Aktivisten brutaler auf Übergriffe reagieren lassen. Mit der Zeit wird die Funktionsweise bestimmter Elemente und Gegenstände deutlicher und Riot: Civil Unrest hatte uns dann für kurze Zeit. Das Zielen klappte irgendwann auch mit dem Controller und wir haben gelernt, das Spielverhalten ein stückweit zu lesen. Leider blieb das grundsätzliche Problem mit dem fehlenden Gefühl der Kontrolle bis zuletzt bestehen.

Riot: Civil Unrest
Riot: Civil UnrestRiot: Civil Unrest
Der Umfang von Riot: Civil Unrest darf sich sehen lassen, denn mit der Zeit schalten wir immer weitere Inhalte frei.

Abwechslung von der Kampagne finden wir in den anderen Spielmodi. In Global entscheiden wir uns für eine Seite und müssen anschließend mehrere Level abschließen. Der Unterschied besteht in der öffentlichen Meinung, denn wer zu rücksichtslos vorgeht, macht es sich selbst schwieriger. Im lokalen Versusmodus können zwei bis vier Spieler gegeneinander antreten. Das ist ein hübscher Bonus für das Spiel, denn hier lassen sich weitere Karten freischalten (wie etwa Brasilien und Chile).

Noch ein paar Worte zur Präsentation: Vor den Auseinandersetzungen lauschen wir einem pumpenden Soundtrack, doch während der Unruhen hören wir nur Schreie und Rufe. Das ist okay, mit der Zeit aber auch etwas anstrengend und wir haben einen richtigen In-Game-Soundtrack vermisst. Für das Spiel sind Demonstranten, Aktivisten und der autonome Block ein und dasselbe, was angesichts der sensiblen Thematik ein wenig seltsam wirkt.

Insgesamt hätte Riot: Civil Unrest das Potential für etwas Großes gehabt, aber die Steuerung und die allgemeine Verwirrung trüben den Spielspaß erheblich. Es gibt viel Zeug, das wir freischalten können und es sieht cool aus, aber es konnte unsere Erwartungen nicht erfüllen. Mit der Zeit stieg der Spielspaß, aber die genannten Probleme sorgen einfach dafür, dass Riot hinter seinen Möglichkeiten geblieben ist.

05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
+
Viel Potential, starker Pixel-Look...
-
... der allerdings sehr chaotisch wirkt. Gefühl der Kontrolle (auch Steuerung) sind nicht gegeben, Klarheit gibt es kaum.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt