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Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

Wir haben mit dem Regisseur und seinem Hauptdarsteller gesprochen.

  • Ruben Jones

Zack Snyder ist zweifelsohne ein großer Freund des Zombie-Genres. Dass ich Dead Rising geliebt habe, liegt insbesondere daran, dass ich mich an Snyders Dawn-of-the-Dead-Remake aus dem Jahr 2004 erinnert fühlte, einen meiner Lieblingsfilme.

Nachdem ich den Trailer von Zack Snyders Genre-Rückkehr Army of the Dead gesehen hatte, war einer meiner ersten Gedanken: Dieser Film weiß, was er will. Als ich kürzlich die Gelegenheit hatte, mit Snyder und Hauptdarsteller Dave Bautista ein Interview zu führen, bestätigte sich dieser Ersteindruck. Hier lest Ihr, was die beiden über die bald erscheinende Netflix-Produktion (21. Mai) zu sagen hatten:

GR: Im Film hören wir Sätze wie: „Es ist ein verdammter Zombie-Tiger". Was hattet Ihr im Sinn, als ihr diesen Film gedreht habt?

Snyder: Ich wollte einen Film machen, der Genres sprengt. Er sollte sich seiner selbst bewusst sein. Dadurch werden der trockene Humor und der visuelle Wahnsinn ermöglicht.

Bautista: Als ich von dem Film hörte und noch nicht viel darüber wusste, dachte ich: „Oh, ein Zombie-Film" und war nicht wahnsinnig interessiert. Aber dann wurde mir klar, wie viele Ebenen er auf der Unterhaltungsebene hat, weil er gleichzeitig ein Zombie-Film, Heist-Movie und ein emotionales Drama ist. Hier passiert viel mehr, als ich ursprünglich dachte. Als mir das klar wurde, war ich überzeugt. 300 hat für mich alles verändert. Ich arbeite gerne mit Leuten, von denen ich etwas lernen kann. Der Film ist sich seiner selbst bewusst, dadurch wird er so unterhaltsam. Manchmal will man die Leute einfach unterhalten und das ist etwas Gutes.

Snyder: Scott Ward [Bautistas Figur] war für mich schwer zu besetzen, den der Typ muss nicht nur verletzlich sein, sondern sich auch ein Maschinengewehr schnappen und damit gegen Zombies kämpfen. Ich wollte mich nicht für das Eine oder das Andere entscheiden müssen und Dave hat beides sehr gut hinbekommen.

Bautista: Ich denke, dass nicht jeder so einen Film machen könnte. Der Film birgt große Risiken: Wenn der Ton nicht getroffen wird und der Flow nicht stimmt, dann werden die Kritiker dem Film vorwerfen, dass er nicht weiß, wohin er eigentlich will.

Snyder: Ja, Kritiker sagen oft Dinge wie: „Er nimmt sich selbst zu ernst" oder „er nimmt sich nicht ernst genug". Das hatte ich während der Produktion immer im Kopf.

Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

GR: Lasst uns über die vielen Zombie-Tiere sprechen. War das von Anfang an geplant?

Snyder: Es gab immer den Zombie-Tiger. Zombie-Tiere sollten ein Bestandteil sein, denn die allermeisten Tiere sind nicht immun. Vögel sind im Film die einzigen Tiere, die immun gegen das Zombie-Virus sind. Sie haben ihre eigene Lebensweise und wir wissen nicht, was in ihnen vorgeht. Von einem erzählerischen Standpunkt gesehen, hätten Zombie-Vögel für diverse Probleme gesorgt.

Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

GR: Zombies verhalten sich in verschiedenen Filmen unterschiedlich. Was für Zombies wird es in Army of the Dead geben?

Snyder: Wir haben alle möglichen Arten von Zombies, die ihr kennt und liebt. Außerdem kommt eine weiterentwickelte Version vor, die Alphas. Sie können Türen öffnen, sind schnell und sich ihrer selbst bewusst. Wir haben sie wie Wölfe behandelt, denn sie kämpfen in Rudeln und besitzen eine Rudel-Mentalität.

Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

GR: Was gefällt dir am Zombie-Genre besonders?

Snyder: Was mir am besten daran gefällt, besonders bei diesem Film, ist das Dekonstruieren des Konzepts „was ist eigentlich ein Zombie-Film? Wer sind die guten und wer die bösen Jungs? Wie lässt sich die Erwartungshaltung aufbrechen? Ich halte das für einen großen Spaß, denn die Zombies sind reif für eine Evolution.

GR: Was war der lustigste Moment beim Dreh?

Snyder: Es gab eine Szene, in der wir viel Geld in die Luft geblasen haben und eine Hundert-Dollar-Note landete genau auf meinen Augen. Es wurden Fotos geschossen.

GR: Wie war es, mit Netflix zusammenzuarbeiten?

Snyder: Großartig. Mein Team hat mich sehr unterstützt und die Zusammenarbeit war eine Freude. Das war eine meiner dankbarsten Filmerfahrungen.

Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

GR: Der Film spielt in Las Vegas, welche anderen Orte würdest du mit diesen Figuren gerne noch besuchen??

Snyder: Ich glaube, ich darf darüber nicht sprechen. Aber ich wäre begeistert, wenn ich die Figuren an andere Orte bringen könnte. Wer weiß?

GR: Was wolltest du mit Army of the Dead erreichen?

Snyder: Ich wollte das Publikum auf eine Reise schicken und den Zuschauern einen Film bescheren, an dem sie Spaß haben.

Army of the Dead: Zack Snyder und Dave Bautista im Interview

Ich sagte es bereits: Army of the Dead scheint genau zu wissen, welche Art von Film er sein will. Wir haben es nicht mit Shakespeare zu tun, sondern mit „hirntoter Action". Und wisst ihr was? Genau das brauchen wir manchmal.

Army of the Dead ist ab dem 21. Mai auf Netflix zu sehen.



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