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New World - Expedition zur Ausgrabungsstätte Amrine

Ein Ausflug nach Aeternum endet in einer verlassenen Mine, in der uns Amazon Game Studios das Konzept ihrer Expeditionen präsentiert.

Bereits im vergangenen Jahr gab Amazon Game Studios Alpha- und Beta-Spielern, sowie Vorbestellern die Gelegenheit, einen ersten Blick auf das Open-World-MMO New World und die Insel Aeternum zu werfen. In einer alternativen Version des 17. Jahrhunderts reisen Spieler zu diesem Schauplatz, der von den verschiedensten Mächten und Kreaturen heimgesucht wird. Im Fokus steht dabei ein Mineral namens "Azoth", welches von vielen Mächten auf der Insel Besitz ergriffen hat. Nun liegt es wie immer an den Spielern, die Region von den bösen Mächten zu befreien und mehr über das mysteriöse Mineral und dessen Wirkung zu erfahren.

Das gesammelte Feedback der vergangenen Anspiel-Events wollen sich die Entwickler zu Herzen genommen haben, beispielsweise war die Nachfrage nach mehr PvE-Inhalten groß (ich bemängelte im Rahmen meiner vergangenen Vorschau ebenfalls das Fehlen narrativer Inhalte). Was hat Amazon Game Studios also in der Zwischenzeit gemacht? Um diese Frage zu klären, haben wir uns das Spiel noch einmal vorgeknöpft und uns den Neuzugang - die Expeditionen - angeschaut. Die sollen den Wunsch der Spieler nach mehr PvE-Inhalten gerecht werden, so die Entwickler.

Die durch die Release-Verschiebung gewonnene Zeit hat das Studio eigenen Aussagen zufolge vor allem damit verbracht, dieses Feedback umzusetzen. Items und deren Herstellung haben eine Generalüberholung erhalten, Kämpfe laufen nun schneller ab und sämtliche Quests sollen bis zum Start vertont sein. Die Einführung der Expeditionen ist Teil eines größeren Projekts, der Ergänzung von Late-Game-Inhalten. "Expedition" ist im Grunde nur ein anderes Wort für Dungeons, denn darum handelt es sich hierbei.

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Um das Konzept der Expeditionen kennenzulernen, bekamen wir die Gelegenheit, uns auf eine der ersten Expedition des Spiels zu begeben: die Amrine Excavation. Jede Gruppe erhielt Unterstützung von einem Entwickler und die halfen mit ihren Charakteren nicht nur im Kampf, sie hatten auch einige nützliche Tipps parat. Der allgemeine Ablauf der Expedition dürfte für MMO-Fans nichts Neues sein: Wie üblich erforschen wir Gebiete, kämpfen uns durch eine Vielzahl von Gegnern und erreichen schließlich den finalen Boss, der bestenfalls einige gute Items und viel Erfahrungspunkte liefert.

In Amrine Excavation machen sich Spieler auf, um eine verlassene Ausgrabungsstätte und ihre Funde zu erforschen. Ein gewisser Simon Grey klärt mit zurückgelassenen Notizen, die über die gesamte Expedition verteilt sind, über die Umstände der Ausgrabungen und dem eigentlichen Ziel der Aktion auf: die Bergung einer uralten Technologie. Verlassene Lager sowie Geister und untote Arbeiter geben uns jedoch schon zu Beginn zu verstehen, dass in dieser Mine etwas schiefgegangen sein muss. Um mehr über die Geschichte zu erfahren und herumzustöbern, bleibt jedoch wenig Zeit, denn die bereits erwähnten Geister und Untoten sind nicht unbedingt erfreut über unseren Besuch.

Glücklicherweise sind wir in der Gruppe stark und haben mit dem umfangreichen Waffenarsenal, das in New World nicht durch Klassenbeschränkungen limitiert ist, eine gute Auswahl. Auch dieses Mal fiel mir das Gefühl und die Handhabung der Waffen erneut positiv auf. Neu hinzugekommen ist der Speer, der sich während meiner Expedition als treuer Begleiter erwies, weil er sowohl im Fern- als auch Nahkampf Verwendung findet. Trotz des Alpha-Status fühlte sich das Gameplay in Sachen Balancing und Rollenverteilung innerhalb der Gruppe mit einigen Ausnahmen bereits sehr stimmig an.

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Mit der klassischen Mischung aus Tanks, DPS und Heilern ging es in schnellem Tempo von Raum zu Raum, wobei besondere Gegner, wie der "Foreman Nakashima" (ein blitzschneller und mächtiger Geist), eine größere Herausforderung darstellen. Eine interessante Anmerkung geht auf Sojin Hwang, Associate Art Director bei New World, zurück, die während einer kleinen Präsentation im Vorfeld der Spielsitzung auf die Darstellung der Geister verwies. Diese Gegnertypen sind keine trägen, trostlosen, verlorenen Seelen, sondern Feinde, die uns in New World mit viel Elan, windigen Bewegungen und wilden Attacken (die übrigens ordentlich Schaden anrichten können) begegnen. Im Falle des Foreman Nakashima ist jedoch nicht auszuschließen, dass der Geist seine Stärke auch aus einigen noch nicht final ausbalancierten Spielelementen bezog.

Nach dem anspruchsvollen Kampf gegen die Geister ging es weiter, tiefer hinein in die Ruinen einer vergangenen Zivilisation, die nun als verlassene Ausgrabungsstätte dient. An einer Stelle der Expedition musste sich jedes Gruppenmitglied auf eines der im Raum vorhandenen Siegel stellen. Erst als diese Bedingung erfüllt wurde, aktivierte sich ein Mechanismus, der einen neuen Weg offenbarte. Das war das einzige Rätsel, das uns in Amrine Excavation erwartete, doch kleine Puzzle sind in Dungeons nicht ungewöhnlich. Die Idee, dass New World Rätselelemente in Expeditionen einbaut, die auf die Kooperation der Gruppe beruhen, ist ein spannender Gedanke.

Die Expedition mündete schließlich in einem Kampf gegen Simon Grey, welcher der alten Technologie, die er zu Lebzeiten erforschen wollte, letztendlich zum Opfer fiel. Er sucht diese alte Mine nun als riesiger Untoter heim und stellt die letzte Herausforderung für mutige Abenteurer dar. Meiner Gruppe ist es leider nicht gelungen, Simon Grey zu besiegen und die Amrine Excavation abzuschließen, doch ich konnte die Gelegenheiten nutzen, um den taktischen Tiefgang der Herausforderung zu überprüfen. Besonders wichtig ist es zum Beispiel, das sogenannte Threat-Level der Spieler im Auge zu behalten. Dieser Indikator gibt der Gruppe zu verstehen, welche Spieler von Feinden priorisiert und welche verschont bleiben. Tanks profitieren also von einem höheren Threat-Level, während sich Heiler möglichst bedeckt halten sollten.

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Mit spezialisierter Ausrüstung könnt ihr euer Threat-Level senken oder euren Waffenschaden erhöhen. Juwelen, die ähnlich wie im Diablo-Franchise in Slots der aktuellen Ausrüstung eingesetzt werden können, helfen euch dabei. Die Anpassung mithilfe der Juwelen führte bei mir als DPS zu einem merklichen Unterschied, weil ich kleinere Mobs nun schneller erledigen konnte. Nach ein paar Versuchen sind wir immerhin weitaus näher an das Ende von Simon Greys Lebensbalken herangekommen - aber ganz geschafft haben wir es leider nicht. Ändert sich bis zum Start nichts am Spielgleichgewicht, dürft ihr euch also ganz sicher auf eine ordentliche Herausforderung einstellen.

Zwar erklärten eingestaubte Notizen innerhalb der Amrine Excavation etwas zur Hintergrundgeschichte des Gebietes, von vertonten Charakteren oder anderen narrativen Komponenten konnte ich jedoch auch dieses Mal nichts sehen. Auf der Webseite machen die Entwickler deutlich, dass etwa am Quest-Design schon ordentlich gefeilt wurde - aber das konnte ich nicht überprüfen. Der Umstand, dass die Entwickler kontinuierlich Veränderungen des Spiels kommunizieren und Alpha- sowie Beta-Spieler in Design-Entscheidungen einbeziehen, ist trotz der noch nicht einsehbaren Ergebnisse sicherlich ein vielversprechendes Zeichen.

New World liefert so einige spannende Ansätze, wie die 50-gegen-50-Kriege, die Kombination fantastischer Elemente mit einem Setting des 17. Jahrhunderts oder das allgemeine Spielgefühl der Waffen. Die jüngst vorgestellten Expeditionen profitieren vom knackigen Gameplay ebenfalls und können spielerisch trotz einiger Stolpersteine im Balancing überzeugen. Mit dem geradezu essenziellen MMO-Bestandteil, den Dungeons, vervielfältigt Amazon Game Studios sein Angebot und macht New World somit für diejenigen schmackhaft, die sich gerne nach dem Feierabend gemeinsam mit Freunden in ein Abenteuer stürzen möchten.

Mittlerweile haben wir bereits Einblicke zu den verschiedensten Elementen des Spiels gesehen, doch besonders spannend wird es erst am 20. Juli. Dann beginnt die geschlossene Beta-Phase, in der wir hoffentlich endlich die Zusammenwirkung all dieser Systeme erleben und das Spiel in seinem vollen Ausmaß erfassen dürfen. Am 31. August erscheint New World voraussichtlich in seiner abgeschlossenen Form auf dem PC.

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