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Europas Energieabhängigkeit verschiebt sich von Putin zu Trump: Energieversorgung könnte als Hebel genutzt werden

Eine neue Studie warnt, dass die Abhängigkeit von US-Gas von EU und Großbritannien Washington zunehmenden Einfluss auf Preise und Politik verschafft.

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Europa hat eine Energieabhängigkeit gegen eine andere eingetauscht und russisches Gas durch eine starke Abhängigkeit von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten ersetzt, wie eine neue Studie ergibt (laut The Guardian). Der Wandel hat sowohl die EU als auch das Vereinigte Königreich zunehmend politischem Druck von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, gerade in einer Zeit zunehmender transatlantischer Spannungen.

Laut Forschungen des Clingendael-Instituts, des Ökologischen Instituts und des Norwegischen Instituts für Internationale Angelegenheiten stiegen die Importe von US-LNG in den Europäischen Wirtschaftsraum im Jahr 2025 um 61 % und sind fast fünfmal so hoch wie 2019. US-Gas macht inzwischen fast 60 % der EU-LNG-Importe aus, während das Vereinigte Königreich für mehr als zwei Drittel seiner LNG-Lieferung auf amerikanische Lieferungen angewiesen ist.

Europas Energieabhängigkeit verschiebt sich von Putin zu Trump: Energieversorgung könnte als Hebel genutzt werden
LNG-Tanker // Shutterstock

Die Autoren warnen, dass diese Abhängigkeit Risiken birgt, da Trump offen eine "Energiedominanz"-Strategie annimmt, die Exporte als Instrument nationaler Macht betrachtet. Trump hat kürzlich mit Zöllen für europäische Verbündete wegen Streitigkeiten, darunter Grönland, gedroht, was die Befürchtung unterstreicht, dass Energieversorgung als Druckmittel genutzt werden könnte. "Wir müssen die neue Realität der amerikanischen Energiedominanz anerkennen", sagte Prof. Kacper Szulecki, einer der Autoren der Studie.

Da die EU-Gasreserven derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren sind, warnen Experten, dass ein kalter Winter in Kombination mit politischen Spannungen die Preise stark steigen lassen könnte. "Wenn wir einen kalten Winter und sich verschlechternde Beziehungen zu den Vereinigten Staaten haben, könnten wir in den kommenden Monaten eine ernsthafte Energiekrise erleben", sagt Szulecki.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Europa nur wenige kurzfristige Alternativen hat, argumentiert jedoch, dass die langfristige Lösung darin besteht, die Investitionen in erneuerbare Heimländer zu beschleunigen. Ohne sie, so sagen die Forscher, werden Gasexporte weiterhin als mächtiges Instrument geopolitischen Einflusses fungieren...



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