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Call of Duty: Modern Warfare

Infinity Ward erlaubt Töten von Zivilisten in Call of Duty: Modern Warfare, wenn es "nachvollziehbar" ist

Das Spiel erkennt, wenn ihr ein Psycho seid oder nur "euren Job macht".

Infinity Ward hat Kotaku auf der E3 noch einmal die beiden Kampagnen-Missionen gezeigt, über die wir bereits zur Enthüllung des Spiels im Mai berichtet haben. Weil die Kollegin Maddy Myers die Inhalte bereits kannte, hat sie sich dazu entscheiden, in einigen kritischen Punkten, die während der Präsentation aufgekommen sind, nachzufragen. Dabei hat sie verschiedene Antworten erhalten, die ein erschreckend einseitiges, beinahe kriegsverherrlichendes Bild der Entwickler aufzeigen.

In einer Szene unterhalten sich zwei Offiziere darüber, ein junges Mädchen (uns) zu ihrem Kommandanten zu schicken, der - das wurde ursprünglich impliziert - ein sexuelles Interesse an jungen Mädchen hat. Das Kind heißt Farah und sie wird in der Geschichte von Call of Duty: Modern Warfare eine wichtige Rolle einnehmen. Während diese Szene spielt, ist sie laut Kotaku allerdings erst ca. zehn Jahre alt. Um den Spieler mit ihr sympathisieren zu lassen, erschaffen die Entwickler eine gewisse Fallhöhe und schrecken dabei offenbar auch nicht vor Themen, wie Pädophilie zurück.

"Zur Realität des Krieges gehört, dass es Menschen gibt, die mit unangenehmen Ereignissen konfrontiert werden, und es gibt einen Teil - ich versuche wirklich, Spoiler zu umgehen -, wir möchten die Realität einiger Menschen im Antlitz des Krieges nicht [verharmlosen]", erklärte Design Director Jacob Minkoff.

Der Entwickler sicherte die Arbeit des Studios mit den Worten "wir haben viele Berater im Team" ab, wich davon nach einer Rückfrage Myers jedoch zurück und verwickelte sich in Widersprüche: Das Actionspiel spiele in "einer fiktionalisierten Welt", es sei ein "Unterhaltungsprodukt mit einer erdachten Geschichte". Gleichzeitig sei natürlich alles im Realismus verankert, beteuerte Minkoff. Anschließend sei ein Pressesprecher auf die Journalistin zugekommen und habe erklärt, dass dieser Dialog aus dem finalen Spiel gestrichen werde.

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Die zweite strittige Stelle demonstrierte die Stürmung eines terroristischen Unterschlupfs durch Elite-Soldaten. In diesem Level wird eine Frau versuchen ihr Baby vor den angreifenden Soldaten (uns) zu schützen und es ist wohl möglich, Frau und Kind während des Einsatzes zu erschießen. Call of Duty: Modern Warfare soll darauf eigenständig reagieren können, denn Minkoff bestätigte, dass die Tötung von Zivilisten vom Spiel registriert und eingeschätzt werde. Unschuldige zu töten kann demzufolge in einem Neustart münden oder andere Gespräche mit den Kameraden herbeiführen:

"Wir haben eine Menge [Mechaniken] hinter den Kulissen, um herauszufinden: Seid ihr ein verdammter Psychopath, der gerade freidreht? Fein. Aber wenn ihr wirklich versucht, eure Arbeit zu erledigen und sagt: 'Oh verdammt, ich habe einen Fehler gemacht und fühle mich sehr schlecht', das lassen wir euch spüren. Wir möchten, dass ihr euch wirklich damit auseinandersetzt."

"Wenn ihr eine Aktion ausführt, die über den Tellerrand schlägt, aber verständlich ist, wird sich der Dialog mit euren Verbündeten aufspalten", so Minkoff. "In einigen Fällen verzweigen sich ihre Aktionen und sie sprechen euch darauf an. Dann wird es animierte, synchronisierte Aufnahmen geben."

Was in diesen Aussagen deutlich wird ist, dass - selbst wenn die getroffenen Formulierungen "nur" unglücklich ausgefallen sind - Infinity Ward ein Kriegsspiel über die moralischen Grauzonen von Soldaten entwickelt, während sie selbst eine eindimensionale Sichtweise auf den Militarismus zu hegen scheinen. Klare Feindbilder scheinen den Spieler dabei helfen zu sollen in der augenscheinlichen Militärpropaganda des Studios aufzugehen. Und deshalb besteht eine Gefahr, dass wir am Ende nicht über die Gameplay-Qualitäten des Spiels sprechen, sondern über die Darstellung von sensiblen Themen.

Denn ganz ehrlich: Für wen es ein nerviges Ärgernis ist, in Ego-Shootern einen Abschnitt neu starten zu müssen, weil versehentlich ein Zivilist getroffen wurde, der muss sich nicht unbedingt mehr Authentizität in seiner Spielerfahrung wünschen. Das eigene Spiel damit gar zu bewerben, finden wir deshalb äußerst fragwürdig. Wie sieht eure Meinung zu diesem Thema aus? Übertretet ihr diese Linie, für die größere Immersion?

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Quelle und bitte selbst lesen: Kotaku. Weitere Einschätzungen gibt es im Hooked-FM-Podcast.

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