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EA: "Kinder sollten in unseren Spielen kein Geld ausgeben können"

6,6 Millionen Menschen haben sich letztes Jahr einen spielerischen Vorteil in FIFA 21 erkauft.

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Eurogamer sprach kürzlich mit EA Sports über das Monetarisierungsmodell der FIFA-Spiele, das seit Jahren von allen Seiten Kritik erntet. Besonders problematisch ist nach wie vor der Spielmodus FIFA Ultimate Team (FUT), der Spieler eigene Fußballteams aufbauen lässt, indem sie eine zufällige Auswahl an unterschiedlich begabten Sportlern aus virtuellen Wundertüten kaufen.

Diese Lootboxen lassen sich mit Spielwährung freischalten, man kann aber auch dafür bezahlen. Laut dem leitenden PR-Sprecher Chris Bruzzo werde nur jedes zehnte Kartenpaket (das ist die Darstellungsform dieser Beutekisten) im Spiel mit der kostenpflichtigen Premiumwährung geöffnet, doch diese Zahl dürfte aufgrund der hohen Spielerdichte verwässert sein. Allein im vergangenen Jahr hätten über 30 Millionen Menschen FIFA 21 gespielt. Einer von fünf Nutzern (n=22 Prozent) hat nach dem Kauf des Spiels auch noch Geld für Mikrotransaktionen ausgegeben. Natürlich suchen längst nicht alle Nutzer den kompetitiven Wettbewerb mit anderen, doch wer ihn sucht, der wird über 6,6 Millionen Menschen finden, die durch gezielte Investition ihr Team aufgebessert haben, um einen Vorteil gegenüber anderen zu erhalten.

Bruzzo verteidigt die "Spielerentscheidung" als veritable Option, die Spielern mit wenig Zeit zur Verfügung steht. Er gibt aber auch zu, dass die "Extremfälle", die massig Geld in Kartenpakete investieren, besorgniserregend sind: „Das wollen wir nicht". Der PR-Sprecher verweist darauf, dass EA über die Jahre verschiedene Möglichkeiten erarbeitet hat, um die Nutzer besser über die Zustände der Lootboxen zu informieren und dass das Unternehmen diese Entwicklungen im Auge behalte.

Das Thema Lootboxen wir mittlerweile auch auf politischer Ebene diskutiert, da der Verdacht besteht, dass diese Inhalte den Tatbestand des Glücksspiels erfüllen. Obwohl international und vor allem in Europa, wie Bruzzo anmerkt, Uneinigkeit bei diesem Thema herrscht, da nicht alle Kriterien des klassischen Glücksspiels erfüllt sind, ist klar, dass einige Punkte erfüllt werden. Immerhin sieht der Manager ein, dass Kinder und Jugendliche auf keinen Fall mit diesen Inhalten in Kontakt kommen sollten: "Kinder sollten in unseren Spielen [kein Geld] ausgeben können." Leider ist das Spiel hier bei uns in Deutschland dennoch für Kinder ab 0 Jahren freigegeben.

EA fürchtet die Tragweite der politischen Entscheidungen, da die Einnahmen aus dem Bereich der Mikrotransaktionen den Hauptanteil von EAs jährlichem Gewinn bilden. Jegliche Beschränkungen wären weitreichend, obwohl die überwiegende Menge der FIFA-Spieler kein Geld für Mikrotransaktionen ausgibt. Der Anteil, der es tut, reicht aber bereits vollkommen aus, um die Entwickler zu bezahlen, die das ganze Jahr über an FIFA arbeiten. Laut Bruzzo haben im vergangenen Jahr 100 Millionen Spieler in irgendeiner Form mit der Marke interagiert.

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KRITIK. Von Ricardo C. Esteves

Vielleicht sollte EA diese Sache mit den Sportspielen noch einmal überdenken...



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