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Destiny: Das Erwachen der Eisernen Lords

Seit dem Wochenende sind wir im Raid der neuen Destiny-Erweiterung unterwegs und da wir jetzt alles gesehen haben, gibt es endlich die Kritik.

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Seit meinen frühen Tagen als Teenager habe ich Halo gespielt und bin der Serie bis heute treu geblieben. Entwickler Bungie hat deshalb eine besondere Bedeutung für mich, weil ich mich immer an die vielen Abenteuer zurückerinnere, die sie für mich und andere Spieler geschaffen haben. Mit Destiny bin ich bislang aber irgendwie nicht richtig warm geworden - und ich schätze, das lag vor allem an meinem Trotz. Ich war sauer darüber, dass sie Cortana und den Master Chief zurückließen, um sich neuen Horizonten zu widmen. Mit dem vermeintlich letzten DLC vor Destiny 2 konnte ich endlich über meinen eigenen Schatten springen und mir Bungies neues Abenteuer als Ganzes und den neuen Inhalt im Speziellen ansehen.

In Destiny: Das Erwachen der Eisernen Lords sehen sich die Hüter einem schrecklichen Feind gegenüber. SIVA, eine hochintelligente, digitale Lebensform, hat die unbesiegbaren Eisernen Lords an den Rand der Vernichtung getrieben, konnte letztlich allerdings versiegelt werden. Lord Saladin ist der Letzte der Eisernen Lords und seit Jahrhunderten hütet er hinter den sicheren Toren des Eisentempels dieses schreckliche Geheimnis. Doch nun strecken die Gefallenen ihre Fänge nach dieser uralten Macht aus und plötzlich tritt eine neue Gefahr auf den Plan, der wir uns stellen müssen.

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Die Story der Eisernen Lords unterhält nur knapp zwei bis drei Stunden, danach gibt es trotzdem noch viel zu tun.

Perverse Biomanipulatoren, so genannte Spleißer, führen SIVA-Experimente an ihrer eigenen Art durch und auch die Schar erreicht mit Hilfe des hochtechnologisierten Feindes eine neue Evolutionsstufe. Im neuen Gebiet der verseuchten Lande liefern sich die Schar und die Gefallenen vielerorts Scharmützel und scheuen sich nicht, auf die gefährliche SIVA-Technologie zurückzugreifen. Die Gebiete sind wie gewohnt umfangreich und divers, von schneebedeckten Engpässen über verseuchten Industriekomplexen reicht das Ensemble bis zum kochenden Lavasee. In der Archon-Schmiede entfesseln mutige Hüter mithilfe spezieller Schlüssel-Items, die starke Feinde beim Ableben fallen lassen, fordernde Gegnerhorden in einer kleinen Arena.

Mit dem DLC werden zwei bestehende Strikes mit einer fordernden SIVA-Variante ausgestattet. Spielerisch ist das nach wie vor hervorragend umgesetzt und auch optisch präsentieren sich die alten Gebiete dank der Thematik in neuem Glanz, doch insgesamt ist die Ideenlosigkeit von Bungie durchaus ärgerlich. Sie recyceln nicht nur Feinde und Locations, sondern auch die Missionsstruktur und sogar die Levelführung. Da es die exakt gleichen Missionen sind, werden alte Hasen nur sehr wenig wirkliches Neues vorfinden. Eine versöhnliche Neuerung von Das Erwachen der Eisernen Lords sind die Skelettschlüssel. Mit diesen extrem seltenen Items lassen sich sogenannte Skelett-Truhen am Ende eines Raids öffnen, die dem Benutzer hochwertiges Loot auswirft.

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Mit SIVA tritt eine neue Gefahr auf den Plan und die Hüter haben alle Hände voll zu tun.

Der neue Raid, Zorn der Maschinen, ist ein toller Dungeon, der die Stärken der bisherigen Raids in sich vereint. Einerseits erfordert er ein eingespieltes Teams, das genau weiß, was wann zu tun ist und das seine Aktionen koordiniert. Andererseits bietet der Zorn der Maschinen trotzdem genug Freiheit, um kleinere Fehler zu verkraften und den Teilnehmern zusätzliche Optionen zur Verfügung zu stellen. Das Design ist spannend, an einigen Stellen sehr hübsch und natürlich fordernd, dabei fängt er die Spielmechanik rund um den Gebrauch der Leere-, Arkus- und Solarfähigkeiten gelungen ein.

Das Erwachen der Eisernen Lords bietet somit eine gelungene Spielerfahrung, die frische Inhalte für das End-Spiel bringt. Mit der Geschichte über den Fall der stählernen Heldenfiguren sind wir etwa zwei bis drei Stunden beschäftigt, anschließend warten natürlich noch weitere Herausforderungen auf die jungen Wölflinge. Für eher kompetitiv orientierte Spielertypen bietet das neue DLC natürlich ebenfalls Änderungen, allem voran neue Karten für den Schmelztiegel und einen weiteren Spielmodus namens Vorherrschaft.

Trotz des hohen Anteils an recycelten Inhalten lohnt sich Das Erwachen der Eisernen Lords für alle Spieler, denen in den vergangenen Monaten die Puste ausgegangen ist und die nun wieder einen Grund suchen, in Destiny einzusteigen. Das neue DLC ist kein Addon, dass jeder gespielt haben muss, doch es ist gut genug, um weit mehr als nur die Hardcore-Fans von sich zu überzeugen.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Story-Konzeption nach wie vor überragend, Gameplay überzeugt, frische Inhalte für das Late-Game, neuer Raid ist toll konzipiert
-
Spieldauer insgesamt kurz, Recycling-Anteil hoch (wirkt daher auch ideenlos), weiterhin Probleme mit KI, Ladezeiten
overall score
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