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Rainbow Six: Extraction

Rainbow Six: Extraction - Ein letzter Eindruck

Wenige Wochen vor der Veröffentlichung haben wir noch einmal etwas Zeit mit Ubisofts kooperativem Ego-Shooter verbracht.

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Wir nähern uns dem offiziellen Erscheinungstag von Ubisofts Koop-First-Person-Shooter Rainbow Six: Extraction. In diesem Spiel arbeiten einige der Operatoren, die wir aus Rainbow Six: Siege kennen, zusammen, um sich einer tödlichen, invasiven und sich schnell weiterentwickelnden, außerirdischen Bedrohung zu stellen. Extraction weist viele Parallelen zu Siege auf, beispielsweise nutzen die altbekannten Charaktere die gleiche Ausrüstung, die sie auch im PvP-Part verwenden. Obwohl sich auch die Steuerung gleicht, entfernt sich dieser Titel etwas von der taktischen Finesse, die das PvP-Spiel auszeichnet. Stattdessen versuchen sich die Entwickler an einer Mischung aus Stealth und actionreicher Wellenabwehr. Fans von Rainbow Six: Siege werden sich umgewöhnen müssen, weil sich das Gameplay doch sehr stark von den Situationen unterscheidet, denen diese Figuren normalerweise ausgesetzt sind.

Ich hatte bereits letztes Jahr die Gelegenheit dazu, Extraction einige Stunden lang zu testen. Damals haben mich das Stealth-Element und der niedrige Anspruch nicht überzeugen können, und ich hatte das Gefühl, das viele Operatoren im Großen und Ganzen nutzlos waren. Das bekannte Waffengefühl war zwar vorhanden, doch der Rest bereitete mir Sorgen. Nachdem ich nun vier weitere Stunden mit einer beinahe vollständigen Version des Spiels absolviert habe, kann ich sagen, dass Ubisoft einige meiner Bedenken wahrgenommen und zumindest teilweise auch behoben hat. Einige der Charaktere bringen einer fokussierten Gruppe zwar nach wie vor keinen Mehrwert, doch die Notwendigkeit, bedacht und vorsichtig vorzugehen, erschloss sich mir diesmal definitiv. Leider sind beim intensiveren Spielen ein paar alarmierende Design-Entscheidungen aufgefallen, die mich ehrlich gesagt sehr verunsichern, was die Zukunft dieses Spiels anbelangt.

In Rainbow Six: Extraction geht es darum, sich mit einem Team an Spezialagenten an einen Ort zu begeben, an dem es von außerirdischen Kreaturen (sogenannten Archaeen) nur so wimmelt. Dort müssen wir verschiedene Aufgaben erfüllen, ohne von den parasitären Aliens überwältigt zu werden. Das macht man so lange, bis das Spiel uns einen Ausgang zur Verfügung stellt, über den wir das Level schlussendlich verlassen können. Die Missionen können die Rettung eines vermissten Operators, der in einer vorherigen Mission gefallen ist, die Eliminierung hochrangiger Alien-Ziele oder die Zerstörung lebenswichtiger, außerirdischer Einrichtungen (z.B. eines besonders widerstandsfähigen Nestes) beinhalten. Die Gebiete sind wirklich vollgestopft mit verschiedenen Archaeen-Arten, die bei Kontakt explodieren, uns mit Geschossen eindecken oder Gebiete mit giftigen Gaswolken verpesten. Aufgrund der hohen Feinddichte muss man die Ziele erreichen, ohne die Aliens zu alarmieren, da sie einen ansonsten überrennen.

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Aus diesem Grund setzt Rainbow Six: Extraction Teamwork und strategisches Vorgehen voraus. Ich habe bemerkt, dass der beste Weg, die Herausforderungen des Spiels zu bewältigen, darin besteht, leise herumzuschleichen und Alien-Nester zu entfernen, die weitere Archaeen hervorbringen. Zieht ihr die außerirdischen Kreaturen leise aus dem Verkehr, könnt ihr eure verbleibenden Ziele in Angriff nehmen, ohne von Feinden umschwärmt zu werden. Mir gefällt diese Spielweise ganz gut und deshalb wurde ich gut unterhalten und gleichzeitig ziemlich gefordert. Zuvor hatte ich das Gefühl, dass die Stealth-Elemente viel zu stark waren, da man mit schallgedämpften Waffen durch die Gänge dieses Labyrinths rennen konnte, ohne von der KI angegriffen zu werden. Die Gegner sind inzwischen allerdings sehr aufmerksam und reagieren überaus aggressiv. Das führt zu einem Spiel, in dem man sehr oft stirbt, wenn man sich nicht die Zeit nimmt und die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten seines Teams optimal einsetzt.

Vigil zum Beispiel ist mit einer Tarnkappentechnologie ausgestattet, mit der er sich vor den Archaeen verstecken kann. Das erlaubt es ihm, die Rolle des Aufklärers einzunehmen, während alle anderen die zweirädrigen Erkundungsdrohnen nutzen müssen, um mehr Informationen zu sammeln. Mit Sledge im eigenen Team könnt ihr innerhalb eines Levels euch neue Wege bahnen, da er einen schweren Hammer mit sich führt, der sich zur Zerstörung schwacher Wände eignet. Erzeugt dieses Vorgehen zu viel ungewollte Aufmerksamkeit, helfen Alibis Prisma-Hologramme, die alarmierte Archaeen auf sich zu ziehen. Zum Start des kooperativen Online-Shooters werden 18 Operatoren zur Verfügung stehen, doch Ubisoft möchte mit der Zeit weitere Charaktere bereitstellen.

Ich habe euch jetzt bereits einige sinnvolle Fertigkeiten vorgestellt, aber leider sind nicht alle Operatoren ähnlich brauchbar. In den vier Stunden, die ich Rainbow Six: Extraction kürzlich spielen konnte, habe ich mich ein bisschen ausprobiert und dabei Charaktere entdeckt, deren Talente ich nie benutzt habe, weil eine schallgedämpfte Waffen in der Regel die bessere Alternative war. Wenn ihr auf härteren Schwierigkeitsgraden spielt, wo es mehr Gegner gibt, ist es im Grunde ein Todesurteil, wenn ihr Doc und Finka nicht im Team habt - die beiden können euch nach einem harten Kampf wieder zusammenflicken. Solche Entscheidungen schränken die Auswahl der Charaktere und die möglichen Teamkompositionen unnötig ein.

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Während der Preview-Session habe ich ein noch weiteres, strukturelles Problem festgestellt, das mir Sorgen bereitet. Es gab einen Moment, an dem vier oder fünf meiner Operatoren aufgrund einer zuvor gescheiterten Mission aus unterschiedlichen Gründen nicht spielbar waren. Die Charaktere müssen sich nach einer Mission heilen und das benötigt Zeit, die ihr mit anderen Figuren spielen müsst. Ubisoft hat diese Abklingzeit entwickelt, damit die Leute mehr Abwechslung beim Spielen haben, aber es bedeutet im Endeffekt, dass mir manchmal vielleicht nur zwei oder drei sinnvolle Charaktere für eine neue Mission zur Verfügung standen. Das schränkt meine Squad-Kameraden, die in einem ähnlichen Boot sitzen, natürlich ebenfalls extrem ein.

Der wirklich frustrierende Teil daran ist, dass Operatoren, die vermisst werden, in einer Mission an dem Ort gerettet werden müssen, an dem man sie verloren hat. Das bedeutet, dass man einen anderen Charakter in Gefahr bringen muss, um jemanden zu retten - auch das schränkt die spielerischen Möglichkeiten stark ein. Hinzu kommt, dass der anspruchsvollere Modus "Maelstrom", in dem man sich durch neun Unterabschnitte eines Levels bewegen muss (ein Level enthält normalerweise drei Unterabschnitte), mehrere gesunde Operatoren erfordert. Das ist aber nicht der Normalzustand, da man ja aus einer laufenden Partie kam und diese sicherlich nicht unversehen überstanden hat. Aus diesem Grund ist diese Herausforderung meistens gesperrt, da man Maelstorm nur mit einer gesunden und vollständigen Crew spielen kann, die bestimmte Bedingungen erfüllt.

Die Sache endet hier leider noch nicht, denn in Rainbow Six: Extraction werden einige Fortschritte zurückgesetzt, wenn ihr nicht entsprechend performt. Scheitert ihr in einer Mission, gehen euch Erfahrungspunkte flöten, was zu einem Problem wird, da man im Rang aufsteigen muss, um Zugang zu neuen Operatoren und Orten zu erhalten. Habt ihr etwas freigeschaltet, bleibt es permanent in eurem Besitz, ihr verliert also nur einen Teil des bereits zurückgelegten Weges zum nächsten Ziel. Wenn man sich abmüht und trotzdem nicht vorankommt, hinterlässt natürlich sogar ein kooperatives PvE-Erlebnis einen schalen Beigeschmack. Das Game-Design hat mich sehr angestrengt und ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass es bei vielen Leuten zum Start gut ankommen wird.

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Bisher hatte ich den Eindruck, dass Rainbow Six: Extraction eine gute Möglichkeit für Spieler sein würde, sich einen Überblick über Rainbow Six: Siege zu verschaffen, ohne direkt in den kompetitiven Taktik-Shooter eintauchen zu müssen. Nachdem ich einige Spiele absolviert habe, bin ich von dieser Theorie aber ehrlich gesagt nicht mehr so ganz überzeugt. Das Spiel ist deutlich schwerer als erwartet und man muss ein Grundverständnis für taktische First-Person-Shooter mitbringen, um eine Chance gegen die unerbittlichen und äußerst tödlichen Aliens zu haben. Dieses Spiel scheint insbesondere die erfahrenen Siege-Spieler ansprechen zu wollen, die aber - denke ich zumindest - mit der sich fortlaufend weiterentwickelnden PvP-Erfahrung zufrieden sind, die Ubisoft ja weithin unterstützt.

Ich glaube nicht, dass Rainbow Six: Extraction ein schlechtes Spiel sein wird, denn es basiert schließlich auf den funktionierenden Kernmechaniken und dem soliden Gameplay eines kompetenten Online-Shooters. Überzeugen konnte mich der Titel deshalb aber noch lange nicht. In meinen Augen läuft dieses Projekt auf ein Spiel hinaus, das man ein paar Stunden oder höchstens einige Tage lang spielt und dann nie wieder anrührt. Ich habe mittlerweile gut zehn Stunden in dieses Game gesteckt und es konnte mich bislang noch nicht wirklich in seinen Bann ziehen. Dabei bin ich ein großer Fan von Rainbow Six: Siege.

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