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AI: The Somnium Files

AI: The Somnium Files

Kotaro Uchikoshi ist mit einer weiteren Mordgeschichte zurück, die mit ein paar lächerlich lustigen und ebenso dummen Momenten gemischt wurde.

AI: The Somnium FilesAI: The Somnium FilesAI: The Somnium Files
AI: The Somnium Files ist ein einzigartiger Cocktail aus dunklen Momenten, gemischt mit übertriebener Albernheit und einem Netz aus Mysterien

Diejenigen, die den Namen Kotaro Uchikoshi kennen, werden wissen, dass er unter anderem für die Zero-Escape-Serie verantwortlich ist. Jetzt ist er der Science-Fiction-Geschichte AI: The Somnium Files zurück, die er selbst produziert und geschrieben hat. Wir waren neugierig auf diese neue Richtung und nachdem wir das große Rätsel gelöst haben, können wir erleichtert festhalten, dass in diesem Game einige seiner bisher besten Arbeiten stecken.

Das Spiel beginnt mit seinem Protagonisten, dem Detektiv Kaname Date, der die Szene eines grausamen Mordes untersucht. Einer Frau wurde das linke Auge entfernt, ihre Leiche an ein Karussellpferd in einem verlassenen Park gefesselt. Wir müssen diesen Mord mithilfe unserer KI-Begleiterin Aiba untersuchen, die in unserer Augenhöhle lebt. Date ist Teil des streng geheimen Advanced Brain Investigation Squads (ABIS) und Aiba steht uns als Hilfe zur Seite, um Analysen und Gespräche zu ermöglichen, während wir nachforschen. Das seltsame Konzept verwirrt am Anfang ein bisschen, aber noch viel komischer sind die Situationen, in denen das Programm plötzlich als kleine Kreatur vor uns erscheint und mit uns spricht. Aiba ist trotzdem unsere Partnerin und wir brauchen sie.

Nach etwa 20 Stunden Spielzeit ist die sehr narrative Erfahrung vorbei und viele teils komplexe Rätsel hoffentlich gelöst. Wir wollen keines davon verderben, allerdings können wir bestätigen, dass das Game genauso einfallsreich, bizarr und verstörend ist, wie alle anderen Werke von Uchikoshi. Ab und zu nimmt AI: The Somnium Files einige wirklich interessante Wege, besonders in der zweiten Hälfte. Im Spielverlauf beobachten wir Szenen und entdecken Hinweise über Point&-Click-Interaktionen mit der Spielwelt, doch viel wichtiger als das sind die Gespräche, die wir nebenbei führen. In dieser Hinsicht ist das Game eine Visual Novel, da wir ständig mit Charakteren über die Untersuchung sprechen.

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AI: The Somnium FilesAI: The Somnium Files
Neben den krankhaften, kriminellen Machenschaften bleibt Zeit für lustige Momente.

Weil wir diesem Killer nicht ohne modernste Technik nachkommen können, müssen wir die Träume der beteiligten Menschen über einen sogenannten Somnium-Scan untersuchen. Das geschieht mit einer Vielzahl von Charakteren an wichtigen Punkten in der Geschichte. Sobald wir die Leute an die Psync-Maschine anschließen, werden wir in ein Third-Person-Puzzle hineingeworfen, in dem Aiba, diesmal als Frau, Schlüsselelemente des Traumes betrachtet. Dadurch erhalten wir Hinweise und schalten tiefere Elemente der Psyche frei. Allerdings gibt es ein Zeitlimit von jeweils sechs Minuten (jede Aktion frisst eine bestimmte Menge Zeit) und die bekannten Zeitboni und -strafen sind ebenfalls wieder dabei.

Die Geschichte von AI: The Somnium Files zweigt sich an mehreren Stellen ab, was uns zu einer Vielzahl an möglichen Enden führt. Diese Spielpfade finden in den Somnium-Scans selbst statt und nachdem man das Spiel beendet hat, wird ein Ablaufdiagramm verfügbar, in dem unsere gewählten Optionen illustriert werden. Dort erfährt man auch, ob entscheidende Hinweise oder Puzzle verpasst wurden und welche Erzählzweige noch offenstehen, falls jemand alle Mysterien und Verbindungen zwischen den Charakteren aufdecken will.

Es gibt bestimmte Pfade, die uns immer wieder von bestimmten Bereichen des Spiels aussperren und die es erfordern, dass man an anderer Stelle ein Problem löst und Fortschritte erzielt. Auf diese Weise hält Spike Chunsoft das Tempo konstant und lässt uns verschiedene Rätsel lösen. Der ständige Informationsfluss hat uns nicht überfordert oder gar verwirrt, vielmehr ist es eine befriedigende Reise, die bis zum Ende gut unterhält. Außerdem war es ein schöner Moment, als alle Fäden zusammenführten und wir die Lösung aufdecken konnten.

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Einige von Dates Kommentaren sind schlichtweg eklig und handeln von Missbrauch.

Der frustrierendste Punkt von AI: The Somnium Files ist wohl das Thema der Somnium-Scans. Die Lösungen - insbesondere im Bezug auf alternative Lösungsmöglichkeiten - können sehr unintuitiv und verwirrend sein, weshalb wir sehr froh darüber waren, dass es online bereits Guides dazu gibt. Das Zeitlimit fügt der Erfahrung auch unnötig viel Druck hinzu, da wir bei gescheiterter Sequenz noch einmal durch alle Zwischensequenzen und Dialoge klicken müssen (allerdings mit einer Vorspulfunktion und einem Skip-Button).

Was AI: The Somnium Files hingegen besonders gut macht, sind die Charaktere, die von Yūsuke Kozaki entworfen wurden. Diese sind nicht nur farbenfroh und abwechslungsreich gestaltet, ihre Persönlichkeit spiegelt diese unterschiedlichen Merkmale auch überaus treffend wider. Jeder fügt der Erfahrung einen Mehrwert hinzu und behindert die Untersuchung auf seine eigene Weise. Herauszufinden, welche Rolle sie erfüllen und wie das alles miteinander verknüpft ist, ist unglaublich cool. Es ist schwer zu erahnen, was als Nächstes passieren wird und wie sich diese Geschichten verbinden. AI: The Somnium Files überrascht uns an dieser Front ständig.

Es ist außerdem schön, diese Charaktere mit Date als Person und nicht als reiner Detektiv kennenzulernen. Mit diesen Menschen knüpft er Bindungen und Freundschaften und verbindet sich auch mit ihnen. Neben den krankhaften, kriminellen Machenschaften bleibt also noch Zeit für lustige Momente. Iris zum Beispiel ist eine Social-Media-Influencerin, die immer ShovelForge (Minecraft) spielen möchte, weshalb der Somnium-Scan ihres Gehirns für uns ein großes Highlight war, da ihre Liebe zu leuchtenden Farben und exzentrischen Emotionen auf eine ganz besondere Art und Weise zusammengebracht wurde. Viele Charaktere haben ihre eigenen Enden, da wir ihre persönlichen Geschichten während der Hauptquest enträtseln. Das fügt AI: The Somnium Files neben den beunruhigenden Szenen (von denen es viele gibt) und dem zentralen Rätsel der Geschichte eine weitere Ebene hinzu.

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Es ist schwer zu erahnen, was als Nächstes passieren wird.

Etwas, das bei uns nicht gezündet hat, waren die unnötigen sexuellen Momente. Einige dieser Referenzen waren harmlos und geradezu lächerlich, wie etwa wenn bewaffnete Schläger in einer Gasse durch Damenunterwäsche (natürlich) abgelenkt werden konnten. Doch einige der Kommentare von Date und den anderen sind schlichtweg eklig und handeln von Missbrauch. Häufig haben wir uns aus diesem Grund unwohl gefühlt, auch da diese unnötigen Situationen ganz zufällig und ohne jeglichen Kontext starten.

Trotzdem waren wir ziemlich verblüfft darüber, wie stark Kotaro Uchikoshi und Spike Chunsoft uns in die Erzählung hineingezogen hatten. Als alle narrativen Zweige abgehakt waren und die Geschichte schließlich in einem hervorragenden Ende mündete, war mir bereits klar, dass ich hier eines meiner Spiele des Jahres erlebt hatte. Es ist ein einzigartiger Cocktail aus dunklen Momenten, gemischt mit übertriebener Albernheit und einem Netz aus Mysterien, das alles überzieht.

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Weil wir diesem Killer nicht ohne modernste Technik nachkommen können, müssen wir die Träume der beteiligten Menschen über einen sogenannten Somnium-Scan untersuchen.
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
tolle Besetzung bei den Charakteren, spannende Geschichte mit vielen Themen und Wendungen, verstörender Inhalt gemischt mit lustigen Momenten, viel zu entdecken.
-
sexualisierte Momente sind unnötig und pervers, einige obskure Somnium-Rätsellösungen
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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