Cookie

Gamereactor verwendet Cookies, um sicherzustellen, dir das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten. Wenn du fortfährst, gehen wir davon aus, dass du mit unserer Cookie-Richtlinie einverstanden bist.

Deutsch
Gamereactor Deutschland
Kritiken
Dirt Rally 2.0

Dirt Rally 2.0

Mit Dirt Rally schufen Codemasters einen modernen Klassiker, doch Dirt 4 fiel bei den Fans durch. Kehrt Dirt Rally 2.0 nun zu alter Stärke zurück?

  • Text: Kalle Max Hofmann

Ende der 90er Jahre wagten Codemasters mit Colin McRae Rally ein ziemliches Experiment. Das Spiel war realistisch und so fuhren Spieler alleine gegen die Uhr - ungewöhnlich in einer Zeit, in der Rennspiele überwiegend laut, bunt und voller spektakulärer Crashes waren. Im Verlauf der Jahre mutierte die Reihe aber selbst in diese Richtung und nahm nach dem Tod des namensgebenden Rallyfahrers den Namen „Dirt" an.

Überzeichnete Funsport-Eskapaden und trendige Buddy-Präsentation standen im Vordergrund, bis sich vor drei Jahren ein kleines Team bei Codemasters auf die Ursprünge besann und mit Dirt Rally wieder eine beinharte Simulation schuf. Das Spiel kam bei Kritikern und Spielern blendend an, der nächsten Serienteil Dirt 4 war allerdings wieder ein etwas unrunder Spagat zwischen Realismus und Action.

Als großer Fan von Dirt Rally habe ich inzwischen über hundert Stunden mit der PC-Version auf dem Tacho und bestimmt noch einmal die gleiche Zeit auf der PS4 gespielt. Dirt 4 hingegen legte ich schnell beiseite und spielte stattdessen den Vorgänger weiter. Entsprechend gespannt war ich auf den offiziellen und direkten Nachfolger, der schon mit der „2.0" im Titel eine direkte Hommage an den Klassiker Colin McRae Rally 2.0 liefert.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werbung
Dirt Rally 2.0Dirt Rally 2.0

Nach dem Experiment mit Dirt 4 hat sich das Team angeschaut, was man an der ursprünglichen Formel noch verbessern kann und ist als erstes bei der Fahrphysik gelandet. Die war schon damals sehr gut, macht aber nun noch etwas exakter die verschiedenen Bodentypen wie Schotter, Sand, Matsch oder Asphalt spürbar. Ein besonderes Schmankerl ist dabei die neu eingeführte „Abnutzung" des Untergrundes. Je nachdem, von welchem Startplatz wir unsere Zeitfahrt hinlegen müssen, finden wir die Piste in unterschiedlichem Zustand vor. Für die ersten Fahrer kann sie noch recht staubig sein und deswegen weniger perfekten Grip bieten - die letzten Starter müssen sich dagegen mit den zerfurchten Gräben herumplagen, die die Konkurrenten hinterlassen haben.

Auf dem Papier ist das ein tolles Feature und auch in der Praxis funktioniert es so, wie es soll. Gerade am Anfang der sehr reduzierten Karriere ist man mit einem klapprigen Lancia Fulvia aus den späten 1960er Jahren oft ganz hinten am Start und hat auf realistischen Settings mit einem Force-Feedback-Lenkrad sehr zu kämpfen. Trotzdem muss man leider sagen, ist das Feature etwas unsinnig, denn man fährt ja nun in einer Rallye jede Strecke nur ein Mal. Es gibt nicht mehrere Runden wie in Sega Rally 3, wo man sich auf die kontinuierlich schlechter werdenden Bodenverhältnisse einstellen musste.

Immerhin zeigt dieses Merkmal des Spiels die Tiefe und den Anspruch, den die Entwickler an die Fahrphysik stellen. Dirt Rally 2.0 ist genau der Kampf gegen die Elemente, den diese Sportart ausmacht. Bei Wind und Wetter, tiefstehender Sonne und üblen Straßenverhältnissen geht es weniger darum, Erster zu werden, sondern überhaupt ins Ziel zu kommen. Schon Dirt Rally hatte den Ruf, das Dark Souls der Rennspiele zu sein. Und da setzt Codemasters nun noch einen drauf.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werbung
Dirt Rally 2.0Dirt Rally 2.0

Besonders hart wirkt sich das bei den Onlinemodi aus, in denen wir unsere Zeiten mit Fahrern aus der ganzen Welt vergleichen. Steckt beispielsweise ein Auto gerade in einem Karriererennen, können wir es nicht für eine Online-Ausfahrt benutzen, sondern müssen ein weiteres Gefährt aus der vorgegebenen Klasse in der Garage haben. Oder das nötige Kleingeld gespart haben, um es zu kaufen. Bauen wir dann einen Unfall, müssen wir den Schaden aus eigener Tasche bezahlen - und das sogar, wenn wir bei einer Testfahrt von der Piste fliegen! Gerade bei den höheren Klassen werden diese Reparaturen schnell so teuer, dass man sie sich direkt nach dem Kauf eines neuen Vehikels kaum leisten kann.

Zusätzlich müssen wir noch Geld für unsere Teammitglieder haben, die wir in verschiedenen Bereichen schulen können, um zum Beispiel Reparaturen schneller ausführen zu können. So müssen wir in der Werkstatt abwägen, ob wir vielleicht ein kaputtes Teil nur wieder geradebiegen lassen, statt ein komplett neues zu kaufen. Auch bei den Reifen sind nun mehr Optionen und Risiken am Start. Fahren wir mit den alten, abgefahrenen Gummis oder geben wir das Geld für einen neuen Satz aus? Nehmen wir einen oder sogar zwei Ersatzreifen mit und erhöhen damit das Gewicht unseres Wagens? Oder gehen wir das volle Risiko ein, bei einem Reifenschaden auszuscheiden?

Dirt Rally 2.0Dirt Rally 2.0
Dirt Rally 2.0Dirt Rally 2.0
Dirt Rally 2.0
Dirt Rally 2.0