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For Honor

For Honor

Vikinger, Ritter und Samurai stoßen in Ubisofts neuestem Brawler For Honor aufeinander und stellen unseren Kampfgeist, Ausdauer und Blutlust auf die Probe.

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Wer sein Abenteuer in For Honor beginnt, schmiedet einen Pakt mit einer der drei rivalisierenden Fraktionen. Jede dieser Parteien enthält bis zu vier freischaltbare Helden, insgesamt stehen uns demnach zwölf einzigartige Charaktere zur Verfügung, mit denen wir das Kommando auf dem Schlachtfeld übernehmen. Jeder Charakter geht Dinge auf seine einzigartige Art und Weise an und profitiert von einem soliden Design. Einige Helden haben eine große Reichweite, fühlen sich jedoch langsam und schwerfällig an, andere sind schnell und flink, dafür steckt hinter ihren Schlägen meist keine Wucht.

Das Kampfgeschehen erfordert schnelles Denken und gute Reflexe, da wir uns ständig gegen ankommende Angriffe verteidigen und alle flüchtigen Löcher in der Verteidigung unseres Gegners nutzen müssen. Die Eingaben fühlen sich, zum größten Teil jedenfalls, herrlich glatt an, wodurch die Schlachten sehr flüssig ablaufen. Indem wir LB (auf Xbox One) halten und den Analog-Stick drücken, können wir in drei mögliche Richtungen blocken und durch Auslösen von RB und RT entfesseln wir leichte oder schwere Angriffe. Es ist zudem möglich gegnerische Bewegungen zu kontern und sich durch deren Verteidigung zu drängeln. Wer einen Gegner von einer hohen Mauer oder in einen tiefen Teich schubst, tötet diesen sofort und verschafft seinem Team Zeit. Hier gibt es viel zu meistern und mit derart abwechslungsreichen Bewegungssätzen ist es einfach, eine Angriffsstrategie zu finden, die auf den eigenen Spielstil zugeschnitten ist. Gegen Gruppen mit mehreren Feinden zu kämpfen und zwischen verschiedenen Zielen hin und her zu wechseln, fühlt sich jedoch klobig an und es ist fast unmöglich sich ordentlich zu verteidigen, während man aus verschiedenen Richtungen angegriffen wird.

Wer seine Gegner mit einem schweren Angriff besiegt, hat die Möglichkeit seine Widersacher mit einer Reihe von phantastisch brutalen inszenierten Hinrichtungen zu töten, indem er entweder die X- oder die Y-Taste drückt. Hinrichtungen stillen nicht nur unsere Lust nach Blut, sie erhöhen in Multiplayer-Matches zudem den Respawn-Timer unseres Opfers und gewähren uns einen kleinen Gesundheitsbonus in der Kampagne. Mit Gegenständen die wir vor dem Kampf ausrüsten, heilen wir unsere Verbündeten, erhöhen zeitweise die eigene Ausdauer-Regeneration oder durchbrechen die feindliche Verteidigung mit unseren Angriffen. Passive Fähigkeiten sind für das Spiel ebenso eingreifend, weil sie unsere Basis-Werte und die Lebenspunkte erhöhen.

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Bevor wir in den Mehrspielermodus eintauchen, steht uns ein umfangreiches Tutorial zur Verfügung, mit dessen Hilfe wir unsere Fähigkeiten an die beachtliche Lernkurve anpassen. Wer genug davon hat, pummelige Dummies zu verkloppen, wird zu einem Duell herausgefordert, das unsere neuen Fertigkeiten auf die Probe stellt. Wer das ebenfalls besteht, hat sich letztlich als würdig erwiesen für die Schlacht. Anschließend werden sowohl der Einzel- als auch der Mehrspielermodus verfügbar, aber wir empfehlen euch, zuerst den Einzelspieler zu versuchen. Dort bekommt man eine Chance, weitere Praxis in einer stressfreien Umgebung zu gewinnen. Alternativ können wir Bots innerhalb der Online-Modi ein- und ausschalten, falls jemand ein Gefühl für die verschiedenen Modi und wie sie gespielt werden, bekommen möchte.

Der Mehrspieler ist in fünf Hauptmodi unterteilt, dabei sind die beiden besten Varianten Herrschaft und Duell. Im Duell stehen wir im direkten Kampf gegen einen Feind, das ist die ultimative Prüfung unserer Fähigkeiten. Wir müssen schnell reagieren, die Bewegung unseres Gegners lesen und das Beste aus uns herausholen, um die fünf Runden für uns zu beanspruchen. Herrschaft - For Honors Flaggschiff-Modus - setzt den Schwerpunkt auf Team-Work und Kooperation. Mit unseren Verbündeten müssen wir Regionen der Karte dominieren und gegnerische Spieler abschlachten, um Punkte zu generieren. Das Team das 1.000 Punkte sammelt, verhindert das Wiederbeleben der gegnerischen Mannschaft. Dadurch verändert sich der Spielfluss zu einem Katz und Maus-Spiel und es beginnt eine Jagd auf die letzten Überlebenden. Dieser Modus ist besonders anspruchsvoll, da Basen schnell eingenommen werden; es entsteht ein konstantes Gefühl der Dringlichkeit. Zeitgleich müssen wir unserem Team vertrauen, denn alle Territorien müssen sicher bleiben.

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Über die Mehrspieler-Karte entfaltet sich der Fraktionskriegs und unsere Bemühungen auf dem Schlachtfeld werden Auswirkungen auf dessen Verlauf haben. Nach einem Sieg erhalten wir Kriegsvermögen, das auf der Karte platziert wird, um der Fraktion, der wir zu Beginn des Spiels Loyalität geschworen haben, bei der Verteidigung ihrer Territorien zu unterstützen. Am Ende der Spielsaison erhält jede Partei entsprechend ihrer aktuellen Stärke exklusive Items für Ihre Teilnahme. Eroberte Territorien werden mit einer Flagge markiert und in den entsprechenden Farben gehüllt. Durch die ständige Visualisierung der derzeit vorherrschenden Fraktion, wird eine sich wandelnde, dynamische Welt simuliert.

Die Heldenfiguren leveln wir individuell und schalten bei entsprechender Erfahrung Belohnungen frei, anstatt eine übergeordnete Spieler-Ebene zu verbessern. Höhere Erfahrungsstufen verschaffen uns neue Rüstungen und Waffenteile, mit dem wir das Aussehen und die Effektivität unserer Kämpfer in verschiedenen Kategorien variieren. Diese Gegenstände sind mit der In-Game-Währung Stahl erwerblich, die wir unter anderem aus Herausforderungen oder dem Verschrotten von altem Loot erhalten. Hier kommen die optionalen Mikrotransaktionen zum Tragen, die jedoch generell unaufdringlich gestaltet wurden.

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Ähnlich wie bei Battlefield 1 ist die Kampagne segmentiert, so dass wir den Fraktionskrieg aus drei unterschiedlichen Perspektiven über einen Zeitraum von zwölf Jahren sehen. Es gibt drei Akte, die jede einzelne Charakterklasse überspannen und sechs Untermissionen enthalten - Spieldauer etwa sechs bis acht Stunden. Die kurzlebige Kampagne ist gut gescripted, hervorragend vertont und gibt uns Einblick in das Leben und den Kampf der drei rivalisierenden Parteien. Mit vielen Multiplayer-fokussierten Titeln, wie Titanfall und Star Wars Battlefront - die ihre Einzelspieler-Komponente entschärfen, um sich ausschließlich auf den Online-Aspekt zu konzentrieren - können wir Ubisofts Bemühen, das Universum des Spiels herauszufiltern, sicherlich zu schätzen wissen.

Die Kampagnenmissionen sind meist linear und haben festgelegte Ziele, die abgeschlossen werden sollen. Es gibt ein paar zusätzliche Aufgaben, wie das Finden von Sammlerstücken und dem Entdecken interessanter Orte, aber das fühlt sich einfach mühsam an und bringt kaum Belohnungen mit sich. Vor dem Start von Missionen dürfen wir die Schwierigkeit zwischen einfach bis realistisch wählen, das bestimmt vor allem den XP-Multiplikator und natürlich die Schlagfähigkeit der Bots. Während der Einzelspieler verständlicherweise nicht das Hauptaugenmerk des Spiels ist, hätte es sicherlich auch von einem offeneren Ansatz der Missionen und mehr Abwechslung zu ihren Strukturen profitiert.

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Der möglicherweise frustrierendste Aspekt der Kampagne ist die Voraussetzung einer ständigen Netzwerkverbindung. Dieses Manko schränkt die Benutzung in schwachen Abdeckungsbereichen oder Orten mit schlechter Netzkonnektivität stark ein. Es verhindert auch, dass der Titel pausiert wird, um nach einer längeren Zeit weiterzuspielen. Dass Ubisoft diese Haltung mit For Honor und der jüngsten IP Steep so konsequent fährt, ist nachvollziehbar, denn die Online-Erfahrung schafft ein soziales Erlebnis. Das Spiel mit einem Offline-Modus anzubieten, würde einige Spieler aber sicher ebenfalls freuen.

Mit For Honor hat Ubisoft eine der einprägsamsten und intensivsten Online-Erlebnisse in der letzten Zeit geliefert. Die 1vs1-Kämpfe sind erfrischend und intensiv und das Kampfsystem bietet Tiefgang, der zum Erforschen einlädt. Das Gesamtpacket leidet vielleicht unter der kurzlebigen Kampagne und der klobigen Mechanik im Kampf mit mehreren Spielern, doch insgesamt ist es eine solide Rundum-Erfahrung, die Nahkampf-basierte Action erfolgreich mit einer blühenden Online-Einstellung verheiratet.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Ambitioniertes neues Konzept, Tiefes Kampfsystem. Unglaublich intensive Duelle.
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Dem Einzelspieler fehlt es an Substanz, mehrere Feinde gleichzeitig zu bekämpfen ist schlichtweg unmöglich
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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