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Bright Memory

Bright Memory

Wir schauen uns das chinesische Ein-Mann-Projekt Bright Memory an um zu sehen, was der Titel für Next-Gen-Spieler zu bieten hat.

  • Jonas Mäki

Anfangs war ich ein wenig überrascht. Nur um die acht Euro für Bright Memory, ein Spiel, das eigentlich ganz nett aussieht und wie ein ''Doom Eternal für Arme'' wirkt. Meist bekommt man auch das, wofür man bezahlt und Bright Memory ist lediglich der erste Teil von Bright Memory: Infinite, das im nächsten Jahr erscheinen soll.

Damit haben wir nur ein sehr kurzes Vergnügen, doch das macht nichts, denn ich hatte auch keine Lust auf mehr. Hauptsächlich, weil das Spiel im letzten Jahr für den PC veröffentlicht wurde und ich noch nie eine so offensichtliche PC-Portierung gesehen habe. Es finden sich einige PC-Einstellungen im Spiel — alle ausgeschaltet oder auf den niedrigsten Wert gestellt. Darunter auch V-Sync, was für unangenehmes Flackern sorgt, bis das Spiel startet.

Bright Memory
Das Design ist einer der wenigen Stärken des Spiels.

Ich will mich nicht zu sehr über technische Probleme beschweren, denn das Spiel wurde von nur einer einzigen Person entwickelt. Und in diesem Licht betrachtet, ist es ein kleines Meisterwerk. Doch das nützt mir auch nichts. Wie ist das Spiel denn jetzt wirklich? Dadurch dass ich mich erst mit den Einstellungen herumschlagen muss, spielt es am Ende keine Rolle, ob ein Meisterwerk auf mich wartet.

Ohne große Vorbereitung und mit schlechter Übersetzung übernehme ich die Rolle von Shelia. Wer sie ist und was ihre Ziele sind, bleibt unklar. Ihr Design ist recht gut und sie selbst hat einige coole Tricks auf Lager, sodass sie mir trotzdem ans Herz gewachsen ist. Zumindest bis ich angefangen habe zu spielen. Denn es wird sofort klar, dass hier offensichtlich etwas nicht stimmt. Entwickler FYQD hat der X- und Y-Achse die gleiche Geschwindigkeit verpasst (vermutlich, weil WASD auf beide Analog-Sticks übertragen wurde) und das kann auch nicht geändert werden. Ich musste Shelia viel, viel langsamer machen, um überhaupt zurechtzukommen.

Bright Memory
Leider werdet ihr auf einige Fehler stoßen.

Sie beherrscht einen seitlichen Dash der ziemlich praktisch ist, jedoch oftmals damit endet, dass ich mich ziellos in Dinge stürze, oder an gefährlichen Abgründen Selbstmord begehe. Das Kampfsystem gehört zu den Stärken von Bright Memory, denn es gibt uns die Gelegenheit unsere Gegner mit schnellen Knopf-Kombos auszutricksen. Ein bisschen wie die Air-Juggles in Kampfspielen.

Nur weil es zu den Stärken gehört, muss es aber nicht unbedingt Spaß machen. Die Gegner sind entweder viel zu leicht oder wahre Kugelschwämme, die ähnlich viel einstecken können, wie die Gegner im neusten Teil von Serious Sam. Die Bosskämpfe gehen teilweise so lang, dass ich einfach nur müde bin von all der Action. Wir können in dem sehr limitierten Levelsystem ein paar neue Fähigkeiten freischalten, aber insgesamt sind diese so mager, dass sie nicht viel zum Spiel beitragen.

Bright Memory
Das Spielsystem ist in der Theorie gut, doch die mickrigen Gegner machen es langweilig.

Es gibt also überhaupt nichts, was ich an diesem Spiel schätzen kann? Nicht ganz, denn ich finde die Präsentation und das Design gut. Doch eben, weil das Design gut ist, habe ich mehr unter der Oberfläche des Spiels erwartet. Der Soundtrack erinnert an die Titelmusik von Animes der Achtziger, was mir ein bisschen das Herz erwärmt. Egal wie schrecklich es klingen mag — ich bin froh, dass dieses Spiel so kurz ist. Ich habe knapp 30 bis 40 Minuten für meinen Durchgang benötigt und habe damit genug vom Spiel gesehen. Besonders, da mich so viele andere tolle Spiele diesen Herbst erwarten.

Nächstes Jahr wird das Gesamtpaket des Spiels in Form von Bright Memory: Infinite erscheinen. Ob der Entwickler die Zeit hat, sein Spiel zu verbessern und es besser für die Konsolen anzupassen, wird sich erst zeigen. Ich hoffe es sehr, denn der Entwickler des Spiels ist wie bereits erwähnt alleine und es liegt noch viel Arbeit vor ihm.

04 Gamereactor Deutschland
4 / 10
+
Anime-inspirierter Soundtrack, gutes Design.
-
Mangelhafte Portierung, langweilige Gegner, schlechtes Gameplay, sehr kurz, keine gute Steuerung.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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