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Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles - Drei Akte beendet

Die Entwickler von Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm widmen sich nun dem Anime-Megahit aus Japan.

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CyberConnect2 entwickelt seit vielen Jahren Kampfspiele, die auf der Marke Naruto basieren. Das Studio hat früher die Reihe ".hack/" begleitet und 2012 mit Capcom Asura's Wrath veröffentlicht. Seit den Zweitausendern arbeiten sie aber im Grunde konstant an Naruto-Spielen, beispielsweise verantworten sie Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm seit dem zweiten Teil. Nach einem Ausflug mit Dragon Ball Z: Kakarot werden sie nächsten Monat mithilfe von Sega Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles veröffentlichen. Die ersten drei Kapitel konnten wir uns bereits ansehen.

Wenn man das Actionspiel zum ersten Mal startet, wird man direkt in einen Tutorial-Kampf zwischen unserem Titelhelden Tanjiro und einem maskierten Schwertkämpfer geworfen. Der Einstieg ist sehr ungelenk und überfordernd, denn verschiedenste Benachrichtigungen sollen den Spielern einprügeln, wie man kämpft. Nebenbei schreitet aber bereits die Exposition voran: Der junge Tanjiro hat seine Familie bei einem Dämonenangriff verloren und nun möchte er sich von Urokodaki zum Schwertkämpfer ausbilden lassen. Zwei Jahre lang trainiert er konzentriert, bis es ihm endlich gelingt, die letzte Herausforderung seines Meisters zu überwinden. Doch bevor wir offiziell ein Demon Slayer werden, müssen wir uns einer letzten Prüfung unterziehen und in einem Stresstest beweisen, dass wir gegen echte Dämonen bestehen können.

Im ersten Kapitel bewegen wir uns erstmals in 3D durch kleine Teile der von Koyoharu Gotōge entworfenen Welt. Die Prüfung am Berg Fujikasane weist lineare Pfade mit optionalen Abzweigungen auf, in denen wir nebensächliche Gespräche, sogenannte „Memory Fragments" (dazu gleich mehr) und eine Art Spielwährung finden - damit schaltet man hauptsächlich weitere Artworks für das umfangreiche Archiv frei. Während wir uns einen Weg tiefer in den Wald bahnen, kommt es ab und zu zu Kämpfen gegen niedrige Dämonen, die uns an unterschiedliche Angriffsabfolgen und die Gefahr von weiträumigen Gebietseffekten heranführen sollen. Der Bosskampf am Ende der Mission stellt das wenig später auf die Probe.

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CyberConnect2's etablierte Formel fällt in den Kämpfen sofort auf. Viereck (bzw. die X-Taste) ist ein leichter Angriff und drücken wir am Ende der „Combo" Dreieck (oder Y auf dem Xbox-Controller), wird eine magische Kampfkunst ausgeführt. Der Einsatz dieser Kräfte ist an eine Energieleiste gekoppelt, die sich schnell und von alleine wieder wiederauflädt. Angriffe können mithilfe des linken Sticks variiert werden, um Gegner in einer bestimmten Situation zu überraschen. Blocken, ein Ausweichschritt und eine Greifbewegung runden das eigene Repertoire ab, das sich grundsätzlich alle Spielfiguren teilen.

Eine Energieleiste am unteren Ende des Bildschirms kann, sobald gefüllt, einen mächtigen Kampfmodus aktivieren, der all unsere Bewegungen verstärkt. Alternativ setzt ihr alles auf eine Karte und entfesselt einen imposanten Spezialangriff, der besonders viel Schaden anrichtet (aber auch leicht in die Leere geht). Wenn euch Verbündete im Kampf unterstützen, könnt ihr sie mit L1 herbeirufen, um sie für kurze Zeit auf den Gegner zu hetzen oder euch aus einer laufenden Combo zu retten.

Obwohl die Kämpfe im Verglich zu vollwertigen Beat 'em Ups relativ simpel erscheinen, bietet das Kampfsystem ein paar Feinheiten, die Übung voraussetzen. CyberConnect2 hat verschiedene Hilfestellungen und eine Art Trainings-Dojo für alle Charaktere bereitgestellt, damit sich die Leute an die unterschiedlichen Spielfiguren gewöhnen können. Die einfache Steuerung und der niedrige Anspruch dürfte für Neulinge, die sich gerne mit dem Anime-/Manga-Material auseinandersetzen möchten, ein guter Einstiegspunkt sein.

Den Kampagnenmissionen gelingt es aufgrund der unterschiedlich agierenden Gegner sehr gut, dem simplen Button-Mashing eine gewisse Vielfalt zu verleihen. Die anfänglichen Konfrontationen sind in der Regel aber sehr leicht und den Schwierigkeitsgrad kann man offenbar nicht selbstständig festlegen. Die aufregend inszenierten Quick-Time-Events, die eine finale Konfrontation mit einem Boss abschließen - das Spezialgebiet von CyberConnect2 -, kehren natürlich wieder zurück und sie sind noch genauso effektiv, wie sie es immer waren.

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Erst nach Abschluss eines Kapitels können wir uns eingehender mit Erinnerungsfragmenten beschäftigen. Diese speziellen Rückblicke, die mit dem offiziellen Anime-Material von Ufotable angefertigt wurden, schaltet man nach Abschluss bestimmter Bedingungen frei (oder man findet sie wie gesagt während des Erkundens). In der Regel handelt es sich dabei um Slideshows zu einem jeweiligen Thema, wie zum Beispiel dem ersten Treffen zwischen Tanjiro und seinem späteren Meister Urokodaki. Wir erfahren in Demon Slayer: The Hinokami Chronicles also häufig erst im Nachhinein, was zuvor geschehen ist und wer die beteiligten Akteure sind.

Im zweiten Kapitel untersucht Tanjiro das Verschwinden junger Mädchen in einem kleinen Dorf. Sein erster richtiger Auftrag führt uns zu einem geschäftigen Marktplatz, den wir auf der Suche nach Spuren genau unter die Lupe nehmen. Nach getaner Detektivarbeit erhalten wir einen ersten optionalen Kampf, der der Manga- und Anime-Vorlage entnommen wurde, aber kein Thema der Hauptgeschichte von The Hinokami Chronicles geworden ist. Mehr als eine kleine Prügelei mit variierendem Move-Set und verschiedenen Schwierigkeitsoptionen ist das nicht, aber solche Szenarien kennen wir aus anderen Prügelspielen ja auch.

Im dritten und letzten Akt, über den wir hier in dieser Vorschau sprechen dürfen, zieht es Tanjiro nach Asakusa, in die große Stadt. Dort findet er unerwartete Unterstützer, doch er setzt sich gleichzeitig einer großen Gefahr aus. Bewegungsfreiraum gibt es in dieser Episode aufgrund der dicht gedrängten Straßen nicht sehr viel, doch dafür werden Illusionswände als zusätzliche Mechanik in den Erkundungen eingebaut.

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Bis hierher kann ich den Eindruck, dass sich Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles wie eine Wiederverwertung des Anime-Materials anfühlt, nicht ganz abschütteln. Abgesehen von der zerklüfteten Narrative, die zwar funktioniert, aber dem Original auch nicht wirklich gerecht zu werden scheint, warten auf fleißige Spieler mehrere hundert Artworks als Belohnung, die aus dem Anime-Material der ersten acht Manga stammen. Das sollen Anreize sein, in den bestehenden Missionen bestimmte Vorgaben abzuschließen oder sich in den sehr langweiligen Spielumgebungen genauer umzuschauen. Nach jedem Erinnerungsfragment wird zudem das Logo des Spiels für mehrere Sekunden eingeblendet, weil es sich hierbei wie gesagt um eine Lizenzarbeit handelt.

Die Erzählung des jungen Schwertkämpfers, der sich an einem mächtigen Dämon rächen will, weil dieser den Tod seiner Familie (mit Ausnahme seiner Schwester, die bei dem Angriff selbst in einen Dämon verwandelt wurde) zu verantworten hat, funktioniert aber natürlich auch in dieser Form. Spielerisch liefert CyberConnect2 bekannte Duelle zwischen verschiedenen Kämpfern, die nicht zu komplex sind, aber durchaus Spaß machen und fantastisch visualisiert werden. Unsicher bin ich mir bei der Erkundung in den doch sehr begrenzten Leveln, denn diese Abschnitte sind durchwachsen und auch nicht sonderlich spannend.

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles profitiert vor allem davon, dass die originalen englischen und japanischen Sprecher mit an Bord sind und sehr häufig auf (Stand-)Bilder aus dem Anime-Material zugegriffen werden kann. Die Fusion fühlt sich bislang nicht wirklich organisch an, doch Fans werden damit vermutlich trotzdem eine gute Zeit haben. Am 15. Oktober erscheint das fertige Spiel und ich bin schon gespannt, was die Entwickler aus der starken Lizenz rausholen können.

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