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Phoenix Point

Phoenix Point

Snapshots lang erwartetes Xcom-Taktikspiel ist endlich aus dem Nebel des Early-Access hervorgetreten.

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Strategiefans werden Phoenix Point sicher schon kennen. Das neue Taktikspiel von Snapshot Games hat viele Gemeinsamkeiten mit dem ursprünglichen XCOM, sowie mit dem Reboot von Firaxis. Wenn man sich nur oberflächlich die Screenshots ansieht, könnte man tatsächlich den Gedanken bekommen, dass wir hier über Xcom 3 berichten - so viele Ähnlichkeiten zwischen den Serien gibt es. Doch von all den Spielen, die Xcom sein wollen, ist keines so bekannt, wie Phoenix Point. Das Produkt steckte lange in der Entwicklung fest, doch nun ist es endlich hinter dem Vorhang der Early-Access-Phase hervorgetreten und wir konnten uns das Endprodukt ordentlich ansehen. Ob es das Zeug hat, mit seinem direkten Rivalen, dem exzellenten Xcom 2, zu konkurrieren?

Phoenix Point ist zwar in mancher Hinsicht fehlerhaft, aber es hat eine Menge zu bieten. Für den Anfang gibt es eine reichhaltige und interessante Lovecraft-Geschichte, die es von seinen Mitbewerbern trennt. Vorbei sind die Zeiten fremder Eindringlinge aus dem Weltraum, an ihre Stelle tritt ein Virus, der durch die globale Erwärmung zum Vorschein kommt. Dieses sogenannte Pandoravirus mutiert Menschen und verwandelt sie in abscheuliche Bestien mit krabbenartigen Muscheln und noch viel makabren Kräften. Weil diese Situation so schlimm wird, nehmen wir die Aktion schließlich selbst in die Hand.

Das schmelzende Eis der Polarkappen hat die Landschaft unwiderruflich verändert. Große Landstriche wurden von den sich ausdehnenden Ozeanen verschluckt und unser Orientierungssinn wird durch die Tatsache weiter gestört, dass die Menschheit nicht mehr in Nationalstaaten organisiert ist. Stattdessen haben wir es mit einem Trio an Fraktionen zu tun: Eine Abteilung schätzt die Menschen in ihrer reinen Form, eine andere setzt lieber auf Technologie und eine dritte Abspaltung möchte der mutierten Bedrohung mit allen Mitteln zuvorkommen und schreckt deshalb nicht davor zurück, selbst zum Virus und anderen Modifikatoren zu greifen. Wir interagieren mit diesen Leuten als Leiter des Phoenix-Projekts, einer Schattenorganisation, die wir angesichts der mutierten Bedrohung wiederaufbauen müssen.

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Phoenix PointPhoenix Point
Die sture KI verwandelt einige potenziell interessante Szenarien in Schlachten, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen.

Grundsätzlich ist das Spiel in zwei Hälften geteilt: Einerseits geht unsere Zeit für taktische Kämpfe mit den Soldaten drauf, die wir anwerben, trainieren und ausrüsten. Andererseits arbeiten wir an der Ausarbeitung von Plänen auf einer strategischeren Ebene. Der Großteil der Zeit entfällt natürlich wieder auf die Kämpfe, obwohl gerade diese zweite Komponente sehr komplexe und ineinander verwobene Systeme enthält, sodass wir dort gerne mehr Zeit verbracht hätten.

Von unserer Basis aus fliegen wir zu einem der markierten Orte auf der Weltkarte, um die Bereiche zu erkunden und mit den Einheimischen zu sprechen, sobald wir welche treffen. Nachdem wir einige Regionen erkundet, an mehreren Kämpfen teilgenommen (auf die wir gleich zurückkommen) und ein paar kleinere Story-Fetzen erlebt haben, haben wir uns meist zum äußersten Ende der Karte durchgeschlagen und können unsere nächsten Ziele in Erfahrung bringen. Auf diese Weise bewegen wir sich durch das gesamte Spiel, stellen neue Soldaten aus den verschiedenen Gemeinden ein und bekämpfen alles, was uns im Weg steht.

Das System der drei Fraktionen ist sicherlich interessant, obwohl wir uns unsere Mitmenschen nicht zum Feind machen wollten, was sich ehrlich gesagt nicht so anfühlte, als würde es vom Spiel unterstützt werden (wahrscheinlich soll man die Konfrontation mit einigen von ihnen suchen). Uns hat es sehr gefallen, während der Erkundung der Welt neue Charaktere und neue Elemente kennenzulernen, da die Kernmechaniken schrittweise ins Spiel integriert werden. Es wird zwar nicht immer alles vollkommen klar erklärt, auch weil es im spielinternen Wiki eine Menge Wissen zu durchforsten gibt, aber wir waren zufrieden damit.

Fortschritt wird in Phoenix Point nicht nur an wichtigen Missionen gemessen, sondern auch am Status des eigenen Betriebs. Dort stehen grundlegende Verbesserungen und Untersuchungen ganz oben auf der Tagesordnung: Wir können taktische Optionen erweitern und durch umgekehrte Ingenieurskunst neue Waffen/Ausrüstungsgegenstände erstellen. Jeder unserer Soldaten wird an einen persönlichen, überschaubaren Fähigkeitsbaum einer Klasse zugeordnet und angepasst. Da die Mitglieder unserer Truppe eine zweite Klasse erlernen können, sobald sie ein wenig aufgestiegen sind, wird unsere Streitmacht in Kürze sehr vielseitig einsetzbar.

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Phoenix PointPhoenix Point
Die vielen Spielfehler halten die Spielerfahrung merklich zurück, was wirklich schade ist.

Geprüft wird all diese Vorbereitung letztlich auf den Schlachtfeldern, die auf Kacheln basieren. Die Karten stecken voller Deckungsmöglichkeiten, hinter denen wir unsere Gruppe verschanzen, und Gebäuden, die wir erkunden wollten. Die Umgebungen enthalten prozedurale Elemente, was zwar mehr Abwechslung bedeutet, allerdings auch häufig das Gefühl aufkommen lässt, dass wir mal wieder in uninspirierten Arealen unterwegs sind - es fehlt manchmal einfach das handwerkliche Gefühl von sauber durchgeplanten Gebieten.

Die meisten Missionen sind recht unkompliziert und enden, sobald das Ziel erreicht wurde. Einige fragwürdige KI-Entscheidungen können jedoch das intensive Gefühl des Kampfes untergraben. Manchmal verfolgen unsere Feinde merkwürdige Ziele und geraten kopfüber in Schwierigkeiten, aus denen sie keinen Ausweg mehr finden. Insgesamt lässt sich dieses Verhalten sogar ein stückweit erzwingen, da die KI unheimlich nachtragend ist und selbst für kleine Konter Löcher in die eigene Verteidigung reißt. Solche Momente kommen nicht übertrieben häufig vor, trotzdem helfen sie dem Spiel nicht gerade dabei, das große Xcom-Vorbild zu überbieten.

Die KI agiert in der Regel direkt und das gewährleistet im Großen und Ganzen, dass Schlachten recht schnell beendet werden, insbesondere wenn man besonders agile Charaktere nutzt. In anderen Spielen dieser Art wird das tendenziell mit mehreren Aktionsphasen pro Charakter ausgetragen, doch in Phoenix Point ist das System noch nuancierter. Die Spieler können ihre Einheiten mithilfe von Aktionspunkten mit viel mehr Flexibilität über das Spielfeld bewegen und alles wird klar kommuniziert. Daneben steht ein Willenssystem, mit dem man zusätzliche Aktionen und Fähigkeiten ausführen kann, wenn der Charakter gerade darauf Lust hat.

In Phoenix Point geht es vielleicht darum, Mutanten mit Krebsgesichtern in den Kopf zu schießen (über ein VATS-ähnliches Zielsystem, das uns sehr gut gefallen hat), doch die letzte Woche war für uns auch eine kleine Fehlersuche. Eine psychische Kreatur aus den pandoranischen Nebeln schaffte es irgendwie, eine Mission in eine endlose Schleife feindlicher Konfrontationen zu verwandeln, was uns zu einem Neustart zwang. Ein anderer Bug verhinderte plötzlich, dass wir unsere Einheiten irgendwo positionieren durften, weshalb wir ebenfalls einen alten Speicherstand laden mussten. Wir sind auf eine Reihe kleinerer, nicht so zerstörerischer Bugs gestoßen und die meisten davon treten während des Kampfes auf. Es mögen nur kleine Macken sein, doch sie behindern das Gefühl des Eintauchens sehr, da sich der Rest des Spiels so sehr bemüht, eine ruhige Erfahrung zu sein.

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Mit dem Mix an unterschiedlichen Einheiten waren wir sehr zufrieden. Auch das Lovecraft-Setting ist eine frische und willkommene Abwechslung.

Wo unsere Soldaten Schäden nehmen, hat eine bestimmte Auswirkung auf ihre Effektivität. Wer eine Kugel im Arm hat, ist der nächsten Runde vielleicht nicht mehr in der Lage, mit dieser Hand den Abzug einer Waffe zu betätigen. Dieses System bringt viel Dynamik in die Kämpfe, da Inventar-Management plötzlich an Bedeutung gewinnt. Wir dürfen insgesamt sehr stark mit der Umgebung interagieren und beispielsweise Gegenstände aus Kisten in der Spielwelt oder sogar von gefallenen Freunden sammeln. Natürlich gibt es auch hier einige Bugs, allerdings sind die verschmerzbar, wenn Deckung dafür so effektvoll in die Luft gesprengt wird oder wir uns auf anderem Wege einen taktischen Vorteil sichern.

In Bezug auf die Feindtypen wollen wir die Vielfalt positiv hervorheben und loben. Die drei Fraktionen werden durch eine Vielzahl von mutierten Feinden ergänzt, die uns mit ihren jeweiligen Fähigkeiten ordentlich unter Druck setzen, wenn wir zum ersten Mal auf sie treffen. Es gibt einige Gegner, die einfach nur Kugelschwämme sind und konzertierte Angriffe erfordern, aber wir fanden, dass der allgemeine Mix an Einheiten anständig war und dazu beitrug, dass sich der Kampf frisch anfühlte (das hat den etwas langweiligen Missionen sehr geholfen). Phoenix Point sieht auch ziemlich gut aus, obwohl die auditive Seite der Produktion nicht den gleichen Standard an den Tag legt. Der Soundtrack ist ziemlich vorhersehbar und die Vertonung im besten Falle oberflächlich.

Wir haben mit Spannung auf etwas gewartet, das das Potenzial hat, Xcom 2 zu entthronen, und Snapshots Versuch kommt dem dank eines starken Themas und einer spannenden Strategieebene zweifellos zumindest nahe. Es gibt jedoch einige Dinge, die das Spiel merklich zurückhalten, insbesondere die Anzahl der Spielfehler und Bugs. Wir können ein paar Kanten und Ecken verschmerzen, schließlich spielt bei einer solch aufwändigen Produktion das Budget eine große Rolle, aber es ist klar, dass das Spiel noch viel Arbeit vor sich hat und dringend poliert werden müsste. Die sture KI hilft dem Spiel auch nicht, da sie einige potenziell interessante Szenarien in Schlachten verwandelt, die immer nach dem gleichen Muster ablaufen. Es gibt jedoch trotzdem noch genug interessante Nuancen, um Phoenix Point zu empfehlen. Wenn ihr ein Taktikfanatiker seid, wartet noch ein paar Updates ab und springt dann richtig rein.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
mehrere ineinander verwobene Strategieebenen, einige nette taktische Neuerungen, sieht ordentlich aus, abwechslungsreiches Gameplay.
-
Bugs und die KI untergraben eine ansonsten ansprechende Erfahrung.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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