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King's Bounty II

King's Bounty II - Anspielbericht

Nach 30 Jahren setzt 1C Entertainment die Fantasy-Serie fort. Wir hatten Anfang des Monats die Gelegenheit, selbst Hand anzulegen.

King's Bounty IIKing's Bounty II

King's Bounty II ist ein Strategie-Rollenspiel mit rundenbasierten Kämpfen, das uns in das Fantasiekönigreich von Nostria schickt. Der Titel wird von 1C Entertainment entwickelt und steht kurz vor der Fertigstellung. Das Original erschien im Jahr 1990, doch King's Bounty II ist eher ein Nachfolger der beiden Spiele King's Bounty: The Legend und King's Bounty: Dark Side, die zwischen 2008 und 2014 erschienen.

Nostria ist ein magischer Ort voller alter Burgen, verschneiter Berggipfel und beschäftigter, kleiner Dörfer. Wir erkunden dieses Reich aus der Schulterperspektive und die macht deutlich, dass es sich hierbei nicht um das grafisch imposanteste Taktik-RPG auf dem Markt handelt. Die Spielwelt präsentiert sich durchaus solide und wird mit vielen Details unterstützt. Es gibt zwar keine schicken Wettereffekte oder komplexes Licht, aber jedes Gebäude ist einzigartig gestaltet worden und auch die Gegner sind originell. Leider sind die Gesichter in den Gesprächen ein wenig ausdruckslos, aber die Sprachausgabe und der Soundtrack gehen in Ordnung. Insgesamt hat King's Bounty II also eine reizvolle Welt zu bieten.

Wir können das Spiel als einer von drei Charakteren bestreiten: Der Krieger unterstützt eure Armee tatkräftig mit seiner überragenden Kraft, der Zauberer hat mächtige Zaubersprüche zur Verfügung und der Paladin ist eine Mischung aus beidem. Die Hintergrundgeschichten der drei Helden sind unterschiedlich, aber sie scheinen keinen großen Einfluss auf den Verlauf des Abenteuers zu haben. Die Geschichte beginnt für alle gleich: Wir werden aus dem Gefängnis entlassen, nachdem wir unschuldig des Mordes am König angeklagt waren. Der Prinz will, dass wir den mysteriösen Tathergang genauer untersuchen, um die wahren Schuldigen ausfindig zu machen.

Wir können uns in der Welt von Nostria frei bewegen, mit NPCs sprechen und in Kisten oder Fässern nach Beute suchen. Im Rollenspielteil des Abenteuers arbeitet ihr primär am Ausbau der Armee und dabei spielt Erkundung eine große Rolle. Um eure militärische Streitmacht zu verbessern, könnt ihr neue Einheiten, wie menschliche Lanzenträger, Heiler mit magischen Angriffen, Zwerge, mystische Kreaturen und untote Skelett-Bogenschützen, rekrutieren. In Geschäften lassen sich wiederum Rüstungen und Kleidungstücke erwerben, mit denen ihr die Werte eures eigenen Charakters steigert.

Das Spiel beginnt in einem verschneiten Gebiet und deshalb erinnerte mich der Start direkt ein wenig an Skyrim oder The Witcher 3: Wild Hunt. Die Umgebungen sind allerdings linearer und die verschiedenen Gebiete liegen relativ nahe beieinander. Davon war ich zuerst etwas enttäuscht, aber dann ist mir der hohe Detailreichtum aufgefallen. Das Startgebiet war noch sehr leer, doch das Hauptareal wirkt bereits sehr lebendig und es wird von vielen NPCs bewohnt. Diese Figuren versorgen uns mit Nebenquests, durch die wir unsere Armee immer weiter aufwerten können.

Der zweite Gameplay-Abschnitt sind die Kämpfe. In einer Arena arrangieren wir unsere Einheiten und kämpfen in rundenbasierten Schlachten gegen die Feinde. Mir hat hier besonders gut gefallen, dass diese Arenen den gleichen, hohen Detailgrad aufweisen, den auch die RPG-Abschnitte haben. Jeder Kampf hat sein eigenes Layout und Höhenunterschiede, sowie Hindernisse haben großen Einfluss auf den Ausgang der Schlacht. Unsere Spielfigur steht wie ein Fußballtrainer am Rand und nimmt mit mächtigen Zaubern Einfluss auf den Ausgang der Partie.

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Zwischen den Kämpfen können wir an unserem Skillbaum arbeiten, um passive Perks und aktive Fähigkeiten freizuschalten. Ich muss aber zugeben, dass ich diesem Aspekt des Spiels während meiner Spielzeit nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe (weshalb das Spiel auch relativ schnell ziemlich schwer wurde). Manche Gegner sind sehr stark, deshalb solltet ihr euch während der Kämpfe gut konzentrieren und riskante Entscheidungen stets genau abwägen.

Wer nicht aufpasst und in den Gefechten wertvolle Einheiten verliert, der muss anschließend wieder nach Beute suchen oder Nebenquests abschließen. Das wird umso ärgerlicher, weil sich unser Charakter ganz schön viel Zeit lässt, bis er auf sein Pferd steigt (das übrigens gerne mal irgendwo feststeckt). Ihr müsst zudem immer absteigen, um eine Kiste auszuräumen und die langsamen Animationen fangen schnell an zu nerven.

Natürlich sind die Quests ein großer Teil des Spaßes und in King's Bounty II fallen die Aufgaben unterschiedlich aus. Wir lösen beispielsweise Rätsel mit rotierenden Statuen, finden geheime Türen oder suchen nach preisverdächtigen Hühnern. Abhängig vom gewählten Charakter stehen uns unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten für Aufgaben und Kämpfe zur Verfügung. Gleich zu Beginn des Spiels können wir uns etwa entscheiden, ob wir ein paar Golems direkt angreifen wollen oder ob wir den Zauberer, der sie kontrolliert, überreden, den Weg freizugeben. Als Krieger mangelt es uns allerdings an magischem Geschick und wir sind deshalb dazu gezwungen, uns dem Kampf zu stellen.

Die Story soll dieses Gerüst zusammenhalten, aber mich haben eher die schönen Umgebungen in die richtige Stimmung versetzt. Die Dialoge sind ein wenig monoton und selbst wenn euch die Story interessiert, warten viele Bücher und Schriftrollen auf euch. Es gab einen Moment, da hat mich die Story dann aber doch packen können: Ich wurde von magiebegabten Meuchelmördern in einer großen Festung in einen Hinterhalt gelockt und plötzlich tauchte ein riesiger Drache auf, der meine Widersacher mit seinem Feueratem spektakulär zu Asche verwandelte.

Mir hat meine Zeit mit King's Bounty II durchaus Freude bereitet, aber es gab auch einige nervige Aspekte. Mir hat der Detailreichtum der Umgebungen gut gefallen, die Kämpfe sind eine Herausforderung und es gibt viele unterschiedliche Einheiten, sowie Upgrades. Die Auswahlmöglichkeiten bei der Story sind jedoch limitiert und ihr werdet eigentlich dazu gezwungen, Nebenquests zu absolvieren, weil eure Armee häufig noch zu schwach für die nächste Aufgabe ist. Aber wenn es euch nach einem Abenteuer mit solidem Gameplay dürstet, dann könnt ihr King's Bounty II ruhig trotzdem im Auge behalten.

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