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Lara Croft und der Tempel des Osiris

Lara Croft und der Tempel des Osiris

Der Koop-Spaß im Tomb Raider-Universum erobert auch die nächste Generation. Für das neue Abenteuer geht es nach Ägypten und die potentielle Spielerzahl verdoppelt sich auf vier.

Es gibt Marken, die sind so stark, dass es ihnen gelingt verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Inhalten anzusprechen. Nintendo platziert Mario beispielsweise inzwischen in vielen Titeln und fast hätte es sogar einen Shooter gegeben, wenn man sich bei Splatoon nicht doch für eine eigene Franchise entschiedene hätte. Lara Croft aus Tomb Raider ist auch so eine Figur, die irgendwann ganz losgelöst von den Spielen funktionierte. Darüber war Crytal Dynamics, die 2003 die Serie von Core Design übernommen haben, allerdings nicht besonders glücklich. Die Figur war inzwischen eine Karikatur, denn der eigentliche Kern wurde verwässert.

In den kommenden Jahren versuchte der Entwickler nun zunächst zu retten, was zu retten ist und veröffentlichte schließlich Lara Croft and the Guardian of Light im Jahr 2010. Es war vor dem großen Neustart der Serie im letzten Jahr der erste Umbruch. Der Titel wählte einen ganz anderen, einen kooperativen Ansatz und wählte dafür eine isometrische Perspektive. Es war von Beginn an als eigene Serie angelegt und sollte den Teil von Tomb Raider bearbeiten, der im cineastischen Tomb Raider einfach keinen Platz hatte. Es war eine clevere Idee, die sehr gut umgesetzt auch bei den Fans gut ankam. Zudem fand Crystal Dynamics so einen Weg, um auch eine kleine, kompakte Tomb Raider Erfahrung zu ermöglichen.

Lara Croft und der Tempel des OsirisLara Croft und der Tempel des Osiris
Auch zu viert darf weiterhin gemeinsam gerätselt und gekämpft werden und es kommt immer noch auf das richtige Zusammenspiel an.

Im Frühjahr nun geht die neue Serie, die übrigens nicht Tomb Raider, sondern Lara Croft im Namen trägt, in die zweite Runde. Die grundsätzliche Spielidee mit der vereinfachten Präsentation bleibt die gleiche, nur wird aus dem Koop für zwei Spieler in Lara Croft und der Tempel des Osiris eine Erfahrung für bis zu vier. Besonders kreativ war das Team dabei allerdings nicht, denn so wie es zuvor Lara und den alten Krieger Totec gab, wurde diesmal Carter Bell als unfreiwilliger Partner der Archäologin entworfen. In einer Geschichte rund um den Gott Osiris versuchen zunächst beide unabhängig voneinander einen Tempel in Ägypten zu erkunden. Sie entfesseln dabei den Bruder von Osiris und bösen Gott Seth. Ebenfalls befreit wird die Göttin Isis und ihr Sohn Horus.

Lara und Carter setzen mehr oder weniger die gleichen Fähigkeiten wie im Vorgänger und zwar auf Pistolen, Fakel und eine Art Enterhaken, um Dinge umzuwerfen oder eine Seil zu spannen. Isis und Horus können einen mächtigen Strahl verschießen oder ein Schutzschild aufbauen, der übrigens auch als Plattform fungiert, um höhere Orte zu erreichen. Außerdem beherrschen sie die Macht, bestimmte Schalter auszulösen, um spezielle Plattformen erscheinen zu lassen. Neu sind außerdem Ringe und Amulette, die unsere Fähigkeiten und Kräfte verändern und verstärken und manche davon helfen auch die der ganzen Gruppe.

Lara Croft und der Tempel des Osiris setzt also weiterhin darauf, dass wir nur zusammen weiterkommen und auf die Hilfe des anderen angewiesen sind. Diese Art von kooperativen Spielmechaniken kam schon immer gut an und ist auch in diesem Spiel fabelhaft umgesetzt. Obwohl ich ein bisschen unsicher bin, wie zugänglich der Titel am Ende sein wird, denn die Vielzahl an unterschiedlichen Mechaniken machen daraus ein ganz schönes Durcheinander. Allerdings gilt das vor allem, wenn wir nicht nur unsere Fähigkeiten beherrschen müssen, sondern noch die des Gottes. Dann vor allem nämlich sind viele Tasten nötig. Möglicherweise ist dies aber auch nur eine Frage der Gewöhnung - ich wurde in der Demo schließlich ins kalte Wasser geworfen.

Lara Croft und der Tempel des Osiris
Die Grafik auf den neuen Konsolen ist natürlich beeindruckender, wie an diesem Bosskampf sichtbar wird.

Gespielt werden übrigens in allen möglichen Konstellationen, die Level passen sich dynamisch daran an. Es wechseln sich immer schön Action und Rätsel ab, wobei die Passagen mit Kämpfen oft in Wellen erfolgen und dann eine Menge Chaos auf dem Bildschirm herrscht. An einer Stelle flüchten wir vor einen riesigen Monster, dass die Plattformen wegreist. Bei der Flucht kann man sich natürlich auch im Weg stehen, dass macht das eigentlich sehr ernste Spiel dann wieder lustig - Koop-Spaß eben. Es gibt wirklich viel zu entdecken und kleine Geheimnisse, die sich nicht auf den ersten Blick erschließen. Gerade in der Hektik kann viel untergehen, aber auf der anderen Seite sehen acht Augen auch mehr als zwei. Auch große Bossgegner sind wieder in die Erfahrung integriert. Das bleibt wie schon beim Vorgänger, nur dass wir uns nun eben in einem ägyptischen Tempel befinden.

Worüber sich aber wirklich jeder im klaren sein sollte, ist die Tatsache, dass es sich hierbei eben um eine Arcade-Variante des großen Abenteuers handelt und entsprechend auch die Handlung deutlich flacher ausfällt und die Inszenierung nicht so sehr darauf bedacht ist, sonderlich hochwertig zu sein. Technisch bietet Crystal Dynamics für einen Download-Titel zwar Ansprechendes, aber inhaltlich musste ich das eine oder andere mal die Augenbraue heben, weil doch ein paar zu viele Klischees auf einmal abgeladen wurden. Aber wer das sucht, sollte sich ohnehin lieber an die Hauptserie halten. Daraus lässt sich eigentlich kein Vorwurf machen. Lara Croft und der Tempel des Osiris ist dahingehend offensichtlich wie ein B-Movie, der mit der richtigen Stimmung und viel Popcorn ordentlich Spaß machen kann.

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VORSCHAU. Von Martin Eiser

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