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Just Cause 3

Just Cause 3

Hier geht es nicht um Realismus, im Gegenteil, Just Cause 3 bietet Primetime-Blockbuster-Unterhaltung der albernsten Art.

  • Mike Holmes

Die Welt von Just Cause 3 hat in etwa die Größe des Vorgängers, das sind 400 Quadratkilometer Sand, Meer, Berge und Städte und es wurden größere Höhenunterschiede versprochen, um den neuen Wingsuit und den Fallschirm besser ausnutzen zu können. Das Archipel von Medici ist brandneu, zumindest für uns als Spieler. Protagonist Rico indes ist hier aufgewachsen, musste aber vor vielen Jahren fliehen, als seine Familie getötet wurde. Die Anmerkung ist eigentlich überflüssig, aber er ist natürlich immer noch schwer angepisst.

Wir betreten Ricos alte Heimat in seiner typisch übertriebenen Art - stehend auf einem Flugzeug, während wir mit einem Raketenwerfer Luftabwehrpositionen ausschalten. Wie schon beim Vorspann (ein gitarrenlastiges Cover von Prodigys Firestarter, das wie auch das Spiel bekannt, aber trotzdem neu wirkt), brauchen die Avalanche Studios nicht lange, um zu zeigen, welche Art von Spiel wir hier vor uns haben: laut, explosiv und albern.

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Auf der Insel kann man sich leicht bewegen. Entweder man läuft und nimmt den Enterhaken, leiht sich einen fahrbaren Untersatz, schwimmt, klaut ein Speedboat oder nutzt eine Kombination aus Enterhaken, Fallschirm und Wingsuit und kann so quasi über Medici fliegen.

Rico hat immer noch seine Kontakte auf der Insel. Dimah und Mario helfen bei den ersten Missionen und sorgen für lustige Abwechslung. Kein subtiler Humor, aber man muss bei dieser Art von Präsentation schon kichern. Natürlich ist allerhand Blödsinn vorgrammiert, alles andere würde neben den Albernheiten, die der Rest des Spiel bietet, keinen Platz finden. Es gibt auch eine Story, gespickt mit persönlicher Rache, interessanten Figuren und einem offensichtlichen Bösewicht. Es ist nichts, worin man tief eintauchen würde, aber man will natürlich wissen, wie alles ausgeht. Just Cause 3 ist nun kein Spiel, das von einer Story oder seinen nuancierten Charakteren angetrieben wird. Nein nein, das ist ein Spiel über riesige Explosionen und verrückte Physik, in dem man Helikopter mit Seilen an Tankstellen klebt. Falls es das Ziel von Avalanche war, den explosivsten Sandkasten aller Zeiten zu kreieren, ist ihnen das vermutlich gelungen.

Der Enterhaken lässt einen die Städte und Landschaften einfach bereisen. Wenn man jetzt mit dem Enterhaken ein Gebäude erklimmt, reicht es, den Analogstick nach vorne zu drücken und Rico macht einen heldenhaften Satz über die Kante auf die darüberliegende Plattform. So ist es um einiges leichter, gute Positionen auf der Karte zu erreichen. Man kann aber mit dem Seil auch Dinge miteinander verbinden. Einfach LB bzw. L1 gedrückt halten und man feuert den Enterhaken ab, dann den Cursor über das nächste Objekt bewegen und beide sind verbunden. Das geht bis zu viermal - und dann ein weiterer Tastendruck, damit Rico die Spannung zwischen den Seilen erhöht. Tata, die Physikstunde kann beginnen. Ein Feature, mit dem die Spieler sicher sehr viel Spaß haben werden. Man kann sich mit dem Enterhaken in luftige Höhen schwingen. Wir sind auf die Statue des Diktators gestiegen und haben ihn mit C4 dekoriert, um ihn danach in Stücke zu sprengen. Hier geht es nicht um Realismus, im Gegenteil, das ist Primetime-Blockbuster-Unterhaltung der albernsten Art.

Rico schlendert mit seinen Doppelpistolen und automatischen Gewehren durch die gegnerischen Reihen und mäht die Gefolgsleute des Diktators mit Leichtigkeit nieder - Michael Bay trifft auf James Bond. Auf der Insel kann man sich leicht bewegen. Entweder man läuft und nimmt den Enterhaken, leiht sich einen fahrbaren Untersatz, schwimmt, klaut ein Speedboat oder nutzt eine Kombination aus Enterhaken, Fallschirm und Wingsuit und kann so quasi über Medici fliegen. Es braucht einige Zeit, bis das wirklich gelingt. Aber hat man den Bogen erst mal raus, können große Distanzen mit dieser Mischung aus Fallschirmsprung und dem Momentum aus dem vorsichtigen Einsatz des Enterhakens überwunden werden. Rico ist wirklich ein Super-Spion und seine Fähigkeit, den Sandkasten zu durchstreifen, macht ihn zu einem mächtigen Charakter.

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Die Insel ist riesig und von Anfang an komplett freigeschaltet mit der Idee, dorthin gehen zu können wohin man möchte.

Wie schon der Vorgänger ist Just Cause 3 ein hübsches Spiel. Die Städte sind voller Leben, man kann unter die Wellen tauchen und sich über Details auf dem Meeresboden freuen. Man kann über gewundenen Straßen durch die Berge fahren, aber wohin man auch reist, es sieht großartig aus. Das Beste ist allerdings das gigantische Ausmaß an Zerstörung und der Spaß, der damit verbunden ist. Einen Konvoi auszuschalten, der gerade eine Brücke passiert, und die all die Sprengstoffe und Granaten, um die unzähligen Tanks und roten Fässer zu zerstören, die Flammen und die aufsteigenden Rauchsäulen sind ein Genuss und explosive Kettenreaktionen und Kollateralschäden keine Seltenheit.

Die Insel ist riesig und von Anfang an komplett freigeschaltet mit der Idee, dorthin gehen zu können wohin man möchte. Das ist im Spielverlauf dann zwar doch nicht ganz richtig und klappt nicht so wirklich. Ich habe beispielsweise versucht, eine Basis ganz am Anfang einzunehmen und wurde dabei ständig mit Luftangriffen bombardiert und selbst tiefer in der Basis ging das immer so weiter. Rico muss vielleicht doch erst im Level aufsteigen, bevor er ausgedehnte Erkundungstouren unternimmt. Aber die Option, sich auf der Insel einigermaßen frei zu bewegen, ist sehr willkommen. Und ein Blick auf die Karte zeigt, dass wirklich sehr viele Regionen von der Tyrannei befreit werden müssen.

Als Serie hat sich Just Cause längst seine eigene Ecke im Sandkasten der vielen Open-World-Games gesichert. Das dritte Spiel baut auf den Vorgängern auf und gibt einem dabei noch mehr Werkzeuge mit dem Potential zu systematischer Zerstörung zum Herumspielen in die Hand. Nach den paar Stunden, die wir die Insel von Medici genießen durften, sind wir scharf auf einen weiteren Besuch. Es mag vielleicht alles ein wenig überdreht sein, aber die Leute dort wissen, wie man Spaß hat.

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