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Ace Combat: Assault Horizon

Ace Combat: Assault Horizon

Wenn Serien fortgesetzt werden, gibt es nur einen Weg: höher, schneller, weiter. Wie schön für Ace Combat: Assault Horizon, dass es ein Action-Flugsimulator ist. Sind die ersten beiden Punkte quasi automatisch abgehakt. Aber wie viel "weiter" haben Producer Kazutoki Kono und sein Team in das Game gepackt?

HQ

Schon im ersten echten Level über der ostafrikanischen Wüste wird klar, dass das hier keine Flugsimulation ist, sondern Flugaction. Viele der Missionen starten wie diese direkt in der Luft. Drei Perspektiven gibt's und sofort einen Haufen Gegner zum Runterholen. Aus der Ferne aber wird man kaum jemanden abschießen, auch nicht mit zielsuchenden Luft-Luft-Raketen. Man muss ran. Nah ran. Dann erscheint um den Gegner herum ein kleiner Kreis. Nun reicht ein Antippen der beiden Schulter-Buttons und der Dogfight-Modus startet. Fest auf dem Gegner eingeloggt fliegen wir quasi an ihm klebend weiter. Das erleichtert Abschüsse und abschütteln kann er uns nur durch gewagte Manöver.

An besonderen Stellen, die entweder örtlich oder zeitlich getriggert werden, geht das Spiel sogar noch ein Stück weiter. Dann wird das Close-Range-Assault-System angeworfen. Das Feature ist das große Ding für die Serie. Es nimmt dem Spieler noch mehr der aktiven Kontrolle, indem die Flugsteuerung für einige Momente komplett automatisiert wird. Dann müssen wir nur noch ballern. Mit dem Bord-MG oder den zielsuchenden Raketen. In solchen Momenten zischen wir durch engen Häuserschluchten oder Canyons hindurch. Die Raketen schlagen links und rechts ein. Beton splittert weg oder Gestein, der Jet streift Gebäude oder Bäume. Das MG rattert, die Kugeln schlagen in die Häuserwände ein und löchern die Tragflächen des ziemlich verzweifelten Vordermannes. Eine letzte Rakete macht ihn zum imposanten Feuerball. Die F16F Fighting Falcon zieht in den Himmel. Durchatmen.

Himmel... Ace Combat: Assault Horizon sieht echt himmlisch aus und spielt sich auch noch so. Die Steuerung geht locker von der Hand. Die Jets glänzen durch organische Flugbewegungen und viele Details. Der Hitzestrahl der Düsentriebwerke, die Klappen zur Justierung der Luftzufuhr, der Nachbrenner - das alles sieht einfach fantastisch aus. Wenn das Flugzeug sich in den Himmel rollt, um Verfolger abzuschütteln oder Gegner zu jagen, ist das eine absolut überzeugende Illusion. Die tolle Soundkulisse trägt zur Illusion einen guten Teil bei. Man orientiert sich stark danach, was einem die Kollegen aus der Aufklärung oder an den Flügeln erzählen. Die Sounds des Luftkrieges jedenfalls sind toll eingefangen. Dazu glänzen tolle Bewegungsunschärfen und zackige Zoomeffekte, perfekt zur Inszenierung eingesetzt. Das ganze Spiel fühlt sich unglaublich real und ziemlich erdrückend an. Und es sieht wirklich verdammt gut gemacht aus, die Flugzeuge sind extrem detailliert, die komplette Farbpalette wird für die nie langweiligen Level genutzt. Wenn man nur nicht auf dem Boden zu nahe kommen würde immer wieder mal.

Ace Combat: Assault Horizon
Es gibt optische Grenzen, was vor allem im Dubai-Level sichtbar wird. Im Vorbeifliegen sieht alles super aus, aber konzentriert man sich aber auf die Details, sieht die Stadt wie eine hochgerechnete Version von Google Maps aus.
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Denn es gibt doch optische Grenzen, was vor allem im Dubai-Level sichtbar wird. Wer im schicken Eurofighter hoch über die Stadt hinweg rast, für den sieht alles prima aus im Vorbeifliegen. Konzentriert man sich aber auf die Details, wird deutlich, dass die Stadt aussieht wie eine hochgerechnete Version von Google Maps. Es sind übrigens tatsächlich Satellitenfotos genutzt worden, um die Umgebungen nachzubauen. Sie wirken aber gerade im Dubai-Level unglaublich gleichförmig und unbelebt, wobei man sagen muss, dass das echte Dubai auch vielerorts und zu vielen Zeiten so merkwürdig ausgestorben ist wie im Videospiel. Vielleicht ist also die Entscheidung, die Straßen komplett menschenleer zu zeigen, nur eine authentische Darstellung der Realität. Zerstörbare Umgebungen sind nur während der gescripteten Sequenzen integriert. Außerhalb davon sind die Städte kein frei zerstörbarer Spielplatz wie etwa die Battlefield-Welt. Weder der 888 Meter hohe Burj' al Kalifa noch das Burj' al Arab kippen um oder krachen zusammen. Und was für Gebäude gilt, gilt natürlich auch für zivile Flugzeuge, die gelegentlich am Himmel zu sehen sind und manchmal sogar aus Versehen teil einer Sequenz werden.

Dann ist da noch der Airstrike-Modus. Das AWACS-Aufklärungsflugzeug schickt uns eine Route, die man nehmen kann und sollte, aber nicht muss. Sobald das Startfenster dieser Route erreicht ist, geht es in eine Art fremdgesteuerten Schienenflugmodus tief über die Erde und wir dürfen uns aufs Feuern konzentrieren. Besonders gute Abschüsse werden mit kleinen Zwischensequenzen der Direct-Impact-Kamera belohnt. Eine insgesamt etwas statische Angelegenheit, aber durch die Art der Präsentation wirkt und wird es nicht langweilig. Ein "schnelleres, immersives Gameplay" nennt Kono das. Der Airstrike-Modus erinnert ein bisschen daran, wie sich Hawx 2 spielt, ist nur stärker choreografiert und dadurch einfach intensiver.

Doch dieses Mal sind nicht nur Jets aus diversen Epochen unterwegs. Zum ersten Mal sind Hubschrauber mit am Start - in zwei Versionen. Einmal nämlich zum Selbstfliegen und aktiven Ballern, einmal in passiver Form als Bordschütze am 25mm-MG. Die schwer bewaffneten Helis spielen sich ähnlich wie in den modernen Action-Shooter, wenn sie als kurzer Bestandteil einer Mission auftauchen. Sie haben ein MG, Raketen und können auch Bomben abwerfen. Das Gameplay wird im Helikopter spürbar langsamer, aber nicht weniger intensiv. Staub am Boden wirbelt auf, wenn Kugel des 25mm-MG im Akkord einschlagen. Gegnerische Fahrzeuge explodieren effektvoll und andere Helikopter zerschreddern sich in ihre Einzelteile, nachdem die Raketen des AH-64D Apache Longbow sie präzise getroffen haben. Viele Effekte, auch viel Effekthascherei - vor allem in den geskripteten Passagen, wenn man nur Bordschütze ist. Aber häufig auch sehr toll inszeniert.

Ace Combat: Assault Horizon
Das Close-Range-Assault-System inklusive des Dog-Fight- und Airstrike-Modus ist auch online für den Multiplayer verfügbar. Skill-Sets sorgen für faire Duelle, denn mit denen wird die Performance einzelner Jets verbessert.
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Dann geht's auch noch in die AC-130U Spooky rein. In Mogadischu müssen wir eine Absetzzone sichern. Das ist böse unpersönlich wie immer aus der fliegenden Festung heraus. Keine große Herausforderung, aber es passt gut in Konzept, im Rahmen der Kampagne möglichst alle Flugzeugtypen auszuchecken. Danach geht‘s mit einem Twist in der Geschichte weiter, der leider auch den Schwierigkeitsgrad mal eben in der Luft gefühlt verdoppelt. Nicht nur hier dauern die Luftgefechte teilweise ziemlich lange - und kosten Nerven, Nerven, Nerven. Schlau, eingängig gemacht und unabdingbar für den Sieg sind die Counter im Luftkampf, wo man Verfolger mit einer Mischung aus gekonntem Bremsmanöver und gut getimtem Tastendruck aushebeln kann. Danach ist der Abschuss meist nur noch Formsache. Wer den nicht landet, der leidet. Denn teilweise extrem mies gesetzte Checkpoints sorgen für lange Wiederholungen von Sequenzen.

Doch Ace Combat: Assault Horizon ist mehr als die Kampagne. Denn das Close-Range-Assault-System inklusive des Dog-Fight- und Airstrike-Modus wird auch online für den Multiplayer verfügbar sein. Skill-Sets sorgen für faire Duelle, denn mit denen wird die Performance einzelner Jets verbessert. Das ganze ist so ausbalanciert, dass die Effekte dieser Skill-Sets nach Erreichen eines bestimmten Punktwertes ihre Gültigkeit verlieren. Vier konventionelle Modi sind am Start: Capital Conquest, wo wir im Team das HQ des Gegners zerstören müssen sowie Domination und Deathmatch und Koop-Missionen. Letztere sind besonders nett im Helikopter - aber wir gefällt die Kampagne am Ende besser.

Ace Combat: Assault Horizon startet mit einem langen, cineastischen Intro, das in einem kurzen Trainingsflug mündet. Danach folgen halbinteraktive Story-Zwischensequenzen, toll gemacht, aber auf Rails. Für die Story eines kompletten Action-Games geht das klar. Mit mehreren Personen sind wir wechselnd in der Kampagne unterwegs. William Bishop ist der Held, er hat eine komische Geschichte im Kopf von einem traumatischen Absturz. Es gibt einen russischen Bösewicht mit dem Spitznamen The Shark. Wir sollen eine eigenartige Bombe enttarnen als Nato-Pilot, die afrikanische Rebellen erstmals gezündet haben. Die Geschichte ist generisch militärisch und nicht wirklich weiter wichtig. Flugzeuge und Action zählen. Die Mirage 2000-5, die MiG-21bis Fishbed & Co - und nur in der Luft hat das Game seine echte Berechtigung. In einem Satz: Ace Combat: Assault Horizon ist ein intensives, schnelles, hübsches und gut gemachtes Action-Game.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
schöne Explosionen, toller Sound, viele Jets, spannende Luftgefechte
-
optische Qualität schwankt, generische Geschichte
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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KRITIK. Von Christian Gaca

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