Ash of Gods: Redemption
Aurum Dust verbindet eine Roguelike-Story mit taktischem Rundenkampf und Managing-Aspekten in Ash of Gods: Redemption.
Ash of Gods: Redemption ist ein hübsches Indie-Game mit einen auffällig hochwertigen Zeichenstil, das narrative Aspekte sehr gekonnt mit schwerwiegenden moralischen Entscheidungen und einem rundenbasierten Strategiekampf verbindet. Letzte Woche konnten wir uns davon selbst ein Bild machen und die ersten zwei Stunden des Abenteuers erleben. Die Handlung hat sich mir in den anfänglichen Sequenzen allerdings nicht wirklich erschlossen, denn der Einstieg diente vor allem dazu, eine gefährliche und sehr reale Bedrohung zu inszenieren. Die sogenannten Reaper tragen die göttliche Rache aus und hinterlassen Berge von Leichen auf ihrem Weg. Ihnen gegenüber stehen einige Unsterbliche, die sich im beeindruckenden Intro-Trailer jedoch selbst opfern, um die Ernte aufzuhalten. Leider schlägt ihr Opfer fehl, weshalb das Land Terminum nun erneut heimgesucht wird.
Nun scheint es an mutigen Menschen zu liegen, sich der Plage der Reaper zu stellen und in den Rollen von Thorn Brenin und seiner Tochter Gleda werden wir das zumindest versuchen. Die beiden verbünden sich mit einer Gruppe von mutigen Reisenden, die ihre Heimat verlassen, um zu überleben. Alle Mitglieder unserer Party sind bestimmten Kämpferklassen zugeordnet, die eigene Fähigkeiten besitzen. Wir weisen ihnen am Rastplatz in einem rudimentären Inventarsystem bis zu zwei Gegenstände zu, das wiederum steigert deren Werte und Möglichkeiten im Kampf. Sollte ein Charakter im Gefecht zu Boden gehen, trägt er Verletzungen davon (was entsprechende Nachteile mit sich bringt). Die Mitglieder unserer Gruppe sollen daran letztlich sogar zugrunde gehen können, obwohl ich das in der Demo nicht selbst ausprobieren konnte. Entwickler Aurum Dust macht bislang jedoch keinen Hehl daraus, dass nicht einmal unsere beiden Protagonisten das Ende dieser Reise erleben müssen.
Gekämpft wird in bester, rundenbasierter Oldschool-RPG-Manier, der Aktionsradius unserer Einheiten ist wie bei alten Klassikern an Kacheln gebunden. Alle Figuren verfügen über eine Lebens- und eine Energieleiste, was Fähigkeiten und Talente bestimmt. Interessanterweise dürfen wir bei vielen Talenten selbst bestimmen, ob wir lieber die Lebenspunkte unseres Feindes attackieren oder auf dessen Energiereserven abzielen. Falls ein Gegner keine Energie übrig hat erhält er doppelten Schaden von sämtlichen Angriffen. Gleichzeitig nehmen wir ihm damit die Energie zum Ausüben wichtiger Talente und lassen ihn somit untätig zurück. Wann eine Einheit ihren Zug absolviert dürfen wir übrigens selbst festlegen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass diese Division erst dann wieder an die Reihe kommt, nachdem alle anderen Verbündeten ihrerseits ihren Zug absolvierten. Vor einem Kampf sollte deshalb genau überlegt werden, wie viele Kämpfer wir mit in die folgende Schlacht nehmen wollen. Auf der anderen Seite erhalten alle Kampfteilnehmer nach einem Gefecht Erfahrungspunkte und steigen individuell in der Stufe...
Bevor wir unsere Reise antreten wählen wir den Schwierigkeitsgrad der Kämpfe aus. Wer sich für die leichtere Variante entscheidet und sich lieber auf die narrativen und moralischen Aspekte des Spiels konzentrieren will, erhält vielfach stärkere Einheiten, verliert aber auch einige taktische Nuancen. Gleichzeitig gibt es die Option Schlachten automatisch ablaufen zu lassen (gänzlich überspringen lassen sie sich nicht), was bislang durch das starke Level bedingt zu klappen scheint, aber nicht narrensicher ist. Sollten wir die schwierigere Variante bevorzugen wird es schnell sehr taktisch, denn die rundenbasierten Kämpfe ziehen schon zu Beginn ordentlich im Anspruch an. Wer das nicht will, sollte lieber direkt den Story-Modus wählen, denn neben der fordernden Taktik-Komponente mit all ihrer Tiefe bietet Ash of Gods: Redemption ein narratives Abenteuer im Stile einer Visual Novel, die ihrerseits Rollenspielaspekte und Managing-Aspekte kombiniert.
In Ash of Gods: Redemption werden wir viel Zeit auf der Weltkarte von Terminum verbringen, Orte bereisen, Ereignissen beiwohnen und unsere nächsten Schritte planen. In diesem Bildschirm werden verschiedene Rohstoffe angezeigt, allem voran das Gold und eine weitere Währung. Der Sinn des Goldes ergibt sich einem noch, die zweite Ressource könnte wohl am ehesten mit Proviant gleichgesetzt werden. Sie sinkt mit jedem Schritt auf der Weltkarte und darf am Lagerfeuer eines sicheren Rastplatzes dazu genutzt werden, um unsere Gruppe zu heilen.
In Gesprächen mit Mitgliedern unserer Party und den anderen Figuren des Universums werden wichtige Entscheidungen getroffen, die nicht selten das Leben unserer ganzen Gruppe bestimmen. Manche Diskussionen entmutigen oder motivieren bestimmte Leute und kann sie sogar komplett vergraulen. Dem Adventure-Aspekt folgend werden wir auch Entscheidungen treffen müssen, die erst viel später eine Resonanz erzeugen und am aktuellen Punkt der Handlung noch keinerlei Konsequenzen zu haben scheinen. Naturgemäß unterstützt diese Herangehensweise mehrere Spieldurchläufe, weshalb es sogar eine Option gibt, die bereits gewählte Entscheidungen in den Dialogen ausgraut.
Technisch wird Ash of Gods: Redemption die Geschmäcker teilen. Aurum Dust hält die PC-Anforderungen niedrig, denn auf dem Bildschirm passiert nie viel. Ein Großteil der Geschichte wird sehr reduziert nur mit den Gesichtern der Charakteren übertragen, aufwendige Videosequenzen sind die Ausnahme (wenn ihr euch in dem Genre nicht auskennen solltet, werft einen Blick auf Pyre von Supergiant Games). Alles sieht zwar stets sehr stilisiert und hübsch aus, allerdings gibt es beim Übergang von handgezeichneten Dingen nun einmal häufig Probleme, die besonders hervorstechen. Beim Thema Sound sieht die Situation ähnlich aus, denn auch hier merkt man dem Spiel die Visual-Novel-Anleihen doch sehr an. Insgesamt wirkt alles noch etwas hölzern, verliert dabei aber nie seinen magischen Charme.
Zum Launch soll es auch einen ausgiebigen Online-Part geben, die Kampagne selbst darf wohl aber nicht mit einem Freund zusammen gespielt werden. Ich hätte gerne noch intensiver in Ash of Gods: Redemption hineingeschaut, um einen feineren Eindruck der ineinandergreifenden Aspekte zu erhalten und abschätzen zu können, welchen Stellenwert die Reise auf der Weltkarte hat oder um Folgen getroffener Entscheidungen mitzuerleben. In den zwei, drei Kämpfen in der Demo ging zudem nicht hervor, welche Tragweite die Karten-Mechanik haben wird, mit der wir die möglichen Strategien unserer Einheiten variieren sollen. Vieles ist zu diesem Zeitpunkt also noch nicht ganz klar, aber trotzdem macht der Titel schon jetzt Lust auf mehr. Die Geschichte muss niemanden vom Hocker reißen wenn Inszenierung, der taktische Anspruch und die moralischen Entscheidungen genügend Tiefe bieten. Ich glaube wir können gespannt sein.









