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Final Fantasy VII: Remake

Final Fantasy VII: Remake

Eines der wichtigsten Spiele aller Zeiten wurde von Grund auf neu erbaut. Kann diese Neuauflage aus dem Schatten ihrer Vorlage treten?

Remakes und Remaster sind heutzutage ein heißes Gut. Allein in den letzten dreißig Tagen haben Titel wie Resident Evil 3 und Call of Duty: Modern Warfare 2 diese beliebte Behandlung erfahren. Jedes Mal stehen Prüfer wie wir vor der schwierigen Frage, wie genau man sich diese Art von Spiel ansieht, um einen bestmöglichen Eindruck davon zu vermitteln. Werden sie als eigenständige, neue Titel angesehen oder sollte das Original berücksichtigt werden? Dieses Problem wird von verschiedenen Personen unterschiedlich angegangen, doch im Falle von Final Fantasy VII: Remake fühlt sich das Thema noch einmal komplexer als je zuvor an. Dieses Kapitel ist nämlich weder Remake noch Remaster.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Die Reise ist voller unvergesslicher Momente mit hoher Oktanzahl und trauriger Melancholie.

Square Enix' jüngster Eintrag in der Final-Fantasy-Reihe ist eine Neuinterpretation des ursprünglichen Titels, der 1997 zum ersten Mal auf der Playstation 1 erschien. Genau wie der Klassiker folgt es dem gleichen erzählerischen Spießrutenlauf und enthält all die Charaktere, die wir kennen und lieben gelernt haben. Final Fantasy VII: Remake geht jedoch über das hinaus, was wir von ähnlichen Projekten erwarten können, da sich die Entwickler nicht damit zufriedengaben, die gleiche Geschichte ein weiteres Mal zu erzählen und das bewährte Gameplay erneut aufzuwärmen. Final Fantasy VII: Remake ist eine völlig neue Erfahrung. Doch fangen wir von vorne an.

Wie beim Playstation-1-Meisterwerk beginnt Final Fantasy VII: Remake mit dem berühmten Anschlag der Terroristengruppe Avalanche. Es folgen eine intensive Verfolgungsjagd in den Straßen von Midgar und Kämpfe gegen die Soldaten der Shinra Corporation. Obwohl diese Abschnitte im Remake viel länger ausfallen und mit neuen Zwischensequenzen und Ereignissen angereichert wurden, sind die ersten paar Stunden eine größtenteils getreue Anpassung des Ausgangsmaterials. Der Schöpfer des Remake-Projekts, Yoshinori Kitase, der ebenfalls als Game Director am Original beteiligt war, gibt nostalgischen Fans genau das, was sie wollen: Eine größere, erweiterte und vor allem wunderschön realisierte Playstation-4-Version dessen, was wir alle kennen und lieben gelernt haben.

Die folgenden Ereignisse unterscheiden sich jedoch erheblich von der ursprünglichen Erzählung. Anstatt nur von einer Bombenmission zur Nächsten zu eilen, verlangsamt das Remake das Tempo erheblich und widmet seine Zeit der Ausarbeitung der Beziehungen zwischen der Haupt- und der Nebenbesetzung. Diesmal bekommt der Hauptcharakter Cloud Strife seine eigene Wohnung neben Tifa, der Heldin unserer Kindheit, und verbringt die nächsten paar Stunden damit, als Söldner in den Slums von Midgar zu leben.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Wie im Original von 1997 kehrt das ATB-System (Active Time Battle) zurück, das durch passive Angriffe auf den Feind gefüllt wird.

Vor dem Sturm herrscht ein beunruhigendes Gefühl der Ruhe - besonders für diejenigen, die die Geschichte 1997 oder danach erlebt haben. In diesem Abschnitt des Spiels können die Nebenfiguren von Avalanche glänzen, wobei Jessie vielleicht die herausragendste Rolle spielt. Sogar kleinere Charaktere, wie Clouds Wirtin Marle oder der von Tifa besessene Johnny, helfen dabei, dem ansonsten heruntergekommenen Sektor 7 Leben einzuhauchen. Wir könnten noch viel Zeit damit verbringen, die Liebe zum Detail und die erstaunlichen Charaktere zu beschreiben, die wir im Verlauf der über 30 Stunden andauernden Erfahrung von Final Fantasy VII: Remake treffen, aber das solltet ihr selbst erleben. Die Kampagne ist in 18 Kapitel eingeteilt, da kommt also einiges auf euch zu.

Jeder Ort, den Cloud auf seiner Reise besucht, sei es in den Straßen von Midgar oder in den korrupten Gassen des Wall-Markts, hat ein einzigartiges Gefühl mit aufregenden Charakteren - sowohl vertrauten als auch neuen Figuren. Das Remake kopiert in gewisser Weise einige Merkmale aus den narrativen Spielen von Naughty Dog, da es sich viel Zeit nimmt, um die Charaktere auf ihrem Weg von einem Ort zum anderen zu begleiten. Erwartet wundersame Dialoge und gleichzeitig eine Vielzahl einfacher Rätsel, die es zu lösen gilt.

Insbesondere Aerith und Cloud haben einige großartige und komische Momente miteinander. Fans von charakterbasierten Spielen werden hier viele Elemente finden, die sie lieben sollten. Die englische Sprachausgabe liefert auf ganzer Linie eine herausragende Leistung. Fans die sich an die großartige Spracharbeit von George Newbern als Sephiroth in Kingdom Hearts oder Advent Children gewöhnt haben, könnten ein wenig enttäuscht sein, da Tyler Hoechlin nicht mehr so bedrohlich wirkt, wie sein Vorgänger. Das Gleiche gilt für einen anderen Fanfavoriten, den wir in dieser Rezension aber nicht spoilern werden.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Sobald ihr alle 18 Kapitel der Hauptgeschichte abgeschlossen habt, wird der Schwierigkeitsgrad "Hart" freigeschaltet.

Es gibt keinen Zweifel, dass viele Fans ambivalente Gefühle gegenüber den späteren Teilen des Spiels haben werden, obwohl Square Enix eine große Menge neuer Inhalte in das Universum einführt. Ohne allzu viele Details verraten zu wollen, das Remake macht gegen Ende eine Reihe unerwarteter narrativer Wendungen. Da ich selbst großer Fans des Originals bin, habe ich den neuen dritten Akt am meisten genossen, war allerdings mit einer Änderung in der Geschichte überhaupt nicht einverstanden. Trotzdem hat es eine insgesamt magische Erfahrung nicht ruiniert.

Alles in allem liefert das Team von Square Enix die Erzählung, die wir bereits kennen. Die Reise ist voller unvergesslicher Momente mit hoher Oktanzahl und trauriger Melancholie. Einige Kapitel neigen dazu, sich zu lange hinzuziehen, während einige sogar noch länger hätten andauern können. Die Kapitel 6, 7 und 10 sind besonders frustrierend, da sie viel zeitaufwändiger sind, als sie sein müssten. Die Kapitel 2, 3 und 4 gehören jedoch zu den besten Beispielen der Reihe. Die Art und Weise, wie Square Enix die Charaktere meisterhaft das erweiterte Midgar erkunden lässt, ist phänomenal gelungen. Kapitel 4 ist eine Besonderheit, die die Herzen einiger Fans zerreißen lassen wird - es war ein unvergessliches Erlebnis (vor allem, wenn ihr es nach dem ersten Durchspielen wiederholt).

Gerade für Fans der gesamten Erfahrung von Final Fantasy VII (also auch die Spin-Offs) dürfte das alles eine spannende Angelegenheit werden. Das Spiel enthält zahlreiche Hinweise auf Crisis Core: Final Fantasy VII und dessen Nachfolger Advent Children. Einige Szenen spiegeln die intensiven Duelle dieser beiden Games wider oder ahmen sie sogar nach. Ohne konkret werden zu wollen können wir sagen, dass das Remake Crisis Core als stark kanonisch für das Spiel impliziert.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Das Spiel ist eine dicht gedrängte Erfahrung, bei der alles mit der Erforschung der zentralen Erzählung verbunden ist.

Die Erzählung ist natürlich nur ein Element dieses umfangreichen Projekts. Eine zweite Komponente, die sowohl von Fans als auch von Kritikern gelobt und gleichzeitig skeptisch aufgenommen werden wird, ist das neue Kampfsystem. Auf der ersten Playstation waren die rundenbasierten Mechaniken von Final Fantasy VII wegweisend. Es bot schnellere Schlachten als die meisten anderen JRPGs seiner Zeit, mit stilisierter Action und wunderschönen Animationen. Im Jahr 2020 gilt das nicht mehr so sehr.

Grundsätzlich stand Square Enix vor der großen Entscheidung, das originale Kampfsystem zu behalten oder etwas Neues daraus zu machen. Am Ende ließ sich Battle Director Naoki Hamaguchi von einem weniger bekannten Titel im Franchise inspirieren: Final Fantasy XII. Das Ergebnis vereint perfekt Action und rundenbasierten Kampf ineinander. In einem Moment schwingen wir Clouds massives Schwert durch die Gegner und in der nächsten Sekunde verlangsamen wir die Zeit, um unsere Fähigkeiten sorgfältig zu kombinieren. Wie im Original von 1997 kehrt das ATB-System (Active Time Battle) zurück, das durch passive Angriffe auf den Feind gefüllt wird. Sobald die ATB-Leiste voll ist, können Cloud und seine Crew mächtige Zauber und Fähigkeiten ausführen.

Das Wechseln zwischen den Charakteren während der Auseinandersetzung ist einfach und effektiv. Wir können mit Barrets Waffenarm Feinde aus der Ferne abschießen und augenblicklich die direkte Kontrolle über Cloud übernehmen, um atemberaubende Schläge in die Kombo miteinzureihen. Die Animationen fließen gut zusammen und das Beherrschen jedes Charakters im Kampf ist der Schlüssel zu manchen Strategien. Nachdem ich in einem der intensiveren Bosskämpfe den Dreh raushatte, fühlte sich der Kampf wunderbar an. Sobald ihr alle 18 Kapitel der Hauptgeschichte abgeschlossen habt, wird der Schwierigkeitsgrad "Hart" freigeschaltet, was die Begegnungen noch spannender macht.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Auch alte Fans werden in diesem erweiterten Midgar viele Überraschungen entdecken.

Wie bei allen modernen Rollenspielen bietet Final Fantasy VII: Remake eine Reihe von Nebenquests an. Im Gegensatz zu ähnlichen Spielen, wie Persona 5, Assassin's Creed Odyssey oder Final Fantasy XV, leiden die Nebenaufgaben nicht unter Übersättigung. Die Anzahl der Quests ist überschaubar und sie versorgen uns meist mit Hintergrundinformationen zu Midgar, sodass sie nicht so schnell repetitiv werden (abgesehen von einer Sammelaufgabe, bei der wir drei Katzen in den Slums von Sektor 7 wiederfinden sollten) - glücklicherweise kommentiert Cloud das Ereignis und erinnert uns daran, wie dumm diese Quest tatsächlich ist.

Aufgrund der Entwicklung der Geschichte sind alle diese zusätzlichen Aktivitäten in einem eigenen Kapitel enthalten. Es gibt kein Backtracking, bis die Credits über den Bildschirm gelaufen sind und die Kapitelauswahl freigeschaltet wurde. Mit anderen Worten, wenn ihr nach einem Open-World-Spiel sucht, das Hunderte von Stunden Spielspaß mit den immer gleichen Aufgaben bietet, dann ist Final Fantasy VII: Remake nicht das Richtige für euch. Das Spiel ist stattdessen eine dicht gedrängte Erfahrung, bei der alles mit der Erforschung der zentralen Erzählung verbunden ist.

Die Art und Weise, wie Square Enix alles zum Leben erweckt, ist erstaunlich. Von Partikeleffekten bis hin zu Gesichtsanimationen und Midgar selbst ist alles ein grafisches Wunder. Das Original war seinerzeit als eines der ersten massiven 3D-Produktionen bekannt und es wird auch im Jahr 2020 klar, was für eine beeindruckende Leistung es damals war. Insbesondere wenn man die grafische Wiedergabetreue des Spiels betrachtet, kann man sich nur fragen, wie es den Entwicklern gelungen ist, ein solches Erlebnis ohne Framerate-Probleme, Störungen oder Fehler zu schaffen - egal ob auf einer Standard-Playstation-4 oder einem Pro-Modell. Normalerweise benötigen neue Spiele einen wichtigen Day-1-Patch, um eine okaye technische Leistung zu erzielen - FF7:R braucht das nicht.

Als wir schließlich die Credits sahen und den Controller zur Seite gelegt haben, konnten wir nicht anders, als uns zutiefst zufrieden zu fühlen. Yoshinori Kitase, Tetsuya Nomura und alle Mitarbeiter von Square Enix haben das Unmögliche erreicht. Sie haben den ersten Teil von Final Fantasy VII neu erschaffen. Jetzt sind wir gespannt darauf, wie der Rest aussieht.

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Final Fantasy VII: RemakeFinal Fantasy VII: Remake
Das Remake ruft uns 2020 noch einmal in Erinnerung, was für eine enorme Leistung dieses Spiel 1997 war.
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
neue Aspekte wurden elegant ins Remake eingepflegt, technische Präsentation und Performance makellos, Mut zur Veränderung, noch immer eine magische Erfahrung.
-
nicht alle Änderungen werden gut aufgenommen werden, nur der erste Teil des gesamten Spiels.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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