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Paladins: Champions of the Realm

Paladins führt ''kontroverses'' Kartensystem ein, Fans fürchten Pay-to-Win

Hi-Rez entfesselt kritische Änderungen am bestehenden Kartensystem vorerst nur auf den Testservern.

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Vergangene Woche hat Entwickler Hi-Rez Studios ein großes Rework-Update für den Free-to-Play-Helden-Shooter Paladins: Champions of the Realm vorgestellt. Unter den vielen Detailveränderungen an einigen Charakteren, wandelt der Entwickler sein bestehendes Alleinstellungsmerkmal hin zu einem "kontroversen" Fortschrittssystem, wie das Studio selbst zugibt. Nach nur sieben Tagen in der Online-Testumgebung sollen die äußerst kritisch betrachteten Neuerungen auf die Live-Server übertragen werden, was Fan überhaupt nicht gut heißen. Vor allem passionierte Spieler sind unglaublich enttäuscht von den Änderungen und werfen Hi-Rez vor, Pay-to-Win-Mechaniken implementieren zu wollen.

Bislang konnte sich der Overwatch-Klon mit seiner einzigartigen Kartenmechanik von anderen Vertretern des Genres abheben: Vor dem Start eines Matches dürfen Spieler die Vor- und Nachteile ihrer Spielfiguren mit den ihnen zur Verfügung stehenden Spielkarten anpassen, was bisher zu einer hohen Individualität an unterschiedlichen Spielstilen führte. Diese Karten erhielten Spieler durch erlangte In-Game-Währung, dem Zerlegen von doppelte und ungewollten Gegenständen und mit echtem Geld. Obwohl schon diese Mechaniken sicher nicht perfekt waren, schienen sich die Spieler damit arrangieren zu können. Mit dem neuen Cards Unbound-Update verändert Hi-Rez dieses System jedoch komplett und führt Seltenheitsstufen der existierenden Perks ein, während sie Spielern gleichzeitig die Option nehmen, ungewollte oder neue Gegenstände in ihre Einzelteile zu zerlegen. Außerdem dürfen Spieler sobald die Änderungen aktiv geworden sind, die Spielwährung nicht mehr zielgerichtet für den Kauf spezieller Karten verwenden, sondern müssen ihr Glück bei Fortuna und deren Loot-Boxen auf die Probe stellen, um höhere Qualitätsstufen der benötigten Ausrüstung zu erhalten (die laut den ersten Testern signifikante Steigerungen der Statistiken darstellen).

Obwohl Mikrotransaktionen aktuell in der Testumgebung deaktiviert sind, verstehen die Fans das System vor allem sehr viel zeitintensiver, da Spieler die auf möglichst viele Situationen vorbereitet sein wollen gezielt nach der bestmöglichen Ausrüstung für die jeweiligen Helden farmen zu müssen. Um existierende Kartenfähigkeiten aufzurüsten müssen die gleichen Karten für einen jeweiligen Helden immer und immer wieder gesammelt werden, was durch die zufällige Natur von Beutetruhen rechnerisch sehr unwahrscheinlich ist. Nach Aktivierung des Updates kann es also durchaus möglich sein, dass Spieler ihre Lieblingshelden kaum noch spielen können, da ihnen die entsprechenden Karten fehlen, um gegen ihre Widersacher mithalten zu können.

Hi-Rez hat neben diesen ohnehin bereits kontroversen Änderungen nämlich außerdem die Online-Struktur überarbeitet, was die Sache für viele Spieler noch viel schlimmer gestaltet. Der kompetitive Bereich von Paladins: Champions hebt die Stufen der Karten zwar automatisch auf das dritte von fünf Leveln an, was laut den Fans zwar theoretisch zu einem Gleichgewicht führen könnte, letztlich aber nur dafür sorgen wird, dass die reale Anzahl der spielerischen Möglichkeiten eingegrenzt wird und ein Metaspiel entsteht. Im schnellen Spiel sieht die Situation noch viel schlimmer aus, denn dort werden unerfahrene Spieler gegen Mitspieler antreten müssen, die einen signifikanten Werteboost durch viele mächtige Karten erhalten haben, weil diese entweder bereits lange spielen oder viel Geld in das System gesteckt haben. Mit Chancengleichheit scheint das nichts mehr zu tun zu haben.

In der offiziellen Update-Benachrichtigung versucht Hi-Rez diesen Wandel damit zu begründen, dass bereits in große Blockbusterproduktionen, wie Star Wars Battlefront II und Call of Duty: WWII Loot-Kisten integriert wurden (was ja in beiden Fällen sehr gut funktioniert hat...): "Diese große Veränderung erscheint vielleicht kontrovers, angesichts der fragwürdigen [Implementierung solcher Mechaniken] in Vollpreisspielen."

"Die große Mehrheit unserer Spieler wird niemals [Geld] ausgeben. Egal wie viel Geld in eurem Portemonnaie steckt, wir wollen sicherstellen, dass ihr eine großartige Zeit habt. Unsere Priorität mit der Einführung von Cards Unbound ist, dass sich die Free-to-Play-Erfahrung toll anfühlen soll." schreibt Hi-Rez.

Na hoffentlich tut es das auch...

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Paladins: Champions of the Realm

Quelle: IGN und Kotaku.

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