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13 Sentinels: Aegis Rim

Pilotentraining in 13 Sentinels: Aegis Rim abgeschlossen

Das Einführungskapitel mit seinen sieben Protagonisten scheucht uns durch Zeit und Raum, um den Weltuntergang mitzuerleben.

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Was mich an 13 Sentinels: Aegis Rim reizt, das kann ich eigentlich selbst nicht so richtig festmachen. Ich mag die Persona-Spiele von Atlus, das stimmt schon, und Visual Novels bin ich ja ebenfalls zugeneigt. Doch auf der anderen Seite geht es hier um riesige Mech-Roboter, das langweilt mich schon beim Schreiben. Und was noch viel schlimmer ist: 13 gottverdammte Protagonisten. Ich, als jemand, der sich keine Namen merken kann, bin in einem solchen Konstrukt doch hilflos aufgeschmissen. Wie ich im Tutorial des Spiels lernen musste, haben meine Befürchtungen genau ins Schwarze getroffen, doch es wird noch viel, viel schlimmer.

Man könnte sagen, dass uns Vanillaware mit ihrem neuen Adventure ins kalte Wasser wirft, und das wäre eine ungeheuerliche Untertreibung. In den ersten zweieinhalb Stunden springen wir zwischen verschiedenen Zeitpunkten und -linien hin und her, lernen direkt die Hälfte des 13-köpfigen Casts kennen und sollen zwischendurch die strategischen Grundlagen eines breiten Kampfsystems verinnerlichen. Ständig verändert sich die Gruppenkonstellation und manche Leute sehen plötzlich ganz anders aus, als noch vor einem Augenblick - oder sie sehen gleich aus, sind aber nicht mehr sie selbst...? Nach dem Abschluss des Einführungskapitels befinden sich so viele Fragezeichen in meinem Kopf, dass ich die ganzen losen Enden nicht mal mehr zählen kann. Aber es hat natürlich seinen ganz eigenen Reiz, ein solches Gedankenknäul zu entwirren.

13 Sentinels: Aegis Rim bietet uns eine fragmentierte Geschichte, die aus mehreren, miteinander eng verbundenen Erzählsträngen einen roten Faden spinnt. In der fernen Zukunft findet eine Alien-Invasion statt und die Menschheit wird nicht den Hauch einer Chance gegen die überlegene Technologie dieser aggressiven Invasoren haben. Das Ereignis ist bereits geschehen und doch kämpfen Jugendliche in unterschiedlichen Zeitepochen noch immer dagegen an, dass sich der jüngste Tag wiederholt. Das tun sie in riesigen Robotern, sogenannten Sentinels, die man herbeiruft, indem man eine Startsequenz an einer blau leuchtenden Stelle auf seinem Körper initialisiert. So weit, so gut...

13 Sentinels: Aegis Rim
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Der Kampf ist bislang noch am verständlichsten, obwohl ich im Tutorial natürlich nur einen Vorgeschmack auf die Bandbreite bekommen habe. Auf dem Schlachtfeld müssen wir verhindern, dass die feindlichen Deimos-Truppen unseren Reaktor zerstören oder unsere Einheiten töten. Die sogenannten Sentinels sind in verschiedene Generationen und Klassen unterteilt, bringen individuelle Fähigkeiten mit und wir steuern sie alle gleichzeitig. 13 Sentinels: Aegis Rim mischt Echtzeitkämpfte mit Rundenstrategie, da sich die Zeit verlangsamt, während wir einen Mech aus der Iso-Perspektive kommandieren.

Während wir die effektivsten Attacken auswählen, unseren Energiehaushalt im Blick behalten und Angriffsradien optimieren, verlangsamt sich das Spielgeschehen extrem, doch während die Einheiten ihren aktuellen Zug ausführen oder auf weitere Befehle warten, schreitet die Schlacht in Echtzeit voran. Führt ein Sentinel eine Attacke aus, ist er einige Sekunden lang beschäftigt und das gibt dem Gegner Zeit zum Reagieren. Wir müssen also nicht nur die verschiedenen Energieleisten (Leben und Ausdauer der Sentinels) im Blick haben und Feinde priorisieren, das Ganze muss auch taktisch durchdacht und ausgeführt werden.

Wie gesagt ist das nur eine Komponente von 13 Sentinels: Aegis Rim, doch es wird bereits zu Beginn des Spiels deutlich, dass diese Gefechte regelmäßig stattfinden. Der andere Part ist ein klassisches 2D-Adventure im wunderschön kolorierten 2,5D-Stil der Japaner. Vanillaware hat zuvor Odin Sphere und Dragon's Crown entwickelt, zwei Spiele die ebenfalls aufgrund ihres starken visuellen Designs aufgefallen sind. Spielerisch ist der Titel in den narrativen Sequenzen zumindest bislang noch nicht allzu anspruchsvoll, da wir vor allem Umgebunden untersuchen und mit verschiedenen Akteuren sprechen.

13 Sentinels: Aegis Rim
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Auf diese Wege erhalten wir neue Informationen, die in einer sogenannten "Thought Cloud" zum Einsatz kommen. Sobald wir ein Schlüsselwort aufgegriffen haben, können wir andere Figuren darauf ansprechen und Themenschwerpunkte gedanklich miteinander verbinden. Worüber wir uns mit den Leuten unterhalten, das scheint einen Einfluss auf den Ausgang unserer aktuellen Situation zu haben. Publisher Atlus beschreibt lediglich, dass die Erkenntnisse einer Figur die Szenen von anderen Charakteren voranschreiten lassen. Da die Charakterauswahl im Tutorial jedoch vorgegeben war, kann ich dazu bislang noch nichts weiter sagen. In jedem Fall wird es nicht möglich sein, die Story von einer Figur an einem Stück zu erleben, da die jeweiligen Kapitel episodisch aufgebaut sind.

Die ersten Eindrücke sind zugegeben überwältigend und diese Überforderung ist gewollt. Was Vanillaware hier versucht, das kann aktuell in alle Richtungen gehen, vor allem thematisch. Es wird mit der gleichen Ernsthaftigkeit über Essen und typische Teenager-Probleme gesprochen, wie über die riesigen Kaiju-Aliens, die nur darauf warten das Ende der Welt einzuleiten. Ich bin sehr gespannt, wo diese Reise hingeht und die finale Version, die hier in Europa am 22. September auf der Playstation 4 erscheint, wird die vielen offenen Fragen hoffentlich aufklären. Ein bisschen genieße ich es aber schon jetzt, mich in diesen absurden Sci-Fi-Szenarios von einem verrückten Gedanken zum Nächsten wirbeln zu lassen.

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