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Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles

Den Anime-Hit aus Japan könnt ihr nun auch als stilsicheres Kampfspiel erleben.

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Am besten deaktiviert ihr die Benachrichtigungen während des Spielens, denn sonst wird die Geschichtsstunde, zumindest auf der Playstation, immer wieder von nervigen Hinweisen unterbrochen.

Demon Slayer ist längst nicht mehr nur in Japan ein heißes Eisen, denn in wenigen Wochen läuft auch hier bei uns in Deutschland die zweite Anime-Staffel an. Um das Medien-Franchise international weiter auszubauen, wurde CyberConnect2 damit beauftragt, aus dem Anime-Material des Produktionsstudios Ufotable ein vollwertiges Videospiel anzufertigen. Die Entwickler der neueren Naruto-Spiele haben sich in den letzten Jahren auf solche Lizenzprojekte spezialisiert, ihre spezifische Formel aber seit langer Zeit so gut wie gar nicht weiterentwickelt.

Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles ist eine direkte Adaption des japanischen Anime-Materials von Ufotable. Im Kern der Geschichte steht der junge Tanjiro, dessen Familie von einem kaltblütigen Dämon gnadenlos abgeschlachtet wurde. Lediglich seine jüngere Schwester Nezuko überlebt den Angriff, doch sie wurde vom Übeltäter in einen Dämon verwandelt. Auf der Suche nach einem Heilmittel lässt sich Tanjiro zu einem Demon Slayer ausbilden, was den Vorteil mit sich bringt, dass er das Monster, das seine Familie auf dem Gewissen hat, gleichzeitig zur Rechenschaft ziehen kann.

The Hinokami Chronicles fasst die ersten acht (von insgesamt 23) Manga-Bänden des Autoren Koyoharu Gotouge zusammen. Wir begleiten Tanjiro bei seiner Ausbildung, lernen neue Verbündete kennen und erleben die ersten Abenteuer dieses heranreifenden Helden. Das Material endet mit dem Mugen-Train-Handlungsbogen, der einen eigenen Film hervorgebracht hat (und noch einmal in Gänze in der bald startenden, zweiten Anime-Serie thematisiert wird). Jedes Story-Kapitel wird in ca. einstündigen Sequenzen abgehandelt weshalb die Geschichte recht zerstückelt und oft auch stark gekürzt wird. Die Feinheiten der Handlung, darunter Gedanken und Eindrücke beteiligter Akteure, sind immer erst nach Abschluss eines Aktes verfügbar. Das wird den Fans sicher nicht gefallen, aber immerhin bringt es den Vorteil mit sich, dass wir Themenkomplexe in gebündelter Form erhalten.

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Visuell ist The Hinokami Chronicles wirklich ein Spektakel für die Augen. Spielerisch liegt die Messlatte leider nicht so hoch.

The Hinokami Chronicles ist ein reduziertes 3D-Beat-'em-Up, das uns viele der Charaktere vorstellt, die Tanjiro bis zu diesem Punkt in der Geschichte trifft. Insgesamt 18 verschiedene Spielfiguren stehen zur Auswahl, obwohl nur elf unterschiedliche Charaktere dabei sind. CyberConnect2 hat zum Beispiel einige Figuren aus den parodistischen Mini-Sketches „Kimetsu Academy" im Spiel umgesetzt, die man nach Abschluss des Spiels freischalten kann. Dabei handelt es sich aber leider nur um Variationen der bereits bekannten Personen. In den nächsten Wochen und Monaten sollen dem Kampf noch insgesamt sechs weitere Spielfiguren beitreten, die allesamt auf gefährlichen Dämonen basieren, denen wir im Spielverlauf begegnen.

Als reines Kampfspiel dürfte Demon Slayer: The Hinokami Chronicles vielen Fans des Genres etwas zu seicht sein, da die Spieler verhältnismäßig wenige Optionen zur Hand haben. Es geht in den Gefechten häufig darum, nicht in die Angriffsserie des Gegners verwickelt zu werden, da man sich daraus kaum befreien kann. Blocken ist ein entscheidender Teil der Gefechte, denn der Ausweichschritt setzt präzises Timing und die richtige Position voraus, was sich aufgrund der wechselnden Perspektive schwer(er) gestaltet als ein einfacher Konter. Zudem sind einige Charaktere deutlich zu stark, sodass man häufig eher um die Stärken der Gegner herumspielt, statt aus eigener Kraft den Ton anzugeben. Der Titel ist eher etwas für Einstiger, die damit aber sicherlich ihren Spaß haben dürften.

Auffällig ist an diesem Game in erster Linie die Präsentation, die an vielen Stellen sehr nah an den Zeichenstil der Anime-Vorlage heranreicht. CyberConnect2 fängt die mystischen Atmungstechniken der Demon Slayer besonders grafisch ein, was immer wieder wahnsinnig schicke Momentaufnahmen schafft. Der prägnante Look des Originals wird auch in anderen Szenen anständig eingefangen, etwa bei den visuell einnehmenden Quick-Time-Events, die einen Bosskampf abschließen - dieser Bestandteil ist in gewisser Weise das Markenzeichen von CyberConnect2. Narrative Rückblicke und Offenbarungen finden meist in Form von Standbildern statt, die dem offiziellen Anime entnommen wurden. Aus Lizenzgründen geht das mit jeder Menge Einschnitte für die Spieler ein - schaltet während des Spielens deshalb vielleicht besser die Benachrichtigungen aus.

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Im Vergleich zum Ausgangsmaterial schreitet der Handlungsverlauf in The Hinokami Chronicles gefühlt etwas zu hastig voran.

Neben den Kämpfen und den passiven Story-Abschnitten könnt ihr euch in Demon Slayer: Kimetsu no Yaiba - The Hinokami Chronicles auch durch sehr beengte 3D-Bereiche bewegen, die den Szenen nachempfunden sind, die Tanjiro auf seinem Abenteuer erkundet. Aus Sicht der Fans ist es sicherlich spannend, eine von Dämonen besetzte Villa oder den Berg Natagumo in eigenem Tempo zu erkunden, doch weil die Abschnitte so sehr eingeengt wurden, fühlt es sich spielerisch eher wie das Abarbeiten einer Checkliste an. Diese Gebiete sind grafisch leider auch nur okay umgesetzt worden, selbst für Last-Gen-Verhältnisse. Abgesehen von Sammelkram warten dort meist nur ein paar Kämpfe gegen wahllose Gegner auf uns, die man wirklich kaum als Bereicherung der Spielerfahrung ansehen kann.

Das sind jetzt viele negative Punkte gewesen, weil ich in diesem Rahmen natürlich nicht über die tolle Geschichte sprechen kann, die selbst in dieser zerteilten Form viele starke Momente aufweist. Das Transportieren der Story ist natürlich die primäre Aufgabe dieses Spiels und CyberConnect2 hat dem Quellmaterial mit einem flotten Kampfsystem und erkundbaren 3D-Abschnitten einiges hinzugefügt. Spielerisch mag das keine Offenbarung sein und gerade den Fans wird die Originalerzählung sicherlich besser gefallen, doch dieses Spiel hilft bestimmt dabei, neue Menschen auf die Serie aufmerksam zu machen. Mit einer Gesamtspieldauer von maximal zehn Stunden könntet ihr aber auch einfach den Anime schauen.

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Obwohl diese Handlung auf das Wichtigste heruntergebrochen wurde und grundsätzlich auch funktioniert, gefallen mir die Manga- oder Anime-Umsetzungen persönlich deutlich besser.
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
gute Shonen-Geschichte, hochwertige visuelle Qualität, offizielles Anime-Material unterstützt Darstellungen.
-
Handlungsverlauf stark zerklüftet, simples Kampfsystem und Erkundungsmissionen sind vielleicht zu einfältig, Lizenzprobleme grätschen ins Bild.
overall score
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