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Metro Exodus

Metro Exodus

Mit Metro Exodus liefert uns 4A Games den Beweis dafür, dass geschichtsbasierte Shooter auch heute noch ihre Daseinsberechtigung haben.

Meine vergangenen Erfahrungen mit dem Metro-Franchise waren eher schwierig. Das Setting sprach mich schon immer an, doch die dauerhaft trübseligen Umgebungen zusammen mit Momenten, in denen ich vor lauter Furcht nicht weiterspielen konnte, machten mir einen Strich durch die Rechnung. Mit Metro Exodus schrauben 4A Games gewaltig an der Formel des Franchise. Die Entwickler schicken uns von den dunklen Gassen der Metro in die wunderschöne (wenn auch radioaktiv verseuchte) Welt über der Erdoberfläche. Gemeinsam mit Artyom erforschen wir, was sich in den vergangenen Jahren so alles getan hat.

Mit den Worten "Wunderschöne Zerstörung" beschreiben die Entwickler Metro Exodus in einem ihrer Entwicklertagebücher. Eine passende Formulierung, denn innerhalb der ersten Spielstunden verabschieden wir uns von der Metro und schwingen uns auf unseren Zug, die Aurora, die von nun an als unsere Heimat dienen soll. Innerhalb eines Jahres reisen wir durch die postapokalyptische Welt und sehen zum ersten Mal so richtig das Ausmaß der Zerstörung. Durch die Strukturierung in die vier Jahreszeiten sieht das Ende der Welt erstaunlich schön und abwechslungsreich aus. Auf uns warten grüne Gebirge, weite Wüsten und natürlich ein Haufen Mutanten.

Spielerisch hat sich nicht viel verändert: Die Munition ist noch immer knapp, oftmals sind wir auf unsere Gasmaske und das stetige Wechseln des Filters angewiesen. Mit der neuen Benutzeroberfläche perfektionieren die Entwickler das Konzept der Vorgänger und stellen andere Spiele in den Schatten. Unser Rucksack, eine analoge Karte sowie unsere Armbanduhr sind alles, was wir benötigen, um mit dem Spiel zu interagieren. Das Crafting von Munition und Ressourcen geht flink, selbst das Reinigen und Modifizieren unserer Waffen hat sich mit wenigen Klicks erledigt. Nach so vielen schlecht designten, unübersichtlichen Oberflächen in den vergangenen Jahren lässt uns Exodus aufatmen und minimiert die Interaktionen mit der Oberfläche auf ein Minimum, um uns nicht von dem eigentlich wichtigen abzulenken: dem Spiel.

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Die Größe der jeweiligen Hub-Welten ist verpackt mit interessanten Momenten.

Das erste Mal in der Geschichte des Franchise bekommen wir also eine Zivilisation außerhalb der Metro zu Gesicht. Neben einigen freundlichen Gesichtern ist sich diese jedoch ebenso feindlich wie gehabt. Ohne viel von der Geschichte vorwegzunehmen, legen die Entwickler einen starken Fokus auf neue Formen der Religionen, die sich nach der radioaktiven Verseuchung gebildet haben. Die Menschen versuchen verzweifelt, an jedem Stück Struktur festzuhalten und laufen somit direkt in die Arme großer Tyrannen.

Die Ziele, die wir während unserer Fahrt mit der Aurora verfolgen, ändern sich stetig und auch unsere Begleiter vertreten verschiedene Ziele. Unsere Frau, Anna möchte vor allem einen Ort frei von radioaktiven Strahlungen finden, an dem wir eine neue Kolonie gründen können. Ihr Vater Miller verfolgt eher militärische Ziele und möchte herausfinden, was oberhalb der Erdoberfläche momentan vor sich geht.

Die Aurora dient als eine Art Basis während wir von einer Region zur nächsten fahren. Die Funktion des Zugs erinnert dabei ein wenig an die Normandy in Mass Effect. Innerhalb des Spielverlaufs wird unser Zug ausgebaut, Charaktere kriegen ihre eigenen Rückzugsorte und verändern, je nach momentanen Stand der Geschichte, ihre Positionen und Tätigkeiten. Eine Hochzeit, lockeres Gitarrespielen oder einfach nur ein Trinkgelage mit Freunden lockern die angespannten Spielsequenzen auf. Die sorgen für ein gewisses Gleichgewicht zwischen Geschichte und Gameplay. Das Design der Charaktere könnte definitiv stärker sein. An einigen Stellen verfallen unsere Freunde in Klischees. Und auch unsere Frau Anna spielt manchmal eher den Babysitter, als dass sie die Rolle einer toughen Soldatin vertritt.

Bei all den Entwicklungen, die das Franchise mit Metro Exodus durchlebt, ist es vor allem eine Sache, die mich doch stört: Artyom und seine Versessenheit darauf, nie ein einziges Wort zu sagen. Für einige Spieler mag dies vielleicht die Immersion der eigenen Spielerpersönlichkeit fördern. Mir kam es oft so vor, dass ich innerhalb von Gesprächen mit Fragen konfrontiert wurde, nur damit sich mein Gesprächspartner seine Frage nach einem kurzen Schweigemoment selbst beantwortet. Besonders seltsam ist die Entscheidung, da uns Artyom auch in Metro Exodus während des Ladebildschirms seine Tagebucheinträge vorliest. Wieso also so sehr an dem alten System festhalten, wenn sich das Spiel anderweitig für viele Erneuerungen öffnet?

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Das Design der Charaktere könnte definitiv stärker sein. An einigen Stellen verfallen unsere Freunde in Klischees.

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Es ist beachtlich, wie viel sich die Entwickler aus anderen Spielen abgeguckt haben, und das keinesfalls im negativen Sinne. Eine bestimmte Sequenz wirkte fast wie ein Ausschnitt aus Bioshock, das Design eines Gegners erinnerte mich an Half-Life, während die Spielzeit in der Wüste eine gewisse Mad Max-Atmosphäre ausstrahlte. Die Stärke von Metro Exodus liegt in den vielfältigen Momenten, die wir während des Spiels erleben.

Ein kurzes Schwächeln beim Design der Charaktere wird schnell überdeckt von der beeindruckenden Welt, die 4A Games kreiert hat. Die Verwendung der Jahreszeiten als Basis für den Spielverlauf ist originell und eröffnet uns eine Welt, die wir zuvor in den Untergründen der Metro noch nicht zu sehen bekommen haben. Die Größe der jeweiligen Hub-Welten ist verpackt mit interessanten Momenten, zu keinem Zeitpunkt während des Durchspielens stieß ich auf zwei vergleichbare Momente, so dass ich nie in eine gelangweilte Routine verfiel.

In den vergangenen Jahren sind First-Person-Shooter mit einer starken Geschichte sehr selten geworden. Titanfall revolutionierte zuletzt das Genre, lange Zeit zuvor war es Half-Life. Mit Metro Exodus liefert uns 4A Games den Beweis dafür, dass geschichtsbasierte Shooter auch heute noch ihre Daseinsberechtigung haben. In der Tat sollte es viel mehr Spiele geben, die diese beiden Elemente kombinieren. Vielfältige Umgebungen, die Aurora als cooles Zuhause und starke Shooter-Mechaniken machen Metro Exodus zu einem Erlebnis dass sich jeder anschauen sollte.

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Die Munition ist noch immer knapp, oftmals sind wir auf unsere Gasmaske und das stetige Wechseln des Filters angewiesen.
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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hervorragendes Sounddesign, vielfältige Szenarien und Umgebungen, Aurora als Basis, praktische Benutzeroberfläche fördert Atmosphäre des Spiels
-
einige visuelle Fehler, Artyom als stummer Charakter oft irritierend
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