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Lords of the Fallen

Lords of the Fallen

CI Games und Deck 13 wollen uns mit Lords of the Fallen eine etwas andere Spielerfahrung bieten. Wir haben einen ersten Blick riskiert und verraten, ob das Spiel hält, was die Entwickler versprechen.

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Lords of the Fallen ist ein bisschen so etwas wie ein Platzhalter. Es ist ein Spiel, dass man auf der diesjährigen E3 wohl nicht einmal in der Nähe der meisterwarteten Spiele auf dem Schirm hatte und doch hat es vielleicht gerade deshalb das Potenzial dazu, uns ordentlich zu überraschen.

Die einen oder anderen von euch kennen CI Games - oder auch City Interactive, wie sich die Entwickler bis vor kurzem nannten - von ihrer erfolgreichen Sniper: Ghost Warrior-Reihe. Die verkaufte sich trotz weniger wirklich positiver Kritiken gut. Offenbar gelang es den Entwicklern durch einen klaren Fokus, eine Alternative zu den großen Egoshootern zu sein und das Interesse vieler Spieler zu wecken.

In gewissem Sinne ist Lords of the Fallen nun genau das, was wir von CI Games erwarten würden und gleichzeitig trotzdem vollkommen überraschend. Es ist ein Action-Rollenspiel, das sich spielt und so aussieht wie ein Action-Adventure. Doch wo andere Entwickler immer größer und ausschweifender werden, versucht sich CI Games bei den Rollenspielelementen an einer stark limitierten Ausgabe davon.

Lords of the Fallen
Ein Projekt von CI Games, Deck 13 und als Produzent fungiert der ehemalige The Witcher-Macher Tomasz Gop.

Tomasz Gop, der ausführende Produzent für das ungewöhnliche Projekt, war ebenfalls überrascht, als das Team mit der Idee eines Rollenspiels an ihn herantrat. Er hatte CD Projekt Red gerade erst verlassen. Dort hatte er übrigens als Produzent an The Witcher und als Produzent an The Witcher 2: Assassins of Kings gearbeitet. Die nötige Erfahrung also mit.

Einige der Besucher auf der E3 verglichen Lords of the Fallen nach der Präsentation mit Dark Souls. Doch selbst wenn es eine gewisse Gewichtung in Richtung Kampfgeschehen gibt, so entfaltet es sich doch nicht annähernd so brutal bestrafend und ist so verhüllt in mysteriöser Dunkelheit. Das Spiel bietet eine viel geradlinigere Spielerfahrung, die sich in ihrem Kern besser mit Spielen wie God of War vergleichen lässt.

Die Kämpfe sind taktisch und beschränken sich auf Duelle. Wegen einiger technischer Probleme müssen wir fast zwei komplette Demo-Durchläufe absolvieren: Einen langsamen mit der Kleriker-Klasse und einen schnelleren mit dem Rogue. Es gibt natürlich auch eine Warrior-Klasse, aber im Grunde unterscheiden sich die verschiedenen Kämpfer lediglich durch ihre Waffenauswahl. Für jeden Typ gibt es außerdem einen eigenen Fähigkeitenbaum, der uns im Laufe des Spiels mit neuen Fertigkeit versorgt. Wie man bereits vom Namen her erahnen kann, fährt der Rogue (dt. Gauner) Schleich-Fähigkeiten auf und richtet richtig viel Schaden an, wenn er den Gegner in einem unbeobachteten Moment erwischt. Die besondere Kraft des Klerikers, ist sich zu klonen. Der Rogue kann sich unsichtbar machen.

Lords of the Fallen
Das Spiel mit seinen drei Klassen ist fokussiert: Kämpfe sind taktisch und beschränken sich eher auf Duelle.

Ein weiteres wichtiges Element sind die Bossgegner. Die Lords aus dem Titel des Spiels sind genau jene, denen wir uns stellen müssen. Geschichte und Spielwelt besitzen einen recht originellen Fantasy-Hintergrund, wonach die Menschen einst eine Gottheit besiegten und sie gefangen nahmen. Erste Artworks zeigten, wie sich eine Hand an der Stelle aus dem Boden streckt, an welcher die Gottheit unter dem Stein begraben wurde.

Weil das nun aber schon eine ganze Weile her ist, wurde die Geschichte mehr zu einem Mythos und die Menschen verloren die Angst vor der eingeschlossenen Kreatur - bis natürlich plötzlich seltsame Ereignisse für Unruhe sorgten. Nun ist es an uns, es mit den Lords, bei denen es sich um dämonische Generäle handelt, und ein paar anderen größeren Kreaturen aufzunehmen.

In unserem ersten Bosskampf geht es gegen einen typischen, großen Ritter, der mit ein paar tödlichen Angriffen im Gepäck kräftig austeilen kann. Wenn er Schaden nimmt, blättern langsam Rüstung und Schild von ihm ab. Außerdem verändert sich sein Angriffsmuster. Das Wissen um genau dieses ist essenziell, um in Lords of the Fallen zu überleben.

Lords of the Fallen
In den Bosskämpfen gilt es, die sich verändernden Schwächen des Gegners herauszufinden und zu nutzen.

Bedenken wir die Unerfahrenheit von CI Games in diesem Genre, ist die Entscheidung, Deck 13 mit ins Boot zu holen, eine ziemlich kluge. Der deutsche Traditionsentwickler ist für Spiele wie Venetica, Jack Keane und Ankh bekannt. Zum Einsatz kommt im Spiel beider Teams übrigens auch eine neue Engine namens Fledge. Entwickelt wird Lords of the Fallen für den PC und die neue Konsolengeneration.

Bei mittelgroßen Entwicklern zeichnet sich leider oft die Tendenz ab, sich mit Spielen dieser Art heillos zu überladen. CI Games und Deck 13 scheinen sich bei ihrem Action-Rollenspiel aber klar auf taktische Kämpfe fokussiert zu haben, sicher verpackt in einer linearen Level-für-Level-Erfahrung. Es wird spannend, ob sich das Gespann mit Lords of the Fallen in den einzelnen Bereichen ihres gewählten Genres hervorheben kann, um wenigstens in der Nische zu glänzen. Zumindest was die Grafik betrifft, hat sich der gesetzte Fokus ausgezahlt.

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