Deutschland fordert Frankreich auf, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen
Deutsche Beamte fordern Paris auf, für die europäische Souveränität zu handeln.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hat Frankreich aufgefordert, seine Verteidigungsausgaben zu erhöhen, um die europäische Selbstversorgung zu verwirklichen. Im Gespräch mit dem deutschen Sender Deutschlandfunk sagte Wadephul, Präsident Emmanuel Macrons wiederholte Forderungen nach europäischer Souveränität müssten durch konkrete Maßnahmen im französischen Militärhaushalt ergänzt werden.
Europäische Staats- und Regierungschefs stehen unter wachsendem Druck, die Verteidigungsfähigkeiten zu verbessern, angesichts von Zweifeln darüber, ob die Vereinigten Staaten militärisch eingreifen würden, falls NATO-Verbündete angegriffen würden. Deutschland hat die meisten Verteidigungsausgaben von seinen verfassungsmäßigen Schuldenobergrenzen befreit und über 500 Milliarden Euro für 2025–2029 bereitgestellt, während Wadephul sagte, Frankreichs Bemühungen seien bisher unzureichend, um das NATO-Ziel von 5 % des BIP bis 2035 zu erreichen.
Der Aufruf erfolgt vor dem Hintergrund von Spannungen im französisch-deutschen Bündnis, darunter Meinungsverschiedenheiten über Schuldenbündelung, ein europäisches Kampfflugzeug der nächsten Generation und EU-Handelsabkommen mit Südamerika. Bundeskanzler Friedrich Merz warnte letzte Woche, dass Europa sich nicht allein auf die Vereinigten Staaten verlassen könne, und unterstrich die Notwendigkeit, das transatlantische Vertrauen zu reparieren und gleichzeitig die NATO zu stärken.
Im Bereich der nuklearen Verteidigung erklärten deutsche Beamte, das Land werde weiterhin auf das Abschreckungssystem der NATO zurückgreifen und sei vorsichtig, unabhängige Atomwaffen anzustreben. Die Gespräche mit Frankreich über den Beitritt zum nuklearen Schirm dauern an, aber Deutschlands Führung betont, dass alle europäischen Beiträge die US-Nukleargarantien ergänzen und nicht ersetzen sollten...
