"Der einfache Weg oder der harte Weg": Wie ist es möglich, dass Trump am ehesten die Kontrolle über Grönland erstrebt?
Es gibt drei Hauptszenarien, und hier ist, was du über jedes davon wissen musst.
Wenn Präsident Donald Trump sagt, die Vereinigten Staaten würden Grönland "auf die einfache oder auf die harte Tour" sichern, ist die Bemerkung absichtlich provokativ. Doch hinter der direkten Formulierung verbirgt sich eine weitaus engere Reihe realistischer Optionen, als die Rhetorik vermuten lässt. Trump argumentiert, dass Russland oder China ohne US-"Eigentum" das Vakuum füllen würden. Das Weiße Haus behauptet, dass bestehende Verteidigungsabkommen mit Dänemark unzureichend sind, obwohl die Vereinigten Staaten bereits frei von der Pituffik Space Base aus operieren und dort nach Belieben zusätzliche Truppen entsenden können. Dennoch bleibt angesichts Trumps jüngster Äußerungen und Ambitionen eine zentrale Frage: Wie ist es wahrscheinlich, dass Trump die Kontrolle über Grönland erlangen wird?
1. Warum militärische Gewalt unwahrscheinlich ist
Wie die meisten Experten argumentieren, wäre eine militärische Übernahme Grönlands durch die Vereinigten Staaten rechtlich nicht zu rechtfertigen, strategisch rücksichtslos und politisch katastrophal (selbst angesichts der jüngsten Ereignisse in Venezuela). Es würde bedeuten, einen NATO-Verbündeten anzugreifen, das Bündnis, das die Macht der Vereinigten Staaten in Europa stützt, zu sprengen, und Moskau und Peking einen Propagandasieg historischer Ausmaße zu verschaffen. Selbst innerhalb Trumps eigener Regierung würde ein solcher Schritt auf Widerstand vom Pentagon und Kongress stoßen. Arktische Kriegsführung ist komplex, teuer und unnötig, wenn die Vereinigten Staaten die Insel bereits militärisch dominieren. Es gibt keine feindliche Streitmacht zu vertreiben, keine dringende Bedrohung, die Bodentruppen erfordert. Kurz gesagt, die "harte Tour" ergibt strategisch wenig Sinn, abgesehen vom Schockwert.
2. Der Kauf Grönlands: Schlagzeilen-erregend, rechtlich blockiert
Die Idee, Grönland zu kaufen, hat den Vorteil der Einfachheit und des Präzedenzfalls. Die Vereinigten Staaten haben bereits Gebiete gekauft, darunter Alaska. Aber in diesem Fall sind die rechtlichen und politischen Hürden weitaus größer. Grönland ist nicht Dänemarks Eigentum zum Verkauf. Nach dem Selbstverwaltungsgesetz von 2009 können allein die Grönländer über ihre Zukunft entscheiden, und obwohl die Unterstützung für die Unabhängigkeit stark ist, ist die Unterstützung für den Beitritt zu den Vereinigten Staaten nicht stark. Jeder Kauf würde zunächst Unabhängigkeit erfordern, gefolgt von jahrelangen Verhandlungen und einem Referendum, weit über Trumps politischen Zeitplan hinaus. Der Vorschlag bleibt weniger bestehen, weil er praktikabel ist, sondern vielmehr, weil er Trumps Weltanschauung entspricht und Territorium als transaktionales Gut behandelt. Aber als Politik ist es größtenteils symbolisch.
3. Die Druckstrategie: Wo die Macht tatsächlich liegt
Das plausibelste Szenario entfaltet sich bereits. Trump übt anhaltenden politischen, wirtschaftlichen und rhetorischen Druck sowohl auf Kopenhagen als auch auf Nuuk aus und versucht, Zugeständnisse zu erzwingen, ohne die Grenzen zu ändern. Dazu gehören:
- Sie fordern einen erweiterten militärischen Zugang der Vereinigten Staaten, über das hinaus, was bereits erlaubt ist.
- Sie drängen auf eine exklusive US-Beteiligung am mineralischen Sektor Grönlands, insbesondere bei Seltenen Erden.
- Strengere Beschränkungen für chinesische und russische Investitionen zu erzwingen und Grönland enger an die strategischen Prioritäten der Vereinigten Staaten auszurichten.
- Grönländische Führungskräfte ermutigen, direkt mit Washington zu verhandeln, und Dänemark an den Rand zu drängen.
Dieser Ansatz erlaubt es Trump, entschlossene Maßnahmen zu beanspruchen, während er die rechtlichen Folgen einer Annexion vermeidet. Es spiegelt die zuvor angewandten Taktiken wider: maximalen Druck ausüben, mit Eskalation drohen und dann den Sieg erklären, sobald Zugeständnisse gesichert sind. Tatsächlich blieb Grönland auf dem Papier dänisch, in der Praxis aber amerikanischer.
Warum das politisch für Trump funktioniert
Diese Strategie bietet Trump mehrere Vorteile:
- Er kann argumentieren, er habe Grönland "gesichert", ohne einen Schuss abzugeben.
- Er vermeidet einen direkten NATO-Bruch, stellt aber dennoch die alliierten Normen infrage.
- Er präsentiert das Ergebnis im Inland als Stärke, nicht als Kompromiss.
- Er beschleunigt Grönlands Abwanderung von Dänemark und schwächt Kopenhagens Hebelwirkung.
Für Dänemark ist das Dilemma akut. Sich gegen die Forderungen der Vereinigten Staaten zu wehren, birgt das Risiko eines diplomatischen Zusammenbruchs mit ihrem wichtigsten Verbündeten. Eine zu starke Einhaltung birgt das Risiko, die Souveränität auszuhöhlen und Grönland weiter in Richtung Unabhängigkeit oder einer späteren Ausrichtung auf Washington zu drängen. Letztlich steht Grönland weder zum Verkauf, noch zur Enteignung und nicht zur Abgabe. Doch unter unerbittlichem Druck könnte sie leise, schrittweise, in etwas umgeformt werden, das viel näher an dem liegt, was Trump will, als Dänemark je beabsichtigt hat. Was das langfristige Ergebnis betrifft, wird es nur die Zeit zeigen. Aber wenn es darum geht, wie Trump am wahrscheinlichsten die Kontrolle über Grönland erlangen wird, liegen dies derzeit auf dem Tisch.

