In Kolumbien jährt sich zum 40. Mal die Belagerung des Justizpalastes, eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Kolumbiens
Vier Jahrzehnte später suchen die Angehörigen der Opfer immer noch nach Wahrheit und Rechenschaftspflicht.
Kolumbien begeht den 40. Jahrestag der Belagerung des Justizpalastes, eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte. Bei dem Angriff der Guerillagruppe M-19 im Jahr 1985 starben mehr als 100 Menschen, darunter 11 Richter des Obersten Gerichtshofs, und 11 weitere werden noch vermisst.
Der Oberste Gerichtshof wird am Freitag eine Zeremonie abhalten, um den Opfern des zweitägigen Angriffs zu gedenken, bei dem die Armee das Gericht stürmte, um es von den Rebellen zurückzuerobern. Überlebende und Angehörige sagen, der Jahrestag sei eine Erinnerung an ihren anhaltenden Kampf für Gerechtigkeit.
Vier Jahrzehnte später sind die Wunden immer noch offen
Amelia Mantilla, deren Ehemann, Richter Emiro Sandoval, während der Belagerung getötet wurde, sagt, der Schmerz habe nie nachgelassen. "Was die Opfer fordern, ist die Wahrheit", sagte sie. "Sie müssen wissen, was wirklich passiert ist, und sicherstellen, dass die Verantwortlichen nicht ungestraft bleiben."
Die Veranstaltung bleibt politisch heikel. Präsident Gustavo Petro, ein ehemaliges M-19-Mitglied, behauptete kürzlich, dass die Richter nicht mit Guerillawaffen getötet worden seien, eine Aussage, die die Kontroverse unter den Familien der Opfer neu entfacht hat.
