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New World - Krieg mit 100 Spielern im Beta-Zustand

Mit einem Schiff sind wir auf die mysteriöse Insel Aeternum gesegelt und in eine magische Version des 17. Jahrhunderts gestolpert.

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Seit dem 25. August können Alpha- und Beta-Spieler, sowie Vorbesteller in die Welt von Amazon Studios kommendem MMORPG New World einsteigen, die Testphase läuft noch bis zum 5. September. Auch ich habe mir einen ersten Eindruck verschafft, mich in Schlachten gestürzt und Gefallen an Musketen gefunden. Meine ersten zwei Eindrücke waren: "Ich fühle mich wie in einem Einzelspielerspiel" und "Endlich ein gutes Kletter-System!". Meine Freude daran, mich mit Hilfe der Shift-Taste an steilen Klippen entlanghangeln zu können, wurde lediglich von der erwähnten Singleplayer-Aura getoppt. Dank der visuell prächtigen Gestaltung von Aeternum (und nicht zuletzt dank der Ähnlichkeiten in der Benutzeroberfläche) schossen mir schnell Vergleiche zu Spielen wie Dragon Age, The Witcher 3: Wild Hunt und auch Greedfall in den Kopf.

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In New World befinden wir uns in einer alternativen Version des 17. Jahrhunderts, dem Zeitalter der Entdecker. Wir reisen zur "ewigen Insel" Aeternum, die bewohnt wird von den Legionen der Verderbten - glücklose Abenteurer und Krieger vergangener Zeiten, die besessen von einem mysteriösen Mineral namens Azoth nun die Regionen heimsuchen. Dazu gesellen sich Untote und die "Angry Earth", das sind Natur-basierte Kreaturen, die zu lange dem Azoth ausgesetzt waren. So ziemlich alles in Aeternum scheint mit unserer Ankunft ein Problem zu haben und möchte uns töten.

Im Großen und Ganzen folgt New World den gängigen MMO-Standards und -Abläufen: Wir absolvieren Quests, treten in Solo- und Mehrspieler-Dungeons an (die in der Vorschau noch nicht verfügbar waren), rüsten unseren Charakter stetig auf und verbringen Unmengen von Zeit mit dem Herstellen sämtlicher Items. Ein Faktor, der sich den Konventionen entgegenstellt, ist New Worlds Herangehensweise an Klassensysteme. Die gibt es nämlich überhaupt nicht.

Statt uns als "Alchemist", "Support" oder "Gunslinger" zu bezeichnen, können wir jederzeit auf alle im Spiel verfügbaren Waffen zugreifen. Zu den herkömmlichen Waffen, wie Bogen oder Schwert, gesellen sich das Kriegsbeil und die Muskete, die passend zum Setting des 17. Jahrhunderts jede Menge Charme besitzen (und mir während meiner Anspielzeit echt ans Herz gewachsen sind). Je intensiver wir die jeweilige Waffe nutzen und mit ihr Erfahrungspunkte sammeln, desto weiter können wir ihre Fähigkeiten ausbauen.

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Die Fähigkeiten einer jeden Waffe unterteilen sich in zwei Fähigkeitenbäume, die uns interessante Spielstile offenbaren. Bei meinem Lebensstab konnte ich mich beispielsweise zwischen den Bereichen Heilung und das Aussagen der feindlichen Lebensenergie entscheiden - vorbei sind die Zeiten, in denen wir uns zwischen Nekromant und Heiler entscheiden mussten. Mit unkonventionellen Fähigkeiten, wie dem Legen einer Falle oder dem "Talent" sich tot zu stellen, präsentiert uns das Team von Amazon Studios neue Ansätze, statt der sonst eher einfältigen Herangehensweise einiger MMOs zu folgen.

Spieler die Level 10 erreichen müssen sich entscheiden, welcher der drei Fraktionen sie sich anschließen möchten. Die Marodeure wollen eine freie Nation erschaffen, das Bündnis präsentiert sich als stark religiöser Orden, wohingegen sich das Syndikat als Geheimorganisation mit der Lüftung von Aeternums Geheimnissen beschäftigt. Haben wir erst einmal unsere Fraktion gewählt, beginnt der PvP-Spaß: Jede Region des Spiels gehört anfangs einer der drei Fraktionen an. Indem wir innerhalb gegnerischer Fraktionen gewisse Aufgaben erledigen, erhöht sich der Einfluss in den eigenen Reihen. Sobald wir die gewünschte Menge an Einfluss erreicht haben, können wir einen Krieg mit rivalisierenden Spielern anzetteln und der Gewinner erhält im Anschluss Kontrolle über die jeweilige Region. Kommt es zur Auseinandersetzung treten 100 Spieler (die sich vorher anmelden müssen) aus beiden Fraktionen in zwei Teams gegeneinander an.

Angreifer müssen die drei Kontrollpunkte der feindlichen Festung einnehmen. Wer seine Burg als Verteidiger hält, kann von den Mauern aus mit Kanonen das Feld ausdünnen, sollte aber gleichzeitig den Zustand der Tore im Blick behalten. Man muss sein Team aufteilen, um Reparaturen durchzuführen und anderen Aufgaben gerecht zu werden. Es gehört jede Menge taktisches Denken und eine gute Absprache mit dem Team dazu, um zu garantieren, dass der Angriff oder die Verteidigung gelingt. Als Verteidiger schaltete ich mit meiner Muskete auf den Mauern kniend Angreifer an den Toren aus, plante mit einigen anderen Spielern einen Hinterhalt und benutzte Kanonen, um die gegnerischen Truppen zu lichten.

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Die Schlachten fühlen sich aufregend und vielfältig an - und befriedigen einen Traum, den ich schon seit langer Zeit mit mir herumschleppe: Die epische Aura der Schlacht von Helms Klamm aus dem Der-Herr-der-Ringe-Universum in einem Spiel wiederzufinden. Tatsächlich sind die Inhalte der PvP-Erfahrung viel zu umfangreich, um alle in dieser einen Vorschau einzufangen. Es sei jedoch gesagt, dass Amazon Studios einen phänomenalen Job leistet, um eine tiefgründige, mehrschichtige Spielerfahrung zu liefern, die mich besonders durch ihre Atmosphäre begeistert hat.

Im Juli veröffentlichte das Studio ein Update zum Stand von New World. Darin erklärte Studio Director Rich Lawrence, dass sich das Team aufgrund des Feedbacks der Alpha-Tester dazu entschied, die Mid- sowie End-Game-Inhalte des Spiels auszuweiten. Auch als uns Amazon Studios zu Beginn der Woche die Inhalte von New World präsentierte, betonte Game Director Scot Lane erneut, dass das Gleichgewicht zwischen PvP- und PvE-Inhalten noch besser ausbalanciert werde. Zuvor präsentierte sich New World stets als MMO mit starkem Fokus auf die Spieler-gegen-Spieler-Inhalte. Will Amazon Studios durch diese Entscheidung also vielleicht darauf hinaus, starke Komponente zu verwässern, um eine breitere Masse anzusprechen?

Die PvE-Elemente in dieser der Vorschau waren in der Tat schwindend gering und zudem auch recht enttäuschend. Die Entwickler scheinen nämlich Gefallen daran zu finden, uns Quests mit immer gleich anmutenden Abläufen aufzutischen: Töte Gegnerzahl X und durchsuche 15 Schatztruhen, um Item Y zu finden. Danach kehren wir zum Auftraggeber zurück und erhalten eine fast identische Kopie der Aufgabe von einem anderen NPC. In der Tat verbrachte ich weitaus mehr Zeit mit dem Absolvieren solcher Quests, als mit den tollen 50-gegen-50-Kriegen. Der qualitative Kontrast zwischen den PvP- und PvE-Elementen, ist mehr als deutlich.

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Der stets identische Quest-Ablauf lässt mich jedoch vermuten, dass es sich hierbei um Platzhalter für später kommende, besser ausgearbeitete Aufgaben handelt. Einige Notizen, die ich in der Spielwelt fand, sowie die allgemeine Prämisse der mysteriösen Insel lassen mich hoffen, dass Amazon Studios an dieser Front noch massiv ausbauen wird. Anderweitig läuft New World Gefahr, dass die gut ausgearbeiteten PvP-Elemente in einer Welt angesiedelt sind, die Spieler schlichtweg nicht packt.

New World lässt mich mit Lust auf mehr zurück, obwohl es mir gleichzeitig Bauchschmerzen bereitet. Mit der Entscheidung, den Fokus eher auf die PvE-Elemente zu lenken, haben sich die Entwickler ein massives Ziel gesetzt. Ob diese besagten Elemente nur in dieser Vorschauversion nicht enthalten waren oder tatsächlich noch gar nicht fertig sind, darüber lässt sich an dieser Stelle nur spekulieren. New World schafft es jedoch schon jetzt, so viel Atmosphäre und Rollenspielaspekte in die Komponente einzubringen, das auch ich (als jemand der PvP normalerweise meidet) großen Gefallen daran gefunden habe.

Auch sonst präsentiert sich Aeternum als wunderschöne Spielwelt mit prächtigen Landschaften. Elemente, wie das Meistern von Waffen, sorgen zudem für interessante Gameplay-Ansätze und geben uns viel spielerischen Freiraum. Amazon Studios muss sich mit New World über die Identität des Spiels im Klaren werden und erkennen, was die Spieler wirklich wollen. Die Abwesenheit der narrativen Elemente in der Vorschau beißt sich noch mit den Aussagen des Studios. Ich hoffe daher darauf, dass die Entwickler die richtige Balance treffen, damit ich in der finalen Version neben der Auslebung meiner tiefsten Helms-Klamm-Fantasien auch Spaß mit den Quests habe, die mir mehr über die Spielwelt und ihre Bewohner offenbaren.

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