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Back 4 Blood

Back 4 Blood - Beta-Impressionen

In diesem Zombie-Shooter müssen die Infizierten ihren Mordshunger überwinden und ihren Hirnschmalz einsetzen, um die Trumpfkarten der Überlebenden vom Tisch zu wischen.

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Heute beginnt die erste Phase der groß angelegten Beta von Back 4 Blood, mit der sich Turtle Rock Studios auf die Veröffentlichung ihres „spirituellen Nachfolgers von Left 4 Dead" vorbereitet. Vier unserer erfahrenen Redakteure haben schon vorab ein paar Stunden mit dem Ego-Shooter verbracht und bewiesen, dass die Gamereactor-Truppe tödliche Zombies abgibt. Falls wir allerdings die letzte Hoffnung der Menschheit werden sollten und den Ansturm der Untoten überleben müssten, dann wird die Angelegenheit deutlich schwieriger...

Bislang haben wir nur ausgewählte PvE- und PvP-Inhalte erlebt und genügend Gelegenheiten gehabt, wandelnde Leichen abzuschlachten. Die Menschen werden in diesem Spiel „Cleaner" genannt und sie haben Zugriff auf vorgegebene Kartendecks, die in jeder Runde verbessert werden. Keine Bange, diese „Karten" sind nur eine Visualisierung verfügbarer Anpassungsoptionen, denn damit legt ihr Dinge, wie eure Geschwindigkeit, vorhandene Ausrüstungsverbesserungen, effektivere Items usw., fest.

Dem gegenüber stehen die Zombies, die hier „Ridden" genannt werden. Die Infizierten sind in neun Rollen unterteilt sind und jede Klasse hat noch einmal drei Variationen, sowie drei eigene Mutationen, aus denen sie wählen kann. Im Endeffekt wählt ihr damit aus, wie es um eure Bewegungs- und Angriffsfähigkeiten steht. Beide Seiten haben also Zugriff auf ein umfassendes Fortschrittssystem.

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Die Cleaner müssen so lange wie möglich überleben und die Ridden sollen die Menschen schnellstmöglich auffressen, bzw. zu Boden ringen. Es geht im Endeffekt nicht unbedingt um euren Einfluss auf das Match, sondern um die Zeit, die eure Truppe benötig. Am Ende der Runde (zwei Partien werden gespielt und einmal wechseln die Seiten) gewinnt das Team, das auf der Karte am längsten überlebt hat. Der endgültige Gewinner steht fest, sobald ein Team zwei Karten für sich beanspruchen konnte.

Manche Karten sehen richtig gut aus und erweisen sich als schlau durchdachte Arenen mit erzwungenen Konfrontationen und Hindernissen. Die Überlebenden müssen nicht nur die feindlichen Spieler abwehren, sondern sich gleichzeitig einer ständig wachsenden Horde von Zombies stellen. Glücklicherweise können die Lebenden wiederbelebt werden, wenn sie doch mal zu Boden gegangen sind. Außerdem haben die Cleaner Zugang zu Fallen und verschiedenen Waffen, die ich bereits sehr gut ausbalanciert empfand (eine unaufhaltsame Axt und eine verheerende Schrotflinte mal ausgenommen).

Die Ridden können nur dort spawnen, wo sie nicht von den menschlichen Mitspielern gesehen werden. Während ihr auf den Wiedereinstieg wartet, könnt ihr euch unsichtbar über die Karte bewegen und euch mit eurem Team absprechen, um die Überlebenden durch Anpassung eurer Rollen und Fähigkeiten in die Enge zu treiben. Der Schlüssel zum Sieg liegt darin, die Mutationspunkte zu verwenden, um entweder die eigenen Statistiken oder die gemeinsame, von der KI-gesteuerte Zombiehorde zu verbessern. Es ist ironisch, dass Zombiespieler Gehirneinsatz benötigen, denn sie müssen die eigenen Ressourcen sorgfältig einsetzen und sollten dabei nicht sterben.

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Als Mensch wird die Erfahrung immer bedrückender, da die Größe der Horde und die Gefahr, die von ihr ausgeht, stetig zunimmt (vor allem wenn die gegnerischen Spieler ihre Mutationspunkte schlau investieren). Außerdem verringert sich unser Bewegungsraum allmählich, da sich das Spielfeld wie in einer Battle-Royale-Schlacht immer enger um die Cleaner zusammenzieht. Die menschlichen Überlebenden haben allerlei Gadgets und sie richten deutlich mehr Schaden an, als man zunächst annimmt. Außerdem stapeln sich auch ihre Fortschrittsmöglichkeiten Runde für Runde.

Alles in allem hat der PvP-Bereich bereits einen guten Eindruck hinterlassen. Abgesehen von einigen Clipping-Problemen in geschlossenen Räumen (allzu viele Monster passen da einfach nicht hinein) reagiert Back 4 Blood schon jetzt sehr gut, denn der technische Zustand ist überaus solide. Zuerst habe ich die Möglichkeit vermisst, über den Boden zu rutschen. Betrachtet man jedoch die allgemeine Mobilität und das Tempo des Gameplays, ist es sinnvoll, darauf zu verzichten.

Wenn ihr zum ersten Mal Back 4 Blood spielt, solltet ihr euch mit dem PvE-Bereich vertraut machen. Dort erwartet euch eine Herausforderung, die von einem System unterstützt wird, mit dem wir ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet hatten. Die Wahl der Überlebenden-Klassen spielt in Back 4 Blood nämlich kaum eine Rolle und sollte eher als Ausgangspunkt verstanden werden. Viel wichtiger sind die eingangs erwähnten Karten, die euren Charakter Runde für Runde verstärken. Schade, dass das bei Spielbeginn nicht hinreichend erklärt oder zumindest hervorgehoben wird, denn das System bietet jede Menge Spieltiefe, obwohl der Erstkontakt etwas überwältigend ist.

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Diese Karten geben beispielsweise vor, ob euer Nahkampfangriff ein scharfes Messer oder eine stumpfe Faust nutzt, ob ihr euch heilt, nachdem ihr Untote mit einem kritischen Angriff vernichtet habt, oder wie stark euch die Verwendung von Medikamenten heilt. Es gibt jede Menge Möglichkeiten und Synergieeffekte, wenn ihr eure Boni schlau kombiniert. Noch mehr Herausforderung bringen korrumpierte Karten ins Spiel, weil sie euch einige Dinge erschweren. Beispielsweise können die feindlichen Zombiehorden etwa von alarmierten Vögeln aufgeweckt und angelockt werden oder ihr habt verloren, sobald jemand niedergeschlagen wird.

Der Fortschritt im PvE-Modus ist linear, wie in den anderen Left-4-Dead-Klonen dieser Welt. Ihr werdet von drei Freunden, bzw. Bots begleitet und müsst im Spielverlauf Schutzzonen erreichen, die als Kontrollpunkte dienen. Dort könnt ihr Waffen oder Ausrüstung kaufen, eure Knarren nachladen und Verbrauchsgegenstände auffrischen. In den Missionen gibt es sogar einen leichten narrativen Spritzer, was angenehm ist, denn die Kampagne selbst konnten wir im Rahmen der Beta gar nicht ausprobieren. Abgesehen von einigen merkwürdigen Hitboxen und auffallend langsamen Animationen ist das kooperative Erlebnis von Anfang an angenehm und sehr angespannt.

Der Koop-Aspekt in Back 4 Blood war eine Überraschung, denn er ist nicht nur darauf ausgelegt, sich gegen heranstürmende Horden zu verteidigen. Mit euren Knarren und Waffen solltet ihr allerdings vorsichtig umgehen, da ihr eure Verbündeten schadet, wenn ihr sie damit trefft (zumindest auf den härteren Schwierigkeitsgraden). Die Untoten sterben wie die Fliegen, doch ihre hohe Anzahl ist ein Problem. Außerdem sind die Level so gestaltet, dass man früher oder später die Ankunft einer Horde provoziert. Häufig trifft man in geschlossenen Räumen auf gefährliche Feinde und viele andere Kopfschmerzen, die einen an eine Zombie-Apokalypse erinnern. Passt ihr nicht auf, werdet ihr in Sekundenschnelle vom entstandenen Chaos verschlungen.

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Wir hatten nicht viel Zeit, um weiter mit dem PvE-Modus zu experimentieren, doch diesen Bereich haben wir uns ja bereits in der Vergangenheit angesehen. Es ist jedoch klar geworden, dass wir unsere Karten und Waffen mit Bedacht wählen sollten, um die vor uns liegenden Herausforderungen zu überstehen. Normalerweise sind eure Ressourcen knapp bemessen, doch wenn ihr die Level erkundet, findet ihr hilfreiche Gegenstände. Entscheidungen sind wichtig und das gilt insbesondere, wenn es um die Teamarbeit geht. Vor allem die Verwendung beschädigter Fähigkeitskarten, die das Erlebnis vollständig drehen und noch komplizierter machen können, solltet ihr euch gut überlegen.

Schon nach wenigen Spielen mit Back 4 Blood entsteht das Gefühl, einen fertigen Titel in den Händen zu halten. Die Beta, die euch bereits Crossplay-Server und vollständige Sprachsynchronisation in verschiedenen Sprachen anbietet, ist ein Zeichen dafür, dass die Arbeit von Turtle Rock Studios fast erledigt ist. Vielleicht sollten noch einige Animationen aufpoliert werden, obwohl es in diesem Segment schon einige großartige Dinge zu bewundern gibt. Dank der vielversprechenden Beta-Session haben wir zwei Dinge gelernt: Erstens will Back 4 Blood viel mehr sein als ein spiritueller Nachfolger von Left 4 Dead. Und das Zweite? Nun, wenn wir in eine Zombie-Apokalypse verwickelt würden, wären wir lieber auf der Seite der Untoten...

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KRITIK. Von Jonas Mäki

Hat Turtle Rock dem Zombie-Shooter-Genre etwas Sinnvolles hinzuzufügen?



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