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Battlefield 2042

Battlefield 2042

Auch ohne Kampagne bietet dieser Ego-Shooter dank seiner drei Online-Modi ein solides Programm.

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Battlefield 2042Battlefield 2042
Es macht Spaß zu experimentieren, welche Spezialisten sich gut mit verschiedenen Ausrüstungen kombinieren lassen.

Es ist ziemlich unwirklich, dass Battlefield 2042 jetzt bereits (via Early Access) spielbar ist. EA hat dieses Mal eine merkwürdige Marketingstrategie verfolgt und die drei Hauptmodi des Ego-Shooters, der in der nahen Zukunft spielt, nur grob beschrieben. Wir haben insgesamt wenig Gameplay gezeigt bekommen und letzten Monat gab es eine offene Beta, in der nur der Spielmodus „Conquest" auf einer der brandneuen Karten vorgestellt wurde. Der Einstieg in die Review-Phase dieses Spiels, die übrigens in wenigen Stunden abgehandelt werden musste, ist für mich deshalb zunächst ebenfalls ein Rätsel gewesen. Ich wollte vorsichtig optimistisch an die Sache herangehen, wusste aber auch nicht genau, was mich eigentlich erwarten würde.

Wie ihr vielleicht wisst, gibt es in Battlefield 2042 keine Einzelspielerkampagne, denn stattdessen stehen drei separate Online-Erlebnisse zur Verfügung: All-Out Warfare, Battlefield Portal und Hazard Zone. All-Out Warfare ist die typische Online-Affäre mit den beiden Spielmodi „Breakthrough" und „Conquest". Battlefield Portal ist eine völlig neue Erfahrung, die es uns erlaubt, "die Regeln des Krieges zu ändern" - so sagt es jedenfalls EA. Hazard Zone ist ein PvPvE-Modus, der herausfordernder wird, je länger ihr spielt.

All-Out Warfare

Zuallererst möchte ich denjenigen, die mit den früheren Battlefield-Teilen nicht vertraut sind, einen kurzen Überblick über die zurückkehrenden Modi geben: Conquest ist ein Kampf um Territorien, bei dem die Spieler um die Kontrolle von mit Buchstaben versehenen Zonen auf der Karte kämpfen. Bei Breakthrough hingegen dringt ein angreifendes Team von Spielern vor und versucht, nach und nach durch die gegnerische Verteidigung zu brechen. Die Spieler des verteidigenden Teams müssen sich dieser geplanten Invasion widersetzen und das angreifende Team daran hindern, ihr Ziel zu erreichen.

Die Regeln für diese Modi wurden für All-Out Warfare nicht verändert, aber es wurden einige Änderungen vorgenommen. Die Spielerzahl auf den Konsolen der aktuellsten Generation (und dem PC) wurden auf 128 erhöht und die Karten sind größer, um diese Menge auszugleichen. Es ist die große Neuerung von Battlefield 2042, doch ich empfand sie als zweischneidiges Schwert: Einerseits war es berauschend zu sehen, wie um mich herum das Chaos ausbrach, doch das ständige Gefühl der Beklemmung hat sich mit der Zeit als überwältigend erwiesen.

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In Battlefield 2042 gibt es nun Spezialisten, die in der Beta noch etwas kontrovers aufgenommen wurden. Ich bin jedoch der Meinung, dass sie eine Veränderung zum Besseren darstellen. Diese zehn Charaktere haben ihre eigenen, einzigartigen Gadgets und Perks und sie können mit jeder verfügbaren Waffe ausgerüstet werden. Sundance kann zum Beispiel mit einem Wingsuit anmutig von den Dächern der Gebäude gleiten, Falck heilt Verbündete aus der Ferne mit einer Heilungspistole und Boris sichert seine Flanke ab, indem er einen Geschützturm aufstellt. Ich fand all diese Fähigkeiten praktisch und es hat Spaß gemacht, mit verschiedenen Kombinationen zu experimentieren.

Was das Waffenarsenal angeht, so ist meine Meinung gegenüber der offenen Beta weitgehend unverändert geblieben. Mit einigen SMGs und Sturmgewehren ist es so, als würde man versuchen, mit einem schnell spritzenden Wasserschlauch zu zielen. Selbst wenn ein Gegner nur wenige Meter von einem entfernt steht, trifft man ihn manchmal einfach nicht, und aus diesem Grund habe ich zu Scharfschützengewehren und Karabinern gegriffen, um präziser zielen zu können. Dadurch habe ich aber mit der Zeit die rasanten Feuerstöße vermisst, die man mit den oben genannten Waffen erhält.

Das neue Plus-System ist ein echter Wendepunkt im Spiel, denn es ermöglicht es uns, ein Radialmenü aufzurufen und Komponenten, wie Zielfernrohre, Griffe und Läufe, im Handumdrehen auszutauschen. Die Vorteile dieses Systems sind sofort ersichtlich - man kann die eigenen Kampffähigkeiten im Handumdrehen verändern - aber es gibt einen kleinen Nachteil: Die verfügbaren Aufsätze müssen im Hauptmenü zuerst einzeln zugewiesen werden und das kann mühsam sein, da man das für jede Waffe machen muss. Es gibt natürlich eine große Auswahl an Modifikationen und es ist schön, dass Spieler ihre bevorzugten Optionen auswählen können, aber ich wünschte trotzdem, es gäbe ein paar Standardoptionen, damit man nicht aufgeschmissen ist, wenn man vergisst, die Teile vorher auszurüsten.

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Mit einigen SMGs und Sturmgewehren ist es so, als würde man versuchen, mit einem schnell spritzenden Wasserschlauch zu zielen.

Hazard Zone

Hazard Zone ist ein Squad-basierter PvPvE-Modus für vier Spieler, bei dem Risiko und Belohnung eine Rolle spielen. Die Trupps haben die Aufgabe, Datenlaufwerke von abgestürzten Satelliten zu sammeln und sie zu "extrahieren", indem sie in einem von zwei Intervallen die Evakuierung antreten. Mithilfe eines Trackers können die Spieler den Standort dieser Laufwerke ausfindig machen, doch wenn ihr euer Ziel erreichen wollt, müsst ihr euch mit gegnerischen (menschlichen) Trupps, KI-Patrouillen und Naturkatastrophen auseinandersetzen. Die erste Extraktionsmöglichkeit ist sicherer, aber die Belohnungen sind nicht so üppig. Das zweite Evakuierungsfenster belohnt die Spieler weitaus besser, aber falls ihr versagt, geht ihr leer aus.

Zu Beginn des Spiels gibt man eine Währung aus, die als "Dark Market Credits" bezeichnet wird. Die erhaltet ihr durch das Extrahieren von Datenlaufwerken und das Abschießen feindlicher Spieler. Leider sind diese Credits oft sehr knapp und Waffen, Wurfgegenstände, sowie allgemeine Team-Upgrades haben natürlich ihren Preis. Auch die Zusammenstellung des eigenen Squads will gut überlegt sein, da jeder Spezialist nur einmal pro Team ausgewählt werden darf. Es ist ratsam, sich zu überlegen, welche Fähigkeiten gut zusammenpassen: Ein Trupp mit Caspar und "Dozer" bietet zum Beispiel Aufklärung und Deckung - der eine scannt die Umgebung mit der Drohne ab, der andere platziert ein massiges Schutzschild auf dem Schlachtfeld und schützt seine Mannschaft auf diese Weise.

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In Hazard Zone habe ich einige angespannte Momente erlebt, etwa als ich ein Feuergefecht nur knapp überlebt habe und es anschließend doch noch ins rettende Luftschiff geschafft habe. Ich finde es ein bisschen enttäuschend zu sehen, dass die sieben Karten aus All-Out Warfare in diesem Spielmodus wiederverwendet werden und dass es keine neuen, speziell für diesen Modus entworfenen Areale gibt. Wenn man ausscheidet, wird man zum Zuschauen verdonnert und muss auf das nächste Spiel warten, was ich zunehmend frustrierend fand. Habt ihr eine Pechsträhne, müsst ihr man minderwertige Ausrüstung verwenden, da man den eigenen Vorrat an Dark Market Credits schnell ausschöpft.

Außerdem kann ich mir vorstellen, dass Hazard Zone deutlich weniger Spaß macht, wenn man nicht mit einer Gruppe von Freunden spielt. Die Kommunikation ist von entscheidender Bedeutung, da man koordinieren muss, welche Satelliten man als Nächstes ansteuert, und Teamkollegen schneller vor unmittelbaren Bedrohungen warnen kann. Sicherlich kann man sich auch mit Textchat und Scanner austauschen, aber das ist nicht so direkt wie das Sprechen in einem Gruppenchat. Aus meiner Erfahrung mit Back 4 Blood, Sea of Thieves und anderen Koop-Titeln weiß ich, dass es nicht immer einfach ist, eine Gruppe von Fremden mit Mikrofonen zu finden, die alle dieselbe Sprache sprechen können. Dieses Problem gibt es nicht nur bei Battlefield 2042, aber in einem kompetitiven Modus wie diesem haben diejenigen, die über den Sprachchat kommunizieren, wahrscheinlich die Oberhand.

Battlefield Portal

Die dritte und letzte Komponente von Battlefield 2042 ist ein ganz anderes Biest für sich. Bei Battlefield Portal handelt es sich im Wesentlichen um einen Spielmodus-Editor, mit dem die Spieler ihre eigenen Battlefield-Matches gestalten können. Ihr könnt euch das als Werkzeugkasten mit Funktionen aus früheren und aktuellen Teilen vorstellen: Über eine webbasierte Plattform passen die Spieler Faktoren, wie die Siegbedingungen, das verfügbare Waffenarsenal und die Größe der einzelnen Teams, an. Wem das zu viel Arbeit ist, der kann jederzeit die von Dice und der Community entwickelten Modi spielen. Bizarrerweise fühlt sich das Game in diesem Bereich fast ein wenig wie Media Molecules Dreams an, was die endlose Wiederspielbarkeit und das Gefühl der Freiheit angeht, das es bietet.

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Ein weiterer großer Vorteil dieses Modus ist die Einbeziehung von Karten, Fahrzeugen und Waffen aus Battlefield 3, Battlefield 1942 und Battlefield: Bad Company 2. Diese Elemente können mit den moderneren Elementen aus Battlefield 2042 kombiniert werden, um einige ziemlich einzigartige Modi zu schaffen, oder ihr könnt eine klassische Partie Rush oder Conquest spielen. Es ist fast so, als ob man mit Portal ein reduziertes Remaster dieser Spiele erhält, da sie ein visuelles Facelifting erhalten haben und die Karten jetzt auch mit bis zu 128 Spielern spielbar sind (natürlich nur auf den aktuellen Konsolen und dem PC).

Während meiner Review-Session konnte ich mir eine Handvoll chaotischer Modi ansehen, die mit den Möglichkeiten des Portal-Editors erstellt wurden. Ein Modus, der mir besonders auffiel, war ein Free for All, bei dem die Spieler nur mit Raketenwerfern ausgerüstet waren. Der Haken an der Sache war allerdings, dass man immer nur eine Rakete in der Hand halten konnte, und um weitere Munition zu erhalten, musste man fünfmal springen. In einem anderen Modus mussten die Spieler nur mit Messern und Defibrillatoren gegeneinander antreten. Ich kann mir vorstellen, dass diese Art von der Unterhaltung mit einer Gruppe von Freunden sehr lustig sein kann und ich bin gespannt, was sich die Community noch einfallen lässt, wenn man ihr die entsprechenden Werkzeuge gibt.

EA hat mit der Abschaffung der Kampagne und der Konzentration auf den Mehrspielermodus ein großes Risiko auf sich genommen, aber es scheint, dass sich die Sache größtenteils ausgezahlt hat. Jede der drei Säulen von Battlefield 2042 fühlt sich ansprechend und einzigartig an, und sie werden in Zukunft durch das Live-Service-Modell, das EA für diesen Titel empfiehlt, hoffentlich weiter ausgebaut werden. Das heißt aber nicht, dass ich keine Bedenken habe. Ich kann mir vorstellen, dass Hazard Zone frustrierend ist, wenn man es alleine spielt, und einige der verfügbaren Waffen sind mir persönlich einfach nur unzuverlässig.

Battlefield 2042Battlefield 2042
Der Spielumfang ist im Vergleich zu anderen Online-Games beinahe überschaubar, doch EA möchte den Titel in Zukunft weiter unterstützen.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
jeder Modus ist fesselnd und einzigartig, die Spezialisten bieten viel Flexibilität, große Massenschlachten sorgen für ein tolles Gefühl von Chaos.
-
Hazard Zone wird solo wahrscheinlich nicht sehr viel Spaß machen, einige Waffen sind unzuverlässig.
overall score
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