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Portugal geht in die Stichwahl: Sozialistischer Seguro trifft am 8. Februar auf das rechtsextreme Ventura

Eine zersplitterte Stimmenabstimmung lässt den moderaten Sozialisten und Chega-Führer im Februar zum Kampf zurück.

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Der moderate Sozialist Antonio José Seguro belegte am Sonntag die erste Runde der portugiesischen Präsidentschaftswahl mit 31,1 % der Stimmen und führte zu einer Stichwahl gegen den rechtsextremen Chega-Parteivorsitzenden André Ventura, der 23,5 % erhielt. Die zweite Runde ist für den 8. Februar angesetzt.

Das Ergebnis zeigt eine fragmentierte politische Landschaft. In den 50 Jahren seit Portugals Ende seiner faschistischen Diktatur hat eine Präsidentschaftsstichwahl nur einmal zuvor stattgefunden, nämlich 1986. Obwohl das Präsidentenamt weitgehend zeremoniell ist, behält es die Befugnis, das Parlament aufzulösen, Gesetze zu vetoieren und vorgezogene Neuwahlen auszurufen.

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Weiterführende Literatur: Portugal stimmt am Sonntag für einen neuen Präsidenten: Alles, was Sie wissen müssen.

João Cotrim de Figueiredo von der wirtschaftsfreundlichen Liberalen Initiative belegte mit etwa 16 % den dritten Platz, während andere Kandidaten, darunter der pensionierte Admiral Henrique Gouveia e Melo und der satirische Kandidat Manuel João Vieira, den Rest der Stimmen aufteilten. Venturas Chega-Partei, die vor sieben Jahren gegründet wurde, ist zu einer bedeutenden Kraft geworden, die Einwanderungs- und andere Politiken beeinflusst.

Trotz seines starken Abschneidens in der ersten Runde sieht sich Ventura hohe Ablehnungsquoten gegenüber, wobei über 60 % der Wähler dagegen sprechen. Analysten beschreiben Chega weitgehend als eine "One-Man-Show", was Venturas Ambitionen widerspiegelt, über das Präsidentenamt hinaus zum Premierminister zu werden. Ventura versprach jedoch, den rechten Flügel zu mobilisieren, um einen sozialistischen Sieg zu verhindern.

Die Sozialdemokraten von Premierminister Luís Montenegro haben erklärt, dass sie keinen der beiden Kandidaten der Stichwahl unterstützen werden. Politische Beobachter sagen voraus, dass Seguro weiterhin breite Anziehungskraft haben wird, was Venturas Weg zum Sieg erschwert, obwohl das Rennen den wachsenden Einfluss der rechtsextremen Politik in Portugal unterstreicht.



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