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Fuser

Fuser - Hinter dem Mischpult

Fuser bringt im November die Festivalsaison zurück.

Aufgrund des Coronavirus fiel die Festivalsaison 2020 leider aus und deshalb konnten sich viele Partymenschen in diesem Sommer nicht zur Musik tanzend im Schlamm wälzen und nachts betrunken die Zeltnachbarn belästigen. Diese und weitere schöne Erinnerungen werden in Zukunft hoffentlich wieder eine Rolle in unserem Leben spielen, doch bis dahin dürfen sich Festival-Besucher nach anderen spannenden Alternativen umsehen, um ihren musikalischen Hunger zu stillen. Harmonix' neuester Titel Fuser spielt in ebendieser Kulisse und lässt die Spieler selbst das Mischpult übernehmen. Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit, eine frühe Vorschauversion des kommenden Rhythmusspiels auszuprobieren, die alle Kernmodi und drei Level der zentralen Kampagne enthielt.

Im Gegensatz zu Rockband erzählt Fuser keine Geschichte, die von verdreckten Proberäumen bis hin zu Party-Eskapaden reicht. Wir spielen von Anfang an auf wichtigen Festival-Spots, was mich angenehm überraschte. Einige Story-Segmente der Kampagne sind sogar mit einer Sprachausgabe versehen, denn ein paar erfahrene Mentoren nehmen uns unter ihre Fittiche, um uns in verschiedenen Musikstilen und -techniken zu schulen. Alle drei Lehrmeister, denen ich in diesem Build begegnet bin, wurden mit ihren eigenen verrückten Persönlichkeiten zum Leben erweckt. Dadurch gelang es Fuser bereits in diesem frühen Stadium, die repetitive Ader der Aufführungen, die sich bei diesen Games normalerweise sehr schnell einstellt, zu unterbinden.

Der Einstieg in Fuser war eigentlich überraschend einfach und es dauerte nicht lange, bis ich Instrumental-Tracks zusammenmischte und mit den Ergebnissen schon recht zufrieden war. Aus der Klangbibliothek unserer Plattensammlung lassen sich bis zu vier Komponenten gleichzeitig überlagern. Dazu gehören Gesang, Perkussion (also das Schlaginstrument), Bass und ein Hauptinstrument. Ich habe mit einem Xbox-One-Controller gespielt und die verschiedenen Teile eines Songs wurden farblich sehr schön auf die X-, Y-, A- und B-Tasten abgestimmt. Wenn ihr neue Tracks einfügt, passen sich die Tonart und das Tempo automatisch eurem Mix an, sodass ihr ein wenig leichter experimentieren könnt.

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Was mir an Fuser besonders gut gefallen hat ist, dass man sich selbst frei entfalten kann. Im Gegensatz zu anderen Rhythmustiteln, bei denen wir bereits vorhandenes Material mitspielen, formen wir im neuen Spiel von Harmonix unseren eigenen Mix und haben deshalb die Möglichkeit, unsere individuelle Note hinzuzufügen. Die Möglichkeiten sind am Anfang noch überschaubar (wir beginnen damit, Tracks übereinanderzulegen und im laufenden Betrieb Loops zu erstellen), doch später lassen sich Instrumente programmieren und Effekte verändern. Dadurch wird sich unsere Musik vollkommen von dem unterscheiden, was ein Freund mit einem ähnlichen Musikgeschmack erschafft.

Ihr fragt euch vielleicht, wie das Spiel unsere Kreationen bewertet, wenn es doch so viel Raum für Entfaltung und persönlichen Ausdruck gibt. Die Antwort ist relativ simpel: Während eures Auftritts gibt es Kernziele und Anfragen vom Publikum, denen man nachkommen sollte. Unser Timing spielt eine große Rolle, da das Wechseln der Songs, das Ausfaden von Tracks und die Integration von Effekten in einem Downbeat nicht von allein geschieht. Das ist die eigentliche Rhythmuskomponente von Fuser und es ist zunächst ziemlich schwierig, sich daran zu gewöhnen, während man die Aufgaben im Blick behält und sich gleichzeitig ausprobiert.

Anfragen aus der Menge beginnen einfach, zum Beispiel mit dem Wunsch, einen Dance-Track zu spielen. Im Verlauf der Performance werden die Vorgaben spezifischer, beispielsweise sollte ich unter Zeitdruck einen Lowpass -Filter auf eine Gesangsspur anwenden. Eure Leistung bei solchen Aufgaben wirkt sich auf die Engagement-Anzeige des Publikums aus, eure Lebensleiste im Wesentlichen. Wenn die den Tiefpunkt erreicht, zieht man eurer Performance den Stecker.

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Wie bei jedem Rhythmusspiel ist auch bei Fuser die Liste enthaltener Songs sehr wichtig, doch mir haben die Stücke bisher sehr gut gefallen. Es werden mehrere Genres bespielt, darunter Rock, Pop, Dance, R&B und Rap. Zu den bemerkenswerten Künstlern des Soundtracks zählen Rage Against the Machine, Amy Winehouse, Deadmau5 und 50 Cent. Natürlich wird dieser Katalog mit DLCs erweitert, beispielsweise können sich Spieler schon jetzt auf den absoluten Knaller Mr Brightside freuen, wenn sie die VIP Edition vorbestellen.

Fuser bietet neben der Kampagne zwei weitere Spielmodi, einen Multiplayer- und einen Freestyle-Modus. Freestyle gewährt uns Zugriff auf alle Musikaufnahmen in der Track-Bibliothek und lässt uns damit Spaß haben. Es ist toll, mit all den Optionen experimentieren zu können, ohne Erwartungsdruck zu spüren oder auf das Publikum achten zu müssen. Es ist gleichzeitig der perfekte, sichere Ort, um sich daran zu gewöhnen, Tonspuren rechtzeitig zu wechseln, und dadurch eignet sich der Modus außerdem gut dafür, um die Tracks kennenzulernen. Ihr könnt eigens erstellte Mischungen auch abspeichern, teilen und via Social Media exportieren. Nachdem euer Mix geteilt wurde, werden euch andere Spieler folgen können, um über eure zukünftigen Uploads benachrichtigt zu werden (so funktioniert das auch in Dreams).

Im Mehrspielermodus können wir mit bis zu drei anderen Spielern gemeinsam jammen. In diesen Sessions stehen wir abwechselnd im Rampenlicht und übernehmen die Kontrolle über den Mix. Diejenigen, die aktuell zuschauen, können mit verschiedenen Emojis auf die Performance reagieren und spezifische Anfragen an den aktiven Spieler richten. Ihr könnt eure Freunde zu diesem Modus einladen oder an einer aktiven Online-Sitzung teilnehmen. Ich mag die Idee wirklich, da sie als interaktives Live-Konzert fungiert. Gleichzeitig ist es eine Schande, dass der Mehrspielermodus nicht auch lokal verfügbar ist.

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Eine Sache, die ich an Fuser außerdem sehr genossen habe, war, wie viel Flexibilität es den Spielern in Bezug auf die Anpassung gibt. Die Spieler können nicht nur ihren spielbaren Charakter anpassen, sondern auch das Aussehen des gesamten Bühnenaufbaus optimieren. Wir können beeinflussen, was auf den Monitoren angezeigt wird, die Bühneneffekte bis hin zu der Pyrotechnik wählen und sogar bestimmen, was die Menge in ihren Händen hält, wenn sie uns anfeuert. Was ich mir hingegen gewünscht hätte ist die Möglichkeit, das Wetter auf Regen umzustellen, nur um den Realismus eines britischen Festivals zu kanalisieren.

Fuser hat für mich das Potenzial, nicht nur ein einfacher Rhythmustitel zu sein. Es inspiriert die Spieler dazu, selbst kreativ zu werden, und es bietet ihnen eine Plattform, um ihre Mixes mit einer Community von gleichgesinnten Musikliebhabern zu teilen. Eine eigene Mischung zu erstellen ist auch für Anfänger leicht verständlich; das ist immer gut, um neue Spieler anzuziehen. Zudem gibt es eine Fülle an Anpassungsoptionen und der Soundtrack ist vielfältig, mit vielen namhaften Künstlern. Ich freue mich sehr darauf, einige neue Tracks zu mischen, wenn das Spiel am 10. November 2020 auf PC, PS4, Switch und Xbox One startet.

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