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Kritiken
Days Gone

Days Gone

Sony schickt exklusiv Zombiehorden durch die offene Welt von Oregon - alles schon mal dagewesen oder revolutionär anders?

  • Text: Kalle Max Hofmann

Mit Days Gone erscheint einer von Sonys wichtigsten Exklusivtitel des Jahres 2019. Das Spiel musste sich allerdings seit seiner Ankündigung mit zwei Vorurteilen herumschlagen - einerseits erinnerte viele Gamer das Szenario an The Last of Us, andererseits fiel die optische Ähnlichkeit des Helden Deacon St.John zum Hauptdarsteller von Ride to Hell: Retribution auf (was immerhin eines der am schlechtesten bewertetsten Games der letzten Jahre ist). Diese Vergleiche sind kein Wunder, denn beide Hauptfiguren sind gestandene Biker eines Motorradclubs, was natürlich mit einer sehr eindeutigen Kleiderwahl einhergehen muss.

So beginnt das Spiel auch mit einer Cutscene, in der Biker-Kutten, Tattoos und Blut eine große Rolle spielen. Deacon ist mit seinem Kumpel Boozer unterwegs, ebenfalls Mitglied des Clubs. Bei ihnen ist Deacons Frau Sarah, die optisch gar nicht so richtig zu den beiden passen will, abgesehen von den Tattoos an ihrem Unterarm. Viel Auffälliger ist ohnehin der riesige Blutfleck in ihrem Bauchbereich, denn die drei werden gerade von einer Horde von Freakern - zombieartigen, ehemaligen Menschen - verfolgt. Mit viel Mühe gelingt es Deacon, Sarah einen Platz in einem Helikopter der Staatsbehörde NERO zu sichern, die sich dem Kampf gegen die Freaker verschrieben haben. Als das Fluggerät abhebt, ist es das letzte Bild, das Deacon von seiner Frau hat und die Rückblende endet.

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Days Gone wirft uns direkt in die Geschichte, aber wir bekommen viele Tipps und Ratschläge, um uns mit der Situation vertraut zu machen.

Die eigentliche Zeitebene des Spiels setzt etwa zwei Jahre nach dem Ausbruch der Seuche an. Wir übernehmen die Kontrolle von Deacon, der immer noch mit seinem Kumpel Boozer im ländlichen Oregon unterwegs ist. Ihre schweren Motorräder haben sie inzwischen perfekt an die Bedingungen in dieser gefährlichen Wildnis angepasst. Das Duo verdient sich als sogenannte Drifter ihren Unterhalt, das sind Leute, die sich frei zwischen den wenigen Festungen der Überlebenden bewegen und Aufträge, wie die Beschaffung von Ressourcen oder auch Kopfgeldjagden, durchführen. Doch wie es das Gesetz von Open-World-Titeln mit Rollenspieleinschlag vorschreibt, verliert Deke, wie Deacon von seinen Vertrauten genannt wird, direkt am Ende seiner ersten Mission seine hochgezüchtete Maschine. Unser Kumpel Boozer wird so schwer verletzt, dass wir erst einmal auf uns allein gestellt sind. Das mittelfristige Ziel des Spiels ist also, ein neues Motorrad aufzurüsten und Boozer wieder aufzupäppeln, damit die Beiden diese inzwischen verhasste Gegend verlassen und nach Norden weiterziehen können.

Natürlich werden wir zunächst in die Steuerung und die wichtigsten Gameplay-Elemente eingeführt. Ein ständiges Thema ist der enorme Spritverbrauch des Motorrades, das ein regelrechtes Loch im Tank zu haben scheint. Zum Glück findet sich in größeren Siedlungen und in verlassenen Kontrollpunkten der NERO-Einheiten oft einer der sehr ergiebigen Benzinkanister (an Tankstellen kann man sich sogar frei Haus bedienen). Zudem gehören zu den zahlreichen Upgrades, die man für die Maschine erwerben kann, natürlich auch größere Tanks. Doch um an diese Upgrades heranzukommen, braucht man erst einmal das Vertrauen der Camps, die die passenden Werkzeuge und Ersatzteile haben. Also erfüllen wir Aufträge für sie, und hier kommt dann in den meisten Fällen das eigentliche Kernelement des Gameplays zum Einsatz: Das Kämpfen.

Schnell hat Deacon einige krude Waffen gefunden, mit denen er die Slots für die vier grundlegenden Gattungen füllt: Es gibt Nachkampfwaffen, wie das Standardmesser, das um Vierkanthölzer, Tischbeine oder auch Baseballschläger erweitert werden kann. Später kommen dann durch Crafting kreativere Prügel zum Einsatz, die in Richtung „postapokalyptischer Morgenstern" gehen - wir kennen das aus Titeln, wie Dead Rising oder Dead Island. Die drei anderen Slots sind Schusswaffen verschiedener Kaliber vorbehalten; neben einer Pistole kann Deacon eine Langwaffe und eine Spezialwaffe bei sich führen, zum Beispiel ein Karabiner und eine Armbrust. Diese Waffen lassen sich auch noch modifizieren, zum Beispiel mit selbstgebauten Schalldämpfern, verschiedenen Arten von Armbrustbolzen oder sehr viel später dann auch mit größeren Magazinen. Generell spielt Crafting natürlich eine große Rolle in Days Gone. Wir basteln uns Bandagen, Molotov-Flaschen und sogar pflanzliche Dopingprodukte oder Sprengfallen.

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Wir schlachten alte Fahrzeuge für Ersatzteile aus und müssen uns ständig um Sprit sorgen, damit wir nicht plötzlich laufen müssen.

Statt purer Gewalt ist natürlich gerade am Anfang es Spiels das geräuschlose Vorgehen sehr empfehlenswert. Genretypisch sind wir im hohen Gras beinahe unsichtbar, selbst dann noch, wenn wir eine Rolle machen - was absurd wirkt, weil Deacon dabei stets laut ächzt (da komme ich aber noch einmal drauf zurück). Eine weitere Möglichkeit, die uns zur Verfügung steht, ist eine Art "Detektiv-Blick", wie wir ihn aus Batman: Arkham Asylum oder Horizon: Zero Dawn kennen. Außerdem können Feinde mit Hilfe eines Fernglases ausspioniert und permanent markiert werden. So können wir ihre Laufwege studieren, ihre Position auch durch Wände hindurch erkennen und Feinde geräuschlos ausschalten oder sie mit geworfenen Steinen ablenken. Das ist besonders bei Missionen wichtig, wo es um NERO-Soldaten geht, denn diese sind schwer gepanzert und können nicht besiegt werden - sobald sie uns sehen, ist die Mission gescheitert.

Deutlich weniger gut ausgestattet und auch nicht so intelligent sind die Freaker, die überall im Land herumirren. Trotzdem stellen sie mit ihren unkoordinierten Bewegungen, die im Blutrausch überraschend schnell werden können, eine große Bedrohung für Deacon dar. Schon fünf von ihnen sind zu Beginn des Spiels eine brutale Übermacht, doch seit Ankündigung des Spiels sind die rein optisch beeindruckenden Horden dieser Monster ein ganz besonderes Aushängeschild von Days Gone. Wir reden hier von Gruppen mit hunderten blutrünstiger Mutanten, die im Schwarm auf Deacon losstürmen, sobald sie ihn einmal entdeckt haben. Es ist gar nicht daran zu denken, sie ohne Planung und hochwertiges Equipment zu besiegen, sodass wir ihnen im ersten Drittel des Spiels besser aus dem Weg gehen sollten. Erst deutlich später, mit Sprengfallen, Granaten und schweren Maschinengewehren, sowie voll aufgepowerten Charakterwerten, können wir es noch einmal versuchen - dann entfaltet sich ein ziemlich einzigartiges Gameplay-Erlebnis. Von den geifernden Horden verfolgt zu werden treibt ordentlich den Puls in die Höhe und erfordert eigene Strategien.

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