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Das Beste von Rob Reiner

Heute haben wir die traurige Nachricht vom Tod von Rob Reiner erhalten und uns gedacht: Gibt es eine bessere Möglichkeit, sein Vermächtnis zu würdigen, als eine Top-5-Liste zusammenzustellen?

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Heute haben wir die traurige Nachricht erhalten, dass Rob Reiner und seine Frau Michele beide verstorben sind. Die Behörden in Los Angeles untersuchen derzeit das Geschehene, und die Details bleiben vorerst unklar. Während wir auf weitere Informationen warten, wollten wir uns einen Moment Zeit nehmen, um uns auf Rob Reiners Arbeit zu konzentrieren. Auf persönlicher Ebene ist er einer meiner Lieblingsregisseure. Als großer Stephen-King-Fan hatte ich immer das Gefühl, dass Rob Reiner (zusammen mit Frank Darabont) einer der wenigen Filmemacher war, die Stephen Kings Geschichten wirklich verstanden haben. Natürlich geht seine Karriere weit über Stephen-King-Verfilmungen hinaus, und ich dachte mir: Gibt es eine bessere Möglichkeit, sein Vermächtnis zu würdigen, als eine Top-5-Liste zusammenzustellen?

Das Beste von Rob Reiner

5. Harry und Sally (When Harry Met Sally...) (1989)

Dieser Film lebt und stirbt durch seine Gespräche. Und genau deshalb funktioniert es immer noch. Lange bevor moderne Rom-Coms Selbstreflexion zu einer Persönlichkeitseigenschaft machten, glaubte Harry und Sally, dass zwei Menschen, die miteinander sprechen, ausreichen könnten. Die berühmte Diner-Szene bekommt die ganze Aufmerksamkeit, aber die wahre Magie liegt in den kleinen Dingen: die Spaziergänge durch New York, die unbeholfenen Telefonate, die Art, wie die Zeit still zwischen den Szenen vergeht. Reiner verstand, dass Beziehungen nicht auf großen Momenten basieren, sondern auf allem dazwischen.

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4. Eine Frage der Ehre (A Few Good Men) (1992)

Jeder erinnert sich an "Sie können die Wahrheit doch gar nicht ertragen!", aber was leicht zu vergessen ist, ist, wie zurückhaltend der Film bis zu diesem Moment ist. Reiner verbringt die meiste Zeit damit, sich zurückzuhalten und die Spannung eher zu köcheln, als zu explodieren. Was den Film zum Funktionieren bringt, ist nicht nur Nicholsons Darstellung, sondern auch die selbstbewusste Inszenierung von Reiners Macht: wer sitzt, wer steht, wer den Raum kontrolliert. Es ist altmodisches Filmemachen, präzise und geduldig, und deshalb trifft der Höhepunkt so hart.

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3. Die Braut des Prinzen (The Princess Bride) (1987)

Es gibt nur sehr wenige Filme, in denen jede einzelne Figur ikonisch wirkt, aber dieser ist einer davon. Sogar Nebenrollen, die dauerhaft in die Popkultur verankert sind. Reiners größte Leistung hier ist der Ton. Der Film zwinkert einem nie zu sehr zu, aber er ist immer im Scherz. Es respektiert Märchen und lacht gleichzeitig sanft darüber. Dieses Gleichgewicht ist der Grund, warum Menschen Die Braut des Prinzen in verschiedenen Lebensphasen entdecken und sich jedes Mal darin verlieben. Ich habe es vor ein paar Monaten noch einmal angeschaut und wäre nicht überrascht, wenn ich es noch einmal anschaue.

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2. Misery (1990)

Hier zeigt Reiner wirklich sein ganzes Können. Misery ist schockierend kontrolliert: ein Hauptort, zwei Hauptfiguren, keine Ablenkungen. Jede Entscheidung dreht sich um Druck. Es ist außerdem eine unglaublich schwierige Stephen-King-Geschichte zu adaptieren. Der Roman ist voller innerer Monologe, Traumsequenzen und fragmentarischer Erinnerungen, doch der Film vermeidet die meisten traditionellen Horrortricks. Es gibt keine großen musikalischen Hinweise oder auffälligen Schnitte, nur Performance und Tempo. Kathy Bates dominiert die Leinwand vollständig, aber Reiner verdient enormen Anerkennung dafür, dass er wusste, wann er sich zurückziehen und das Unbehagen die Arbeit machen lassen sollte.

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1. Stand by Me (1986)

Reiner romantisiert hier die Kindheit nicht. Es gibt Wärme, aber auch Angst, Traurigkeit und das stille Verständnis, dass manche Freundschaften das Aufwachsen nicht überleben. Es ist ein Film, der für fast jeden, der ihn sieht, irgendwie sehr persönlich wirkt - und das ist kein Zufall. Für mich ist dies wahrscheinlich der Film, der den Geist von Stephen Kings Werk am besten einfängt. Es ist auch Kings eigene Lieblingsadaption, und wie Rob Reiner 1986 sagte, entschuldigte sich Stephen King nach dem ersten Anschauen für fünfzehn Minuten und bemerkte später: "Das ist der beste Film, der je aus irgendetwas gemacht wurde, was ich geschrieben habe."

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