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Kritiken
Mortal Kombat 11

Mortal Kombat 11

Diesem fantastischen Kampfspiel wird von seinem eigenartigen Fortschritts-Design arg zugesetzt.

Der reguläre Veröffentlichungsplan von Netherrealm Studios wechselt zwischen Injustice und Mortal Kombat hin und her und in diesem Jahr ist der elfte nummerierte Hauptteil von MK an der Reihe. In vielerlei Hinsicht brilliert der neue Ableger, allerdings verhindern einige Designentscheidungen, dass Mortal Kombat 11 sein wahres Potenzial entfaltet und das exzellente Niveau von Injustice 2 erreicht.

Die Netherrealm-Spiele bauen in der Regel auf dem Gerüst des zuvor veröffentlichten Games auf, MK11 nutzt demnach Injustice 2 als Grundlage. Das DC-Comics-Kampfspiel brachte zwei sehr interessante Systeme mit sich: Charakteranpassung und Multi-Verse - ein zeitlich begrenzter Modus, der Gegner in besonderen Kontexten und Bedingungen einführt. Multi-Verse war eine unterhaltsame und ziemlich herausfordernde Methode zum Freispielen von Ausrüstung und Beutekisten. Obwohl die Mikrotransaktionen einen Teil der Spielerfahrung einnahmen, ist es diesem Modus zu verdanken, dass die Monetarisierung in den Hintergrund rückt.

Mortal Kombat 11 bietet etwas Ähnliches, namentlich Towers of Time. Das Konzept ist fast identisch, da wir in diesem Modus gegnerische Türme (die an das klassische Mortal Kombat erinnern) mit speziellen Themen und Herausforderungen betreten - nicht unähnlich zu Multi-Verse also. Das Problem ist leider, dass Towers of Time aufgrund von absurden Schwierigkeitsgraden ein äußerst frustrierender Spielmodus ist.

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Wenn ihr die Story aus früheren Einträgen genossen habt, werdet ihr hier nicht enttäuscht sein.

Obwohl einige Kämpfe einfach sind bietet jeder Turm mindestens einen Gegner, der unglaublich schwierig ist. Diese Feinde haben besondere Vorteile, wie sauren Regen, der uns kontinuierlich schadet, zusätzliche Hilfscharaktere, die im Match vorbeischauen und unseren Feind unterstützen, oder Giftbälle, sowie anderen nervigen Kram. Der Kampf mit Sonderbedingungen ist nicht neu in Mortal Kombat, allerdings waren es bislang spannende Modifikatoren, die mehr Varianz boten, anstatt uns nur schneller zu töten.

Ein Bespiel: Einer unsere Gegner beschoss uns alle drei Sekunden mit Giftkugeln, die sämtliche Arten von Kombos (sogar Würfe) unterbrechen konnten und gleichzeitig hohen Schaden verursachten. Immerhin sind diese Attacken prinzipiell noch blockbar, im Gegensatz zu den Leben raubenden Raketen oder diesen nervigen Wellen, die den Spieler von den Füßen fegen, wenn man nicht im richtigen Zeitpunkt über sie hinwegspringt.

Diese und ähnlich frustrierende Bedingungen machen Towers of Time zu einer äußerst unfairen und ärgerlichen Herausforderung, die zu einem weiteren Problem führen: dem Spielerfortschritt. In Towers of Time finden wir die besten Belohnungen und die meisten Währungssysteme, doch bei solch schwierigen Konfrontationen müssen wir viel Zeit aufwenden. Insgesamt ist Mortal Kombat 11 ein unfassbar langsamer Grind.

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Wie in den vorherigen Spielen hat jeder Charakter zwei Varianten und die Form bestimmt die verfügbaren Fähigkeiten.

Netherrealm weiß das natürlich, schließlich haben sie aus diesem Grund die neuen Verbrauchsmaterialien eingefügt, mit denen wir uns Vorteile verschaffen - beispielsweise mehr Gesundheit zu Beginn des nächsten Matches, die besagten Raketen oder die Option, einen beliebigen Kampf komplett zu überspringen. Wir vermuten mal stark, dass man diese und andere Optionen später mit echtem Geld kaufen werden kann, aktuell gibt es zum Glück aber noch keine Token oder Mikrotransaktionen - wir wissen aber auch noch nicht, was später nicht vielleicht geändert wird.

All diese Überlegungen münden schlussendlich in der Krypta und ihren freischaltbaren Gegenständen. Die Krypta ist ein Erkundungsmodus in der dritten Person, in dem wir unzählige Truhen mit verschiedenen Extras vorfinden. Skins, Verbrauchsgegenstände, Münzen, Fatalities, Kunstwerke - all das und mehr können wir in der Gruft (auch hinter einigen gefährlichen Puzzles) freischalten. Zum Öffnen der Truhen benötigen wir verschiedene Währungssysteme, darunter Münzen, Seelen und Herzen. Alle Modi geben uns diese Gegenstände, aber im Vergleich zu den Towers of Time eben nur sehr wenige. Der gesamte Prozess könnte Spaß machen und interessant sein - sogar noch mehr als in Injustice 2 -, aber die Struktur ist leider super mühsam. Es ist unsere größte Enttäuschung in Mortal Kombat 11, denn das verhindert, dass das Spiel sein volles Potenzial entfalten kann.

Zur besseren Veranschaulichung des unnötig komplizierten Progressionssystems müssen wir die Edelsteine erwähnen. Die Kristalle sind charakterspezifisch (manche Spielfiguren können bestimmte Typen nicht benutzen), was an sich schon eine ärgerliche Einschränkung ist, die jedoch noch viel schlimmer wird, weil jeder Edelstein eine eigene Form mitbringt (rund, dreieckig usw.). Jede Edelsteinform wird an einen Ausrüstungsgegenstand gebunden und levelt einzeln hoch. Wer jetzt zum Beispiel eine Maske für einen anderen Charakter nutzen möchte, der muss einen geeigneten Edelstein finden und diesen von vorne aufleveln. Es gibt einige XP-Boosts, die man für die Ausrüstung nutzen könnte, aber wir vermuten, dass man im Endeffekt Geld ausgeben soll.

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