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Boris Johnson fordert Großbritannien und seine Verbündeten auf, nicht kämpfende Truppen in die Ukraine zu entsenden

Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson hat dazu aufgerufen, dass Großbritannien und seine Verbündeten sofort Nicht-Kampftruppen in die Ukraine entsenden, da dies in den Ansichten des russischen Präsidenten Wladimir Putin "einen Schalter umlegen" könnte.

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Boris Johnson fordert Großbritannien und seine Verbündeten auf, nicht kämpfende Truppen in die Ukraine zu entsenden

In einem Interview mit der BBC mit Laura Kuenssberg schlug Johnson vor, Truppen in friedliche Regionen in Unterstützungsrollen statt in Kampfpositionen zu entsenden, und stellte die Frage, warum Truppen nach einem Waffenstillstand eingesetzt werden könnten, aber nicht vorher.

Im Hinblick auf die Ursprünge des Konflikts sagte Johnson, der Krieg hätte verhindert werden können, wenn westliche Staaten nach Russlands Annexion der Krim 2014 entschiedener gehandelt hätten. Im Gespräch mit dem ehemaligen Chef des Verteidigungsstabs, Admiral Sir Tony Radakin, kritisierte er die frühe westliche Reaktion als vorsichtig und langsam, wobei Verzögerungen beim Waffenversenden Kiew frustrierten.

"Es hat immer dem Vorteil der Ukraine und Putins Nachteil gedient. Die einzige Person, die unter einer Eskalation leidet, ist Putin." Johnson sagte der BBC.

Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums sagte, die Regierung unterstütze die Ukraine weiterhin bei den Vorbereitungen auf mögliche Friedensmissionen. Die jüngste Hilfe umfasst 500 Millionen Pfund für die Luftverteidigung und 200 Millionen Pfund für die einsatzbereiten britischen Streitkräfte, koordiniert mit über 30 alliierten Nationen.

Johnson gab zudem zudem Bedauern über verpasste Gelegenheiten zu, Putin in der Vergangenheit zu konfrontieren, und nannte westliche Misserfolge auf der Krim, in Syrien und Afghanistan als Ermutigung für den russischen Führer. Er betonte, dass Klarheit aus dem Westen notwendig sei, um zu zeigen, dass die Freiheit der Ukraine eine strategische Priorität ist.

Sir Tony Radakin forderte das Vereinigte Königreich auf, das NATO-Versprechen zu lösen, bis 2035 3,5 % des Nationaleinkommens für Verteidigung auszugeben, und betonte die Notwendigkeit, trotz bestehender Allianzen in militärische Einsatzbereitschaft zu investieren.

Johnsons Vorschlag, der im BBC-Interview hervorgehoben wurde, geht über die aktuelle britische Politik hinaus, könnte aber Sicherheitszonen oder Unterstützungsinfrastruktur statt Kampfaufgaben umfassen. Sowohl er als auch der ehemalige Chef des Verteidigungsstabs betonten, dass anhaltender politischer, wirtschaftlicher und militärischer Druck auf den Kreml entscheidend für die Beendigung des Konflikts sei.



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