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Axiom Verge

Axiom Verge

Ein Action-Jump'n'Run im Geiste von Metroid für PS4 und PS Vita, produziert im Alleingang von einem Herrn namens Tom Happ.

Jeder Metroid-Fan muss sich über die Existenz von Tom Happ freuen. Der Entwickler hat beschlossen, ein Spiel zu erstellen - völlig im Alleingang übrigens - das sich ganz im Geiste der klassischen Adventure-Serie von Nintendo bewegt. An der Oberfläche sieht Axiom Verge aus wie ein NES-Spiel und verhält sich auch so. Die Optik ist pixelig, der Sound eine Reminiszenz an die Low-Fi-Klanglandschaften vergangener Tage. Das Gameplay ist nahezu identisch. Zumindest, wie gesagt, wenn man die Oberfläche betrachtet.

Wer gräbt, findet allerdings schnell erstaunliche Tiefe. Die Zufriedenheit kommt, wenn man die Hauptfigur Trace mit Verbesserungen ausstattet. Oder mit dem Gefühl, wenn man den riesigen Skorpion-Bosskampf nach unendlich vielen Niederlagen endlich erledigt hat. Das Spielerlebnis ist so erfrischend, es ist toll zu sehen, dass sich ein Entwickler endlich mal wieder getraut hat, ein Spiel bis hinunter auf seinen Kern zu reduzieren und sein Augenmerk auf die Spielfreude zu konzentrieren. Ja, in Axiom Verge ist reine Spielfreude zweifellos das Hauptaugenmerk.

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Die Spielwelt ist in Abschnitte unterteilt, und jeder hat seine eigenen Boss-Kämpfe.

Man startet das Spiel durch das Ergreifen der Waffe, und diese eine Waffe wird einem nun durch das gesamte Spiel folgen. Man findet Upgrades für die Wumme, um sie effektiver zu machen. Es gibt zum Beispiel explosive Projektile, die einen flammendes Inferno vor einem auslösen. Die meisten Gegner im Spiel haben eine einzige, eindeutige Schwäche. Es ist unsere Aufgabe, herauszufinden, welche das ist. Wie bei Metroid gibt es Checkpoints, und wenn man stirbt, muss man dort starten. Das Spiel endet nie, weil man immer wieder respawnen darf. Nett. Weitere Upgrades sorgen für zusätzliche Lebenspunkte oder neue Laborkittel, die einem einen taktischen Vorteil gegenüber den Feinden garantieren. Irgendwann bekommt man auch Zugang zu einer Drohne, die einem vorher nicht zugängliche Stellen eröffnet.

Die Spielwelt ist in Abschnitte unterteilt, und jeder hat seine eigenen Boss-Kämpfe. Die Welt ist wirklich groß, und wenn man glaubt, alles entdeckt zu haben, finden sich immer noch neue Orte hier und da, die vorher noch abgeriegelt waren. Es gibt immer etwas zu sehen und zu tun. Das Gefühl der Progression steht sehr gut im Einklang mit den Metroidvania-Wurzeln.

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Es sieht wegen der Farbpalette aus wie ein Produkt der NES-Ära, aber das Niveau der gepixelten Details erreicht Höhen, die unmöglich für die dreißig Jahre alte Maschine sind.

Die Musik ist zudem fantastisch. Am Anfang will man fast glauben, dass es ein echtes NES-Spiel ist. Je länger man spielt, umso mehr Schichten mogeln sich in die Mischung ein, um am Ende intensiv pumpend zu klingen, immer aber mit einem mystischen Ton. Die Soundeffekte sind auch genau so, wie man sie erwarten würde. Sie passen perfekt zu dieser Art von Spiel. Es ist halt alles sehr retro.

Bei der Grafik nun glänzt Axiom Verge dann wirklich so richtig. Ja, es sieht wegen der Farbpalette aus wie ein Produkt der NES-Ära, aber das Niveau der gepixelten Details erreicht Höhen, die unmöglich für die dreißig Jahre alte Maschine sind. Der Entwickler hat auch absichtlich bestimmte Fehler und Störungen um der Nostalgie willen eingebaut, aber eben auch, weil sie dazu beitragen, bestimmte Teile der Spielwelt vorerst zu verbergen. Allein das gibt Axiom Verge eine überraschende Tiefe, und es ist echt innovativ. Obwohl das Spiel altmodisch aussieht und sich auch so anfühlt, ertrinkt man nie in Nostalgie. Das ist etwas, wo andere Spiele lernen können.

Axiom Verge ist die Arbeit von nur einem Mann, und es ist fünf Jahre in der Entwicklung gewesen. Das ist eine beeindruckende Leistung in der Welt der Triple-A-Games. Dass das Spiel äußerst amüsant zu spielen ist, macht diese Leistung nur noch beeindruckender. Es wird sicherlich all jenen richtig gut gefallen, die sich gerne erinnern an die 8-Bit-Tage von damals. Aber auch jeder 14-Jährige aus dem Jahr 2015 wird seinen Spaß mit dem Game haben.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
riesige Welten, herrliche Nostalgie, tolle Optik, Retro-Sound, viele Secrets
-
bisschen zu gradlinig
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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KRITIK. Von Kim Visnes

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