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Monster Hunter World: Iceborne

Monster Hunter World: Iceborne

Capcom hat viele neue Inhalte im Schlepptau, mit denen sie erfahrene Jäger in ihre perfide Loot-Spirale locken wollen. Ob wir ihnen in die Falle gegangen sind?

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In Iceborne wird es kalt, doch die Monster aus dem Master Rank werden euch ganz sicher ordentlich einheizen.

Monster Hunter: World hatte ich damals auf dem PC gespielt, doch der frostige Iceborne-Inhalt landet zuerst auf der Konsole (und jagt voraussichtlich im Januar unsere Computer). Das Add-On wird mit Jägerrang 16 freigeschaltet, den erhält man automatisch, nachdem der Endboss - Xeno'jiiva - zum ersten Mal erschlagen wurde. Um mich ins neue Gebiet zu stürzen, musste ich vorher auf der PS4 also noch einmal das gesamte Spiel abschließen - das sind locker 30 Stunden, selbst wenn man gut durchkommt. Doch weil Capcoms Großprojekt eben verdammt gut ist, sprang meine Jägerin erneut in die bittersüß duftende Venusfliegenfalle, die Monster Hunter: World in Wahrheit ist.

Im Game hat sich seit dem Launch verdammt viel getan. Uns überraschen frische Missionen und Monster aus Final Fantasy und The Witcher 3: Wild Hunt und überall gibt es Jäger, die hunderte Stunden Spielzeit in die Vervollständigung ihrer Kollektion gesteckt haben müssen. Wer diese Phase des Actionspiels erreicht hat, der wird einen leichten Übergang in den Meisterrang genießen, denn die kampfgehärteten High-Rank-Monster dürften wohl ungefähr diesem Spielniveau entsprechen. Doch wer wie ich mit einem lumpigen Möchtegernjäger daherkommt, wird auf kurz oder lang ein bisschen farmen müssen, glücklicherweise macht das in einem neuen Gebiet ja umso mehr Spaß.

Hoarfrost Reach, zu Deutsch Raureifweite, ist eines von zwei neuen Gebieten, die mit dem Add-On ins Basisspiel gelangen. Die frostige Gegend war bereits prominent in der Vorschauphase zu sehen und sie besteht aus 16 zusammenhängenden Arealen, die wir nach und nach freischalten. Die Karte enthält zwar verschiedene Lebensräume, thematisch bleibt es aber kalt, was das Hauptspiel ja immerhin ganz gut ergänzt. Mit voranschreitendem Master-Rank schalten wir neue Missionen frei, für etwas Abwechslung werden wir dabei auch immer mal wieder in die bekannten Areale der Neuen Welt geschickt. Dort terrorisieren stärkere Subgattungen der bekannten Exemplare plötzlich die hiesige Fauna und nach kurzer Hatz meist auch uns.

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Kleider machen Leute: Über 20 neue Monster sind in Iceborne enthalten.

Die Story von Monster Hunter World: Iceborne dürfte vielen Spielern egal sein, mir gefällt diese glorreiche Mystifizierung des Biologieunterrichts aber ganz gut: Viele aufgebrachte Legiana verlassen aus einem unbekannten Grund das Korallenhochland in der Neuen Welt und fliegen zu einer Insel, die ganz plötzlich am Horizont aufgetaucht ist. Die eisige Landmasse wird zum zentralen Schauplatz des Add-Ons, da wir dort eine neue Siedlung aufschlagen, Transportrouten sichern und Untersuchungen anstellen. Während sich der Plot entfaltet und wir nach und nach verstehen, was hinter der abweichenden Verhaltensnorm einiger Monster stecken könnte, rücken vor allem die Nebendarsteller auf der großen Bühne zusammen.

Unsere Wildtierexpertin hält zum Beispiel ganze Monologe darüber, wie faszinierend es ist, aufmerksame Erkundungen anzustellen. Außerdem erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit, als die meisten Spieler wahrscheinlich je wissen wollten. Die Nebenfiguren werden durch diese Fokussierung tatsächlich etwas nahbarer und das ist sicherlich eine gute Sache. Doch in einem Spiel, in dem unserem Palico-Katzenbegleiter während der Zwischensequenzen mehr Screentime eingeräumt wird, als dem eigentlichen Star der Show, dürfte diese merkwürdige Inszenierung eigentlich gar nicht so sehr ins Gewicht fallen.

Seliana ist jedenfalls unsere neue Operationsbasis, die Astera zu großen Teilen ersetzt und ebenso geschäftig wirkt. Wir finden dort alle wichtigen Gebäude und Personen, erfreulicherweise auch deutlich gebündelter und binnen kürzester Zeit zu Fuß erreichbar. In der Stadt gibt es sogar einige Überraschungen, wie die Steamworks: Dort speisen wir Erze ein und absolvieren ein repetitives Minispiel, um ein paar Items abzugreifen - eine weitere Methode, um regelmäßig an zusätzliche Gegenstände zu gelangen; eine die man aber auch getrost ignorieren kann...

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Wenn die Tech-Trees aus über 50 verschiedenen Monstern bestehen, verliert man sich schnell in zahllosen Waffen und Rüstungen.
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Trailraider, Argosy, Küche und die Schmiede: In Seliana ist alles an einem Ort.

Mit dem Meisterrang gelangt ein dritter Schwierigkeitsgrad ins Spiel und dementsprechend gibt es neue Ausrüstungssets, Waffen und Edelsteine. Anfangs war ich ziemlich enttäuscht darüber, dass die aus dem Low- und High-Rank-Bereich bekannten Monster nur optisch schlicht angepasste Rüstungssets ergaben. Monster Hunter lebt schließlich von seinem famosen Fortschrittssystem - wenn wir uns aus den Kreaturen keinen satten Knüppel oder einen schicken Brustschutz mehr schmieden wollen, dann leiden Motivation und Spielspaß ganz entscheidend darunter. Glücklicherweise hat sich das schnell gelegt, denn Iceborne bringt ansehnliche Sets mit, die ihr sicher farmen wollt.

Kommen wir endlich zu den Monstern, die sind ja schließlich das wichtigste Element der Monster-Hunter-Serie. Im Meisterrang haben alle Kreaturen neue Bewegungsmuster erhalten, das sind sind ein oder zwei saftige Attacken. Ein wenig spannender sind die neuen Subgattungen, die letztlich aber auch "nur" angepasste Versionen bereits bekannter Inhalte darstellen. Der Korallen-Pukei-Pukei ist da mit Abstand das beste Beispiel für: Der Papagei saugt Wasser aus den natürlichen Reservaten des Korallenhochlands auf und speit es über seinen Schwanz oder seinen Mund mit Hochdruck wieder aus (er benutzt sogar seine Zunge, um den Strahl zu lenken). Das Teil zu bekämpfen macht unglaublich viel Spaß, andere Subgattungen sind da deutlich simpler gestrickt.

Sobald die neuen Monster eingeführt werden, zieht das Game eh ordentlich an - sowohl im Schwierigkeitsgrad, als auch in puncto Spielspaß. Am Barioth kann man sich wirklich die Zähne ausbeißen, der Tigrex überfährt einen regelrecht und einen Kampf gegen den Glavenus muss man einfach selbst erlebt haben - es ist der Wahnsinn, was Capcom mit diesem Schwertdino anstellt. Sich aus diesen schwierigen Widersachern etwas Ordentliches schneidern zu lassen, fühlt sich super an. Schwupp ist sie wieder da, die gefährliche Loot-Spirale. Und wir mittendrin...

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Sich aus diesen schwierigen Widersachern etwas Ordentliches schneidern zu lassen, fühlt sich super an.

Die bestehenden Probleme geht Capcom aber nicht an. Hitboxen sind noch immer ein großes Ärgernis, das in Kämpfen, die gerne mal eine halbe Stunde andauern, eben deutlicher auffallen - vor allem wenn es mehrere große Viecher auf uns abgesehen haben. Und eine gefährliche Kreatur zehn Mal besiegen zu müssen, weil wir den richtigen Knochen nicht aus ihr rausziehen, fühlt sich auch mit coolem Hut nicht besser an. Ach und die Ladezeiten erst, warum müssen wir teilweise mehrere Minuten lang auf das Laden der Umgebungen warten? Darüber hinaus legt das Spiel selbst die PS4 Pro regelrecht lahm: Die hintergründige Menüarchitektur der Konsole kann bei Betrieb von Monster Hunter: World kaum noch genutzt werden.

Das ist alles ärgerlich, aber nichts, über das man nicht hinwegsehen kann. Monster Hunter: World ist ein super Spiel und Iceborne erweitert es in der Tat massiv mit neuen Inhalten. Wir haben zum Beispiel noch gar nicht über das Late-Game gesprochen, aber neben Roarfrost Reach gibt es ein weiteres Gebiet - The Guided Lands -, das sehr gute Spieler für ihre Ausdauer, ihr Talent und ihre Mühe belohnt. Dort warten viele coole Überraschungen auf euch, vor allem wenn ihr effektiv farmen wollt.

Im Hauptspiel standen über 30 Monster zur Verfügung (plus die, die nachträglich hinzugefügt wurden), in Iceborne habe ich bereits mehr als 20 neue Arten erledigt. Es gibt modifizierte Versionen der bekannten und völlig neue Drachenältesten, die beeindruckende Fähigkeiten auf Lager haben. Dazu gesellen sich coole Monster, die wir zuletzt auf der Wii U oder auf dem 3DS gesehen haben und die jetzt völlig neu animiert wurden. Freut euch zudem auf mobilere Bewegungsoption, wie die Klammerklaue, mit der ihr euch zu Gegnern heranziehen könnt, und erweiterte Angriffsfähigkeiten für alle 14 Waffengattungen... Ganz ehrlich, Iceborne bietet so viel Umfang, dass es uns beinahe kalt den Rücken runterläuft.

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Bevor ihr all das erleben könnt, müsst ihr aber erst einmal das Hauptspiel abgeschlossen haben.
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
Meisterrang wird eingeführt, zwei neue Gebiete, über 20 weitere Monster, etliche kleinteilige Anpassungen und Detailverbesserungen.
-
DLC wird erst nach Abschluss des Hauptspiels frei, bestehende Probleme werden nicht angegangen (Ladezeiten, PS4-Performance).
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KRITIK. Von Stefan Briesenick

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