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Geheimakte 3

Geheimakte 3

Die Geheimakte-Serie ist eine ziemlich erfolgreiche - auch kommerziell. Für das letzte Spiel Lost Horizon hat sich Entwickler Animation Arts eine Pause von Nina und Max spendiert. Aber jetzt geht es mit dem dritten Teil wieder rund. Wir haben es angespielt.

Geheimakte 3 setzt die Geschichte des Duos Nina und Max fort. Die beiden wollen heiraten und der große Tag steht quasi vor der Tür. Die starke Nina scheint ein bisschen Bammel zu haben und ist gar nicht so sicher und entscheidungsfreudig. Glücklicherweise kommt zunächst alles anders, denn gleich zu Beginn der Handlung wird Max entführt. Nina kann natürlich nicht die Beine still halten und will ihren Zukünftigen retten. Ihre Spur beginnt dort, wo Max zuletzt tätig war: Ausgrabungen in der Türkei.

Auch technisch will man anknüpfen und setzt auf eine leicht weiterentwickelte Engine, die aber nicht wesentlich hübschere Bilder liefert. Natürlich wirkt Geheimakte 3 grafisch daher für manchen etwas altbacken, aber Adventure-Freunde werden sich damit sicher anfreuden. Das Genre bringt selten wirklich Herausragendes hervor und zum Erzählen einer Geschichte reicht es. Viel mehr erfreuen dann zwischendurch kleine Schmankerl wie eine authentische Buchtextur. Und die Sprecherin für Nina und der Sprecher für Max leisten scheinbar auch hervorragende Arbeit. Zieht sich diese Qualität dann durch das Ganze Spiel, verdient sich Geheimakte 3 Pluspunkte.

Die Schwächen der Engine zeigen sich aber auch bei so manchem Rätsel. Um ein zerrissenes Dokument zusammenzupuzzlen, können wir das nicht einfach an den Kanten drehen, sondern müssen es auf ein Symbol am oberen Bildschirmrand schieben und dann dürfen wir es per Mausklick wenden. Es wirkt ein bisschen wie aus dem Baukasten. Geheimakte 3 fehlt offensichtlich einfach die Eleganz, mit der uns andere Adventure schon verzaubert haben. Allerdings sind die im ersten Kapitel des Spiels integrierten Rätsel abwechslungsreich und halbwegs logisch.

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Geheimakte 3Geheimakte 3
Eben noch die Traumhochzeit in Sinn und kurz darauf schon in einer Tempelanlage in der Türkei auf den Spuren vom entführten Max.

Mit einem persönlichen Aufreger aber startet das Spiel bereits. In der Rolle eines bezahlten Söldners müssen wir eine Mauer hinaufsteigen und den richtigen Weg finden. Allerdings geht es hierbei mehr um probieren, da nur ein Teil des Weges einsehbar ist. Die weiteren Aufgaben allerdings machen mehr Spaß. Das meiste ist ziemlich simpel und ergibt sich konkret aus dem Spielverlauf heraus, ohne nachdenken zu müssen. Zwei, drei Kopfnüsse aber enthielt auch das erste Kapitel - da musste schon ein wenig um die Ecke gedacht werden.

Die große Besonderheit wird aber die Geschichte. Bisher gab es an der Reihe die Kritik, dass diese zu flach und voller Klischees sei. An Bord ist deswegen ein von Neos Film betreutes Team aus erfahrenen Autoren, die bereits für verschiedene TV- sowie Filmproduktionen gearbeitet haben. Die Kooperation bei Handlung, Dramaturgie und Charakter-Entwicklung war natürlich anfangs keine leichte, da beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen hatten. Aber der Einstieg ins Spiel ist tatsächlich angenehm flüssig und interessant.

Geheimakte 3
Viele Rätsel sind simpel, aber logisch intergriert, manche sind kniffliger - dieses Schalterrätsel gehört zu den anspruchsvolleren.

An keinem Punkt verweilen wir zu lang und trotzdem gibt es überall Kleinigkeiten zu entdecken. Im ersten Kapitel etwa schauen wir mit Nina an die Pinnwand in der gemeinsamen Wohnung mit Max. Dort hängt die Bundesliga-Tabelle der Saison 2010/2011 vom vierten Spieltag. Das Bild hat sicherlich große Teile der Fußballwelt verzückt, denn der Underdog Mainz 05 steht an der Spitze und ganz am Ende schließt die Tabelle mit Schalke 04 - der vielleicht am meisten gehasste Verein der Liga.

Animation Arts will der Geschichte viel Raum geben, sich zu entfalten. Erst nachdem diese stand, hat man sich dem eigentlichen Spiel gewidmet und Rätsel darum herum gebaut. Es fehlt zwar bisher die ganz große Tiefe, aber für die Geschichte deutet sich eine ähnlich flott gestrickte Handlung an, wie sie beispielsweise Nauthy Dog für die Uncharted-Serie entworfen hat. Mehr Tempo, witzige und interessante Dialoge sowie gut erklärte Charaktere. Und natürlich Abwechslung bei Spielmechaniken und Schauplätzen.

Geheimakte 3 gelingt dies unkompliziert, da in Rückblenden und Träumen von Nina die große Weltverschwörung erklärt wird, der man schon seit Beginn der Serie auf der Spur ist. Es geht zu Beginn nach Alexandria zur Zeit von Kleopatra und versprochen wird uns mindestens noch das Florenz von Leonardo da Vinci. Und vielleicht erfahren wir am Ende, in was Max mit seinen Ausgrabungen da hinein geraten ist. Könnte es wirklich sein, dass sich bereits vor 9000 Jahren ein atomares Unglück ereignet hat? Wir werden es ab dem 31. August 2012 erfahren.

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