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Layers of Fear 2

Layers of Fear 2

Bloober Team hat die Leinwand hinter sich gelassen und ist auf der Suche nach neuen Schrecken in See gestochen.

  • Kieran HarrisKieran Harris

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Das Spiel wird uns einige Streiche spielen, doch die Jumpscares sind größtenteils der Schere zum Opfer gefallen.

Wir fanden Layers of Fear ein wenig ironisch, als wir es 2016 spielten. Im Spiel folgten wir einem Künstler, der sich nach Perfektion sehnt, allerdings verhinderten die geringe Interaktivität und die übermäßige Abhängigkeit von Jumpscares neben anderen Problemen, dass das Game diesen Status erreichen konnte. Das Potenzial war sicherlich vorhanden, aber diese und weitere Mängel ließen andere Zeitgenossen, wie Outlast und Amnesia: The Dark Descent auf einer höheren Stufe stehen. Drei Jahre später hat Bloober Team mit dieser Formel einen zweiten Versuch gewagt und eine Handvoll Optimierungen vorgenommen, die für gemischte Ergebnisse sorgen.

Layers of Fear 2 folgt einem kreativen Thema, indem es uns in die Rolle eines aufstrebenden Hollywood-Schauspielers versetzt. Die gesamte Geschichte spielt auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff im Stil der 1930er Jahre ab, der Royal Atlantic Line. Dieses Schiff ist Kulisse und Austragungsort des Films, den wir im Spiel drehen werden. Die Art des Storytellings ist seit dem ersten Teil gleich geblieben, wir müssen uns die Dinge also selbst zusammenreimen, indem wir Briefe lesen, Kinderzeichnungen ansehen und andere Hinweise in der Spielwelt entdecken. Dadurch entfaltet sich uns die wahre Bedeutung hinter den schrecklichen Bildern, die uns an jeder Ecke begrüßen.

Layers of Fear 2 schiebt die generische Spukhaus-Vorlage seines Vorgängers beiseite und spielt mitten im Ozean. Wir haben gesehen, dass diese Einstellung bereits in Cold Fear und Resident Evil: Revelations funktionierte, und hier wurde sie auch mit großer Wirkung umgesetzt. Das Knarren des Rumpfes, unser instabiler Stand, während das Schiff über die Wellen schwimmt, und das Dröhnen von Donner und Regen draußen tragen zu einer angespannten Atmosphäre bei. Die neue Umgebung hat auch dazu beigetragen, dass uns diesmal viel mehr Vielfalt in der Umwelt geboten wird. In einem Kapitel wandern wir über das Schiffsdeck und starren auf das Leuchten der untergehenden Sonne, die auf den Wellen reflektiert wird. Im nächsten Kapitel wurden wir von einer mysteriösen Gestalt durch ein schattiges Heckenlabyrinth gezogen.

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In Layers of Fear 2 gibt es Umwelthindernisse, wie leuchtende Scheinwerfer und Flammenwände, die zum Neustart führen.

Die Dinge sind diesmal viel interaktiver als im ersten Layers of Fear, aber zum größten Teil sollten sich Spieler des Originals trotzdem vertraut fühlen. Wir folgen einem linearen Pfad über das Schiff und bewegen uns dabei von einem Versatzstück zum Nächsten. Manchmal ragen Arme aus den Wänden, die Türen fallen uns ins Gesicht und die Schaufensterpuppen bewegen sich plötzlich, nachdem sie zunächst leblos erscheinen. Das Spiel wird uns einige Streiche spielen, während Kreidezeichen auf dem Boden entstehen oder sich Gegenstände von allein bewegen. Wir freuen uns, dass die Jumpscares großzügig der Schere zum Opfer gefallen sind und stattdessen komplexe Rätsel und Verfolgungsjagden Einzug in das Spiel erhielten. Das kann zwar auch zum Tod des Spielers führen, fühlt sich aber deutlich weniger billig an.

Walking-Simulator oder Narrative Exploration Game wäre diesmal kein passender Begriff für Bloober Teams neues Spiel, da wir die Geschichte nicht allein durch das Drücken des Analogsticks vorantreiben. Der Fortschritt wird durch eine Reihe von Rätseln angehalten und ein paar davon sind wirklich gut umgesetzt worden und bereichern sogar die Geschichte. In einem Kapitel mussten wir aus menschlichen Körperteilen einen Eintopf zubereiten und fürchteten uns davor, wie sich die Leichen wohl gegen die Schändung wehren könnten. Wir erinnern uns auch noch lebhaft daran, wie wir durch Archive aus altem Filmmaterial schlurfen mussten, um versteckte Türen und Objekte auf der Projektionsfläche vor uns erscheinen zu lassen.

Eine Beschwerde des Originals war das minimale Gefühl der Gefahr. Die angsterfüllte Atmosphäre war omnipräsent und stellenweise sogar stark ausgeprägt, aber es gab keine Möglichkeit, den Spieler zu töten und gar ein Opfer der Schrecken zu werden, die uns umgaben. In Layers of Fear 2 gibt es Umwelthindernisse, wie leuchtende Scheinwerfer und Flammenwände, die zum Tod führen können, sowie die bereits angesprochenen, häufig auftretenden Verfolgungsjagden. Wir befanden uns oft auf der Flucht vor einem unbekannten Alptraumwesen und werden durch die engen Korridore des Schiffes gehetzt. Diese Sequenzen haben unser Adrenalin ordentlich in die Luft gepumpt, aber sie erforderten auch eine ordentliche Menge an Neustarts. Ich erinnere mich noch gut an eine Sequenz, in der ich etliche Male getötet wurde, weil ich nicht wusste, dass ich die Schiffstür hinter mir schließen musste.

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Die gesamte Geschichte spielt auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff im Stil der 1930er Jahre ab.

Visuell haben die Dinge einen Sprung nach vorne gemacht, da der Titel trotz seines Indie-Status ein AAA-Feeling vermittelt. Hier sieht alles wunderbar detailliert und klar aus, was herausragenden Momenten, wie dem Überqueren eines von Regen durchtränkten Decks inmitten eines Sturms, oder dem Zusammenfügen von gesammelten Gegenständen unter einem rot gefärbten Leuchtturmstrahl eine besondere Ebene Realismus verleiht. Die Präsentation und das Sounddesign sind solide, doch mit der Sprachausgabe waren wir nicht sonderlich zufrieden. Tony Todd liefert zwar eine bewundernswerte Leistung als Erzähler, aber es waren die beiden zentralen Kinderdarsteller, die ihre Rollen nur mit großer Mühe verkaufen konnten und diesen Standard deshalb nicht erreichten. Wenn man bedenkt, wie prominent sie in der Geschichte sind (man hört sie eigentlich immer), lenkt das eben von der sonstigen Qualität ab, die in anderen Aspekten der Präsentation zu sehen sind.

Diese Fortsetzung ist im Vergleich zum Original größtenteils ein Fortschritt und auch für sich genommen ein solider psychologischer Horror. Die Royal Atlantic Line ist ein guter Gastgeber, wenn ihr euch nach abwechslungsreichen Momenten und überraschenden Schauplätzen sehnt, und wir waren insgesamt erfreut darüber, dass die Entwickler diesmal ein größeres Gefühl der Gefahr zeigten. Die Sprachausgabe ist aber stellenweise echt nicht gut und die Verfolgungsjagden erfordern ein ordentliches Maß an Trial and Error, bis wir sie endlich bewältigen konnten. Trotzdem ist Layers of Fear 2 für Horrorfans einen Blick wert, selbst wenn ihr vom Original etwas enttäuscht wurdet.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
tolle Atmosphäre mit starker Grafik, einige gute Schreckmomente, Rätsel funktionieren souverän.
-
ein Teil der Sprachausgabe, Trial-and-Error-Gameplay.
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