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Nintendo Switch OLED

Eine Switch Pro ist es nicht, doch stellt das neue OLED-Modell trotzdem ein lohnendes Upgrade dar?

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Angesichts der vielen anhaltenden Gerüchte einer 4K-fähigen Nintendo Switch Pro waren viele Leute sichtlich verwirrt, als Nintendo im Juli offiziell das OLED-Modell vorstellte. Abgesehen vom etwas größeren und farbenfroheren Bildschirm bietet die Konsole keine signifikante Hardware-Modifikation, wie wir sie beispielsweise bei der PS4 Pro oder der Xbox One X gesehen haben. Die Konsole erinnert eher an eine traditionelle Hardware-Revision, wie es der 3DS XL oder der DS Lite war. Das OLED-Modell wurde deshalb zwar nicht von allen mit offenen Armen begrüßt, aber da wir seit dem ersten Tag auf der Switch spielen, haben wir die Chance gerne genutzt und eine neue Variante der Hardware getestet.

Das 7-Zoll große OLED-Display

Der Bildschirm ist zweifellos die größte Verbesserung, mit der dieses Gerät auftrumpft. Die Überarbeitung verfügt über einen größeren 7-Zoll-OLED-Bildschirm und der Unterschied zum 6,2-Zoll-großen LED-Display wird sofort ersichtlich, wenn man die Konsole in den Händen hält. Die Farben knallen förmlich, da sie hell und lebendig sind. Im Vergleich dazu sehen die Spiele, die auf dem älteren Modell laufen, viel dumpfer und verwaschener aus. Dieser markante Look bleibt bei allen Lichtverhältnissen erhalten, also selbst wenn ihr mitten am Tag im Bus sitzt oder euch nachts mit ein paar Runden Rocket League den Schlaf raubt.

Der Wechsel von 6,2 Zoll auf 7 Zoll klingt auf dem Papier überhaupt nicht nach einem massiven Unterschied, aber die Änderung ist unbestreitbar, wenn man die beiden nebeneinander platziert. Es fühlt sich einfach viel befriedigender an, Spiele auf einem größeren Display zu spielen und natürlich ist es ein Plus für diejenigen, die weitsichtig sind, da der Text auf dem Bildschirm viel besser sichtbar ist. Selbstverständlich ist das OLED-Modell dadurch auch etwas größer und auch ein bisschen schwerer als das Original, aber es fühlt sich nicht zu sperrig oder gar unhandlich an (wie ich es ursprünglich befürchtete). Der Bildschirm nimmt einfach mehr Fläche auf der Switch ein und berührt nun beinahe die Ränder der Konsole.

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Leider sind einige Apps, wie zum Beispiel Youtube, noch nicht aktualisiert worden, um das größere Display hinreichend zu nutzen. Statt das Bild ins gewünschte Format zu ziehen, werden beim Ansehen von Inhalten die Seitenverhältnisse der älteren Switch-Konsolen genutzt und an den Seiten sind einfach schwarze Balken angebracht. Ich kann mir vorstellen, dass diese Apps in Zukunft aktualisiert werden, um dem neuen Display gerecht zu werden, doch Early Adopter, die am ersten Tag kaufen, müssen das vorerst noch beachten.

Das neue Dock

Das Konsolen-Dock, das jeder Nintendo Switch OLED beiliegt, hat eine ziemliche Überarbeitung erfahren. Die Ecken wurden abgerundet und an der Unterseite lassen sich kleine Kunststofffüße finden, damit das Teil nicht über glatte Oberflächen rutscht. Das große Verkaufsargument bei diesem speziellen Dock (das zu einem späteren Zeitpunkt auch eigenständig verkauft wird) ist, dass es über einen Ethernet-Port verfügt. Das ist in der Tat attraktiv für diejenigen, die beim Herunterladen von Titeln und beim Online-Spielen mit Freunden eine sicherere Verbindung bevorzugen. Es ist auch deshalb ein großes Plus, da nur online verfügbare Cloud-basierte Titel, wie Dying Light 2 Stay Human, Kingdom Hearts III oder Guardians of the Galaxy, auf der Switch immer beliebter werden. Diese spiele setzen jedoch eine konstante Internetverbindung voraus und da helfen gelegentliche Verbindungsabbrüche vom WLAN nicht weiter.

Das Dock finde ich insgesamt ein bisschen hübscher, aber es gibt ein paar Design-Entscheidungen, von denen ich nicht gerade ein Fan bin. Beim vorherigen Switch-Dock gab es an der Rückseite eine praktische, ausklappbare Tür, die man beim Anschließen eines HDMI-Kabels einfach zur Seite klappen konnte. Beim OLED-Modell muss man dafür jetzt ein Stück Plastik abnehmen und wieder anbringen, was einfach etwas mühsamer ist. Die tatsächliche Verarbeitungsqualität des Docks hat im Vergleich zum Original auch etwas Budget liegengelassen und deshalb hat es ein plastisches Gefühl an sich. Natürlich habe ich nicht vor, mein Dock unsachgemäß zu verwenden, doch im Fall der Fälle glaube ich, dass das OLED-Dock eher den Geist aufgibt und zerbricht.

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64 GB interner Speicher

Die Verdoppelung des internen Speichers der Konsole ist natürlich eine willkommene Neuerung, aber ich wünschte, Nintendo wäre noch weiter gegangen und hätte den Systemspeicher auf mindestens 128 GB aufgestockt. Man muss immer noch nach einer MicroSD-Karte suchen, wenn an mehrere große Titel digital auf der Konsole installieren möchte. Um dieses Problem ins rechte Licht zu rücken: Apex Legends wiegt 25 GB auf der Switch, Doom Eternal (abzüglich der DLCs) 17,5 GB. Glücklicherweise sind MicroSD-Karten zwischen den Switch-Modellen kompatibel, aber ihr müsst eure Daten formatieren und Spiele/Apps erneut aus dem eShop herunterladen.

Ein breiterer Standfuß

Ich bin ehrlich: In vier Jahren habe ich meine alte Switch nie im Tabletop-Modus benutzt. Das Leben meiner Konsole, die ohne Joy-Cons nur ein großer Bildschirm ist, diesem kleinen, dünnen Ständer auf der Rückseite anzuvertrauen, das habe ich mich nie getraut. Außerdem habe ich den Standfuß jedes Mal beinahe abgebrochen, wenn ich versucht habe, meine MicroSD-Karte herauszunehmen... Das Nintendo-Switch-OLED-Modell behebt beide Probleme vollständig, sodass ich nun zumindest verstehen kann, dass man die Tablet-Darstellung als praktikable Möglichkeit zum Spielen ansehen kann. Der verbesserte Ständer erstreckt sich über die gesamte Breite des Bildschirms, sodass die Konstruktion richtig ausbalanciert werden kann. Der Standfuß ist zudem flexibel, da er sich zwischen beinahe 90 und 180 Grad verstellen lässt. Außerdem ist das Teil so robust, dass es nicht von allein abknicken wird.

Zusammenfassung

Es ist vielleicht nicht die Switch Pro, die wir uns alle wünschen, aber das OLED-Modell ist trotzdem eine lohnende Überarbeitung, die sowohl das Handheld- als auch das Tabletop-Erlebnis verbessert. Der 7-Zoll-große OLED-Bildschirm ist viel lebendiger und farbenfroher als zuvor und der verbesserte Speicher sowie das neue Dock sind das i-Tüpfelchen. Persönlich kann ich mir nicht vorstellen, jemals wieder zum älteren Modell zurückzukehren, aber ich bin mir nicht sicher, ob diese wenigen, netten Ergänzungen für bestehende Besitzer zusätzliche 360 Euro rechtfertigen. Wenn ihr noch keine Nintendo Switch besitzt oder von einer Switch Lite upgraden möchtet, ist das aber sicherlich die Variante, die man dafür in Betracht ziehen sollte. Zumindest bis eine leistungsfähigere Version vorhanden ist...

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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der Bildschirm ist spürbar größer und lebendiger, der hintere Standfuß macht den Tabletop-Modus zu einer praktikablen Option, das neue Dock verfügt über einen Ethernet-Anschluss.
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das Dock fühlt sich billig an, auch 64 GB Speicherplatz sind in der heutigen Zeit relativ begrenzt.
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