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Alles, was Sie über das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz wissen müssen: Das größte in Europa

Mit mehr als 3.100 km Hochgeschwindigkeitsstrecke verbindet das Netz die Großstädte von der Südspitze bei Cádiz mit der französischen Grenze im Nordosten.

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Spanien trauert nach einer verheerenden Eisenbahnkatastrophe am Sonntagabend, bei der mindestens 39 Menschen ums Leben kamen und mehr als 150 Fahrgäste verletzt wurdenwas einen der tödlichsten Eisenbahnunfälle in der modernen Geschichte des Landes darstellt.

Zwei Hochgeschwindigkeits-Personenzüge kollidierten und entgleisten in der Nähe der kleinen Stadt Adamuz in der Provinz Córdoba im Süden Spaniens, nachdem ein Zug die Strecke verließ und auf der angrenzenden Strecke auf einen entgegenkommenden Zug kollidierte. Die Rettungsdienste arbeiteten die ganze Nacht zwischen Trümmern und verdrehtem Metall, während die Familien auf Neuigkeiten über Angehörige warteten.

Alles, was Sie über das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz wissen müssen: Das größte in Europa

Was ist beim Unfall passiert?

Die Tragödie ereignete sich kurz vor 20 Uhr Ortszeit, als ein Hochgeschwindigkeitszug aus Iryo, der von Málaga nach Madrid fuhr, entgleiste. Die hinteren Wagen bogen auf die Gleise eines Renfe Alvia-Zugs in Richtung Huelva ab und krachten dagegen. Der Aufprall zwang mehrere Wagen des Alvia-Zuges auf einen steilen Damm.

Beide Züge fuhren innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung (weit entfernt von den überhöhten Geschwindigkeiten, die frühere Katastrophen verursacht haben), und die Behörden berichteten, dass der Streckenabschnitt kürzlich renoviert und der Iryo-Zug in den letzten Jahren inspiziert worden sei.

Verkehrsminister Óscar Puente sagte, die Untersuchung werde "Wochen, wenn nicht länger" dauern und hat noch nicht über mögliche mechanische oder infrastrukturelle Ausfälle entschieden, die die Entgleisung ausgelöst haben könnten. Premierminister Pedro Sánchez sagte die Verlobungen in Madrid ab, besuchte die Region und erklärte eine nationale Trauerzeit für die Opfer.

Spaniens Schienennetz: Eine Erfolgsgeschichte?

Das spanische Eisenbahnsystem ist eines der umfangreichsten und bewundertesten in Europa, insbesondere sein Hochgeschwindigkeitsnetz (Alta Velocidad Española, AVE). Mit mehr als 3.100 km Hochgeschwindigkeitsstrecke (der größten Europas) verbindet das Netz große Städte von der Südspitze bei Cádiz mit der französischen Grenze im Nordosten.

Hochgeschwindigkeitsreisen sind für viele Spanier zu einer bevorzugten Alternative zum Fliegen geworden. Millionen von Fahrgästen fahren jährlich AVE-Züge, mit Sicherheitsmaßnahmen wie fortschrittlicher Signalisierung, strengen Inspektionen und mehreren redundanten Systemen, die Kollisionen verhindern sollen.

Doch selbst mit fortschrittlicher Technologie und einer starken Sicherheitsbilanz war Spanien nicht immun gegen Eisenbahnunglücke, besonders in den früheren Jahrzehnten und vor dem vollständigen Ausbau moderner Hochgeschwindigkeitsinfrastruktur.

Eine Geschichte von Tragödien auf spanischen Schienen


  • Während Spaniens Eisenbahnen heute für ihre Geschwindigkeit und Sicherheit bekannt sind, hat das Land im Laufe der Jahrzehnte mehrere tragische Unfälle erlebt. Einer der frühesten und tödlichsten Fälle ereignete sich 1944 in Torre del Bierzo, als ein Unfall in einem Tunnel in León weit über 100 Passagiere das Leben kostete.

  • Mehr als ein halbes Jahrhundert später, obwohl es auf einer konventionellen Strecke stattfand, kollidierte 2003 in Chinchilla de Montearagón ein Personenzug mit einem Güterzug in der Provinz Albacete, wobei 19 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden.

  • Spaniens Erfahrung mit Hochgeschwindigkeitsunglücken begann jedoch mit der Entgleisung 2013 in Angrois, Santiago de Compostela, dem tödlichsten Vorfall in der modernen Eisenbahngeschichte des Landes. Ein Alvia-Zug, der von Madrid nach Ferrol fuhr, entgleiste in einer scharfen Kurve mit fast 190 km/h, weit über der 80-km/h-Grenze, wobei 79 Fahrgäste ums Leben kamen und mehr als 140 verletzt wurden.

  • Der jüngste Unfall bei Adamuz in Córdoba im Jahr 2026 ist nun Teil dieser tragischen Geschichte. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten, nachdem einer auf das gegenüberliegende Gleis entgleiste, wobei mindestens 39 Menschen ums Leben kamen und mehr als 150 verletzt wurden. Im Gegensatz zu früheren Katastrophen fuhren beide Züge innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzung auf den kürzlich renovierten Gleisen, und vorerst ermitteln die Behörden weiterhin die Unfallursache...



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