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Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077 - Anspielbericht

Vier Stunden lang konnten wir in CD Projekt Reds neues RPG reinspielen. Hier sind unsere Eindrücke direkt aus Night City.

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CD Projekt Red ist es irgendwie schon jetzt gelungen, ihr kommendes Spiel Cyberpunk 2077 in die zerebralen Cortex-Chips der Gamer zu kopieren. Das ist schon beeindruckend, aber dafür gibt es auch gute Gründe. Die Witcher-Reihe - und insbesondere der dritte Teil - haben deutlich die Kompetenz des polnischen Studios gezeigt, doch das erhöht jetzt natürlich auch den Druck auf die Entwickler. Sie müssen einerseits die ständig wachsende Fangemeinde begeistern und wollen mit ihrem nächsten Projekt sogar den phänomenalen Fantasy-Titel toppen. Ist das überhaupt möglich?

Ich hatte das Glück CD Project Reds neues Rollenspiel für volle vier Stunden anspielen zu dürfen und kann euch versichern, dass sich das Spiel echt sehen lassen kann. Das Gameplay aus den früheren Präsentationen ist tatsächlich aus echten Spielszenen entnommen und was die Fans ebenfalls sehr freuen wird ist, dass Cyberpunk 2077 heute sogar noch besser aussieht als damals. Je mehr ich im Vorfeld über das Spiel erfahren habe, umso größer waren meine Erwartungen an das Preview-Event. Doch was ich dort letztlich zu sehen bekam, habe ich trotzdem nicht erwartet (und das ist positiv gemeint).

Ich konnte V selbst erstellen, ihr eine Stimme geben, eine Frisur verpassen, Werte und schließlich die Hintergrundgeschichte festlegen. Die Polen erlauben uns eine ganz eigene Spielfigur zu erschaffen, was sehr dabei hilft, Bindungen zu den Figuren in dieser Welt aufzubauen. Lobenswert ist zudem der Detailreichtum, der uns in Night City erwartet: Die Menschen auf den Straßen, die Regionen und ihre unterschiedlichen Gruppen und die Art, wie sie sich verändern, sobald die Sonne langsam untergeht.

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Als ich begann, hatte ich natürlich einen klaren Plan. Ich wollte das gewitzte Kind von der Straße sein, das sich mit einer Silberzunge aus Schwierigkeiten herausredet. Nachdem ich meine weibliche V optisch perfektioniert hatte, war es also an der Zeit, die Attribute zu verteilen. Zur Auswahl stehen Körper, Reflexe, Intelligenz, technische Fähigkeiten und Coolness, und alles ermöglicht uns Zugriff auf eigene Fertigkeitsbäume. Am Ende lag ich natürlich voll daneben, denn als RPG-Veteranin bedeuten mentale Werte für mich eben klug, charismatisch oder manipulativ zu sein und Magie einsetzen zu können. Mit meinem Fokus auf Intelligenz habe ich meine V jedoch zur nerdigen Oberhackerin werden lassen, die in allen anderen Bereichen lediglich Basiswissen aufwies.

Ich will mich nicht beschweren, denn mit meiner Skillung konnte ich ein Technikgenie werden und ausgeklügelte Systeme innerhalb kürzester Zeit hacken. Doch weil ich meinen Körper so sehr vernachlässigte, waren die Reflexe furchtbar (was meine Effizienz in den Kämpfen ins Bodenlose sinken ließ). Weil auch meine Coolness nicht gerade vorhanden war, konnte ich aufgrund meines unterlegenen Charmes absolut niemandem davon überzeugen, mir einen Gefallen zu tun. Mein Start als Street Kid ließ mich in einer Bar namens „El Coyote Cojo" im Stadtteil Heywood loslegen. Der Barkeeper reichte mir einen Whiskey, damit ich die Schmerzen meiner frisch gerichteten Nase betäuben konnte. Ich lehnte den Drink ab und bewunderte stattdessen meine Kreation im Spiegel hinter der Bar - da dachte ich nämlich noch, ich sei ein cooler Hund.

Dieser Barkeeper Pepe scheint ein Freund von V zu sein, jedenfalls spricht er darüber, dass wir ihm einen Gefallen schulden. Wir müssen für ihn einen zwielichtigen Fixer namens Kirk treffen, der hoch oben in seinem Büro hockt. Der fragwürdige Kredithai hat Pepe ein bisschen Geld geliehen und will nun, dass wir ihm im Gegenzug dafür aushelfen. Er bietet mir einen Platz neben seinem grobschlächtigen Helfer an, der uns mit einem Burger im Maul lässig von der Seite mustert. Wir müssen letzten Endes eine seltene Karre aus einer Tiefgarage für ihn besorgen und bekommen einen Schlüssel, der bestehende Sicherheitsvorkehrungen und Schlösser aushebeln soll. Ein alter Typ setzt mich vor der Tiefgarage ab, doch ein Gangmitglied stoppt seinen Wagen und bedroht unseren Fahrer. Wie die Charaktere miteinander interagieren ist beindruckend und ihre Beziehungen untereinander beleben Night City. Wenn wir neue Leute treffen oder neue Gebiete betreten müssen wir deshalb stets die Umgebung im Blick haben.

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Interessanterweise lief die Mission wie geplant ab, zumindest bis Jackie auftauchte (den haben wir bereits in früheren Gameplay-Präsentationen gesehen). Der Typ erklärt uns, er sei zuerst da gewesen, was nicht gerade der freundlichste Start mit unserem großen Kumpel sein dürfte. Glücklicherweise wartet das NCPD bereits vor der Garage - vermutlich weil unser Schlüssel den Alarm eben doch ausgelöst hat - und obwohl sie keineswegs freundlich sind, werfen sie uns nicht direkt in den Knast (oder gar in den nächsten Fluss). Wie wir Jackie kennenlernen hängt übrigens davon ab, welchen Weg wir für unseren Start gewählt haben. Als „Nomad" lernen wir Jackie bei einem Job kennen, als „Corpo" ist er von Anfang an unser Freund. Als „Street Kid" will er uns über den Tisch ziehen, später mit uns zusammen untergehen und im Dreck neben uns wieder aufwachen - so knüpft man Freundschaften fürs Leben.

Nachdem wir der Gosse entkommen sind, kommt es zu der Sequenz, die wir aus dem Jahr 2018 kennen. Ich besuche meinen Ripper-Doc-Kumpel, lasse Vs Augen austauschen und Jackie bekommt sein Herz-Chakra gereinigt. Ich treffe mich mit dem extravaganten Dex und dessen goldenen Kybernetik-Erweiterungen (die ganze Fahrt über war ich begeistert von der Optik des Spiels), sprach mit der Organisation Militech, ging in die All Foods Factory und versuchte die Dinge friedlich zu lösen (woran ich kläglich scheiterte - weil ich mich in einem Dialog nicht entscheiden wollte, hat man mir ins Auge geschossen!). Ich stellte einen weiblichen Körper sicher, der auf Eis gelegt war und traf auf ein paar feindliche Mediziner. Wenn ihr wirklich wollt, könnt ihr die Videos davon direkt bei CD Project Red finden, aber glaubt nicht, dass die Clips wie das Spiel aussehen - denn das Game sieht noch um einiges besser aus.

Night City ist eine der beeindruckendsten und abwechslungsreichsten Städte in Spielen, die ich je besucht habe und es fällt schwer, mitten in den Missionen nicht spontan auf Erkundungstour zu gehen. Die ganze Stadt verändert sich bei Nacht und manche Missionen sind an spezielle Zeiten gebunden. Glücklicherweise können wir auf Knopfdruck Zeit verstreichen lassen oder wir sehen uns inzwischen einfach in der Stadt um. Die Leute haben häufig Informationen für uns und dabei kommt es zu lustigen Dialogen. Ich habe zum Beispiel so einen Verschwörungstheoretiker getroffen, der mich über „The Man" und die großen Firmen informieren wollte, die unsere Körper ausspionieren, wenn wir uns technische Modifikationen einbauen lassen. Ich wäre fast weitergegangen und dachte schon, dass der Typ mich mit einer dieser typischen NPC-Erzählschleife nerven will, aber es gab tatsächlich noch Dialogoptionen, mit denen sich noch viel mehr Informationen in Erfahrung bringen ließen.

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Mir ist erst spät klargeworden, dass ich jederzeit ein Fahrzeug hätte herbeirufen können, daher war ich viel in Night Citys Gassen unterwegs und kann deshalb bestätigen, dass der Übergang zwischen den einzelnen Gebieten wirklich extrem flüssig ist. Unterschiedliche Gangs treiben in den verschiedenen Revieren ihr Unwesen und ich bin mehr als einmal in Schwierigkeiten geraten, weil ich eine ihrer Bereiche gekreuzt habe. Auf der Karte (die in 3D dargestellt wird, um der Vertikalität der Stadt gerecht zu werden) finden sich verschiedenste Marker. Es gibt Schnellreise-Icons, Shops, Jobs, Gigs beim NCPD, Kopfgelder und vieles mehr. Für Ablenkung ist also gesorgt und manche Jobs erhalten wir auch direkt über unser Handy.

Ich habe noch nicht mal über die Kämpfe gesprochen, die natürlich ein wichtiger Bestandteil von Cyberpunk 2077 sind (ihr könnt euch aber auch dazu entschließen, nicht zu morden). Ich war einfach noch nicht bereit für Kämpfe, die zwar nicht übermäßig schwer wirkten, aber etwas Eingewöhnung erfordern. Es gibt viele Dinge, die beim Spielen beachtet werden müssen, besonders wenn ihr einen Technik- oder Intelligenz-Schwerpunkt gewählt habt. Ihr müsst zum Beispiel eure Umgebung einschätzen, mögliche Fluchtwege ausmachen, den Widerstand bedenken und selbst wenn ihr alles richtig durchdacht habt, bleibt noch Raum für Fehler. Ihr könnt natürlich auch schleichen und aus dem Hinterhalt zuschlagen, wie ich das gemacht habe, denn meine physischen Werte waren nicht besonders hoch.

Es gibt ein Tutorial in dem ihr euch ausprobieren könnt, doch die Schleicheinlagen und Kämpfe sind relativ simpel gehalten. Die Kämpfe haben jedenfalls Gewicht und die Knarren liegen schwer in der Hand. Waffen unterteilt man übrigens in drei Klassen: „Power", „Smart" und „Tech". Es gibt so viele Optionen, dass man schnell den Überblick verlieren kann, besonders beim Hacking. Das Hacken verlangsamt glücklicherweise die Zeit, allerdings kostet es Energie und ich bin mehrfach daran gescheitert, weil ich nicht gut genug vorausgeplant habe. Ich wollte möglichst ohne Mord auskommen, wenn sich die Gelegenheit bietet, aber das dürfte sehr, sehr schwer werden - zumindest solange man noch nicht mit allen Möglichkeiten vertraut ist. Das Hacking ist sehr nützlich und kann offensiv sowie defensiv eingesetzt werden. Unsere Charakterfähigkeiten können für zusätzliche Optionen in den Dialogen sorgen, dazu gehören auch unsere Vorgeschichte und die bereits erwähnten Informationen.

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Im Tutorial wurden nicht nur die Kampf-, Schleich- und Hacking-Systeme vorgestellt, auch der sogenannte Braindance spielte eine Rolle. Das ist ein völlig neuer Aspekt, den ihr euch als eine Art virtuelle „Out-of Body"-Erfahrung vorstellen könnt. Wir reisen mit einem besonderen Headset durch verschiedene Erinnerungen und erkunden im abgesteckten Rahmen vorgegebene Szenarien. Man wird mit der Mechanik vertraut gemacht, sobald man Evelyn trifft, ein hochrangiges Mitglied oder vielleicht sogar die Anführerin der „Mox" (einer Gang von Sexarbeitern). Die hat bei Dex einen seltsamen Bot bestellt, den wir für sie ausprobieren sollten. Auf diese Weise drang ich in ein Firmen-Penthouse ein, um nach Informationen zu suchen. Uns stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung, um die Geheimnisse dieser Welt zu erkunden und Braindance ist eine einfache Möglichkeit, um die Szenen in 3D zu erleben, Gesprächen zu lauschen und Hitzeprofile oder optische Hinweise zu identifizieren. In diesen Erinnerungen können wir zudem noch vor- oder zurückspulen und auch pausieren, um bestimmte Bilder in Ruhe zu analysieren. Mir ist zudem Vs Reaktion aufgefallen, denn ein unvermittelter Braindance kann für den Anwender mental sehr überwältigend sein.

Da uns CD Projekt Red bereits gezeigt hat, was passiert, wenn wir den Bot an Militech abgeben, habe ich mich dazu entschieden, ihn Dex zu übergegeben. Das führte mich ins Afterlife, das ist ein Club für Söldner. Ich habe mir dort mit Jackie einen Drink genehmigt und ihm nach einen Job gefragt. Er bestellt daraufhin zwei Johnny Silverhands - eine schöne Anspielung auf den Charakter, den wir bisher noch nicht persönlich treffen konnten. Cyberpunk 2077 sieht absolut unglaublich aus und spielt sich auch phänomenal (und wir haben das Spiel „nur" über Streaming-Software gespielt, also nicht live erlebt). Night City wirkt lebendig und wir bauen echte Bindungen zu den Charakteren auf. Es ist knackig, lustig, tiefgängig und abwechslungsreich. Es liegt zwar noch einige Arbeit vor CD Project Red, aber wenn das Spiel fertig ist, wird es euch sicher umhauen. Zumindest war das bei mir so und ich hatte wirklich sehr hohe Erwartungen.

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