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Kritiken
Persona 4: Golden

Persona 4: Golden (PC)

Erstmals veröffentlicht Atlus eines ihrer Persona-Spiele auf dem PC. Glücklicherweise handelt es sich hierbei um eine der besten Arbeiten des Studios.

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Persona 4: GoldenPersona 4: GoldenPersona 4: Golden
Alles wirkt normal und ruhig, doch dann beginnt eine nebulöse Mordserie, in die wir durch Zufall verwickelt werden.

Dass ich in diesem Jahr nicht nur eines, sondern gleich zwei Persona-Spiele erleben würde, das hätte ich Anfang des Jahres ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Ende März hat Atlus uns hier im Westen die verfeinerte und erweiterte Version ihres fantastischen Rollenspiels Persona 5 angeboten und seit dem Wochenende steht der Vorgänger - Persona 4: Golden - auf dem PC bereit. Die Ankündigung hat starke Reaktionen bei den begeisterten Fans ausgelöst und als die Katze am vergangenen Samstag dann endlich aus dem Sack war, ist die Community förmlich explodiert. Diese Begeisterung kommt nicht von ungefähr, denn Shin Megami Tensei: Person 4 ist auch nach all diesen Jahren ein fantastisches Spiel.

Persona 4 entführt uns in den ländlichen Teil Japans, konkreter in das verschlafene Örtchen Inaba. Es ist ein starker Gegensatz zur futuristischen Kulisse von Persona 3 oder der urbanen Umgebung aus Persona 5, denn dieser Schauplatz versprüht Ruhe und Intimität. Weil unsere Eltern ein Jahr lang ins Ausland reisen, verschlägt es uns aus der Großstadt hierher. Unser namenloser Protagonist kommt bei einem verwandten Polizeibeamten unter, doch er findet schnell Anschluss. Alles wirkt normal und ruhig, doch dann beginnt eine nebulöse Mordserie, in die wir durch Zufall verwickelt werden. Denn natürlich verbirgt sich hinter all dem hier eine höhere Macht, die wir zuerst begreifen und später überwinden müssen, um als diese Geschichte zu einem würdigen Abschluss zu bringen.

Was Persona 4 besonders gut beherrscht, ist das Gefühl von Fortschritt, da unsere Charakterentwicklung mit Erfolgen im Sozialleben einhergeht. Denn wie in jedem der drei neueren Persona-Spiele müssen wir unsere Zeit genau einplanen und uns überlegen, wie wir die Tage verbringen wollen. Vertiefen wir unsere Bindung zu verschiedenen Figuren, erhalten wir dadurch Vorteile und tun wir etwas für uns, wirkt sich das ebenfalls auf verschiedene Aspekte des täglichen Lebens aus. Alles hängt miteinander zusammen und schon bald gibt es so viele Optionen, dass einem fast schwindelig wird. Doch im Verlauf der 70+ Stunden, die zum Abschluss dieses Spiels mindestens erforderlich sind, werdet ihr schon lernen, was ihr tun müsst, um auf euer nächstes Ziel hinzuarbeiten.

Persona 4: Golden
Persona 4: GoldenPersona 4: GoldenPersona 4: Golden
Persona 4: Golden integriert zusätzliche Nebencharaktere, soziale Events und zahlreiche spielerische Neuerungen.

Persona 4: Golden erweitert das Playstation-2-Spiel mit noch mehr Inhalten, was angesichts der bereits hohen Spielzeit sicher nicht jeder Spieler attraktiv finden wird. Die Änderungen der PSP-Version sind jedoch zahlreich und sinnvoll, weshalb man sich unbeschadet auf ein Wiedersehen freuen kann, selbst wenn ihr das Hauptspiel bereits kennen solltet. Besonders spannend ist die Integration zusätzlicher Nebencharaktere, sozialer Events und zahlreicher spielerischer Neuerungen. Das Paket wird nicht so grundlegend erweitert, wie Persona 5 Royal das vor einigen Monaten mit seinem Ursprung gemacht hat, aber es gibt wirklich viele gute Gründe, sich mit diesem Spiel noch einmal zu befassen. Die Golden-Version ist tatsächlich so gut, dass sie Persona 4 in jeder Hinsicht ersetzt.

Und deshalb ist es umso schöner, dass wir dieses Paket jetzt auf dem PC erleben können. Die Steam-Version läuft mit bis zu 4K-Auflösung und stellt uns zwei, drei Grafikeinstellungen zur Verfügung. Atlus hat sich dazu entschieden, ihr geistiges Eigentum gegen Software-Piraterie zu schützen, weshalb das Spiel über den umstrittenen Denuvo-Kopierschutz verfügt. Mein technisches Verständnis von diesem Thema ist begrenzt, allerdings kann ich festhalten, dass auf einigen Systemen ein bemerkbarer Lag festzustellen ist, der sich sowohl in der freien Bewegung manifestiert, sowie auch in den Videosequenzen. Diese Berichte teilten gerade nach der Veröffentlichung viele Nutzer - manchmal hilft ein Neustart dabei, diese Fehler zu beheben.

Leider hat der PC-Port nicht alle Aspekte des gefeierten Originals mit der gleichen Sorgfalt überarbeitet. Gerade in einigen Videosequenzen fallen gestreckte Render-Grafiken negativ auf, die schon in der PSP-Version uneinheitlich aufgelöst waren. Man erkennt im Grunde am Material, wann es in das Spiel integriert wurde. Sehr grobe Zeichnungen sind seit 2008 im Spiel, die besser skalierten Sequenzen kamen (hierzulande) 2013 mit der PSP-Überarbeitung ins Spiel. Weil das Game aber sehr lang ist und die Fehler rein optischer Natur sind, ist das alles ein weniger großes Problem - es handelt sich hier um Schönheitsfehler.

Persona 4: Golden
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Atlus hat sich dazu entschieden, ihr geistiges Eigentum gegen Software-Piraterie zu schützen, weshalb das Spiel über den umstrittenen Denuvo-Kopierschutz verfügt.

Weniger verzeihend muss man aus heutiger Sicht die Präsentation der Gameplay-Systeme bewerten, denn Persona 4 ist gerade im Vergleich zu Persona 5 doch noch um einiges archaischer. Die Dungeons sind optisch wenig beeindruckende, schlauchige und teils prozedural generierte Level, die mit fiesen Feinden gepflastert sind. Mit dem falschen Team sind diese Begegnungen sehr herausfordernd, allerdings fügt Golden einige sehr willkommene Quality-of-Life-Verbesserungen ein, die den Grind reduzieren und uns mehr Regeneration zwischen den Kämpfen gewähren. Im Gegensatz zum Hauptspiel ist diese Komponente insgesamt deutlich angenehmer gelungen, ihr spielt aber trotzdem ein Spiel aus einer anderen Zeit. Und das bedeutet auch, dass euch ein Party-Wipe zum Hauptmenü zurückwirft.

Viele Fans mögen Persona 4, weil es sich so bodenständig und sympathisch anfühlt, obwohl diese verrückte Parallelwelt mit all ihren Albernheiten ständig im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Es ist ein großartiges, sehr witziges und liebevolles Spiel, das eure Aufmerksamkeit auch in dieser Zeit wert ist. Sein Alter kann das Game nicht sehr gut verbergen, doch bis auf wenige Ausnahmen überzeugt Persona 4 auf dem PC auch heute noch. Für zwanzig Euro könnt ihr hier wirklich nichts falsch machen, denn ist eine der charmantesten Erfahrungen, die ihr im Videospielbereich finden könnt. Es ist ein wahres Zeugnis für die goldene Qualität der Serie.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
die beste Version dieses fantastischen Spiels, liebenswerte Charaktere, spannender Mysterie-Krimi, Teddys Witze sind toll.
-
Performance-Einbußen aufgrund von Denuvo-Kopierschutz, Gameplay mittlerweile etwas archaisch.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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