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Die Schweiz kann einen groß angelegten Angriff nicht abwehren, warnt der Heereschef: "Es gibt neutrale Länder, die in den Krieg hineingezogen werden"

Der Militärchef warnt, dass Neutralität ohne stärkere Verteidigungsausgaben bedeutungslos sei.

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Die Schweiz kann sich nicht gegen einen groß angelegten militärischen Angriff verteidigen und muss ihre Streitkräfte dringend verstärken, warnte der Heereschef des Landes (über NZZ).

Generalleutnant Thomas Suessli sagt, das Militär sei in der Lage, Cyberangriffe und Bedrohungen durch nichtstaatliche Akteure abzuwehren, habe aber nicht die Kapazität, auf einen größeren externen Angriff zu reagieren.

Die Schweiz erhöht die Verteidigungsausgaben, modernisiert Artillerie und Bodensysteme und ersetzt ältere Kampfjets durch F-35, doch der Fortschritt ist langsam und die Kosten steigen. Die Verteidigungsausgaben sollen bis 2032 etwa 1 % des BIP erreichen, gegenüber derzeit 0,7 %.

Suessli sagt, der Krieg in der Ukraine habe die Schweizer Haltung nicht ausreichend verändert und warnt davor, sich allein auf Neutralität zu verlassen. "Neutralität hat nur dann Wert, wenn sie mit Waffen verteidigt werden kann", sagt er und fügt hinzu, dass volle Einsatzbereitschaft bis 2050 angesichts der aktuellen Bedrohungen zu spät wäre.

Generalleutnant Thomas Suessli:

"Was wir nicht tun können, ist, uns gegen Bedrohungen aus der Ferne oder sogar gegen einen groß angelegten Angriff auf unser Land zu verteidigen. Es ist belastend zu wissen, dass in einem echten Notfall nur ein Drittel aller Soldaten voll ausgerüstet wäre. Aber das ist historisch ungenau. Es gibt mehrere neutrale Länder, die unbewaffnet waren und in den Krieg hineingezogen wurden. Neutralität hat nur dann Wert, wenn sie mit Waffen verteidigt werden kann. Das ist angesichts der Drohung zu lang."

Die Schweiz kann einen groß angelegten Angriff nicht abwehren, warnt der Heereschef: "Es gibt neutrale Länder, die in den Krieg hineingezogen werden"
Generalleutnant Thomas Suessli // Shutterstock


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