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The Division 2

The Division 2: Kampagne (solo) und Endgame-Koop

In Paris konnten wir uns weitere Eindrücke von The Division 2 einholen, diesmal war es die Kampagne und Late-Game-Missionen.

Ubisoft hat wiederholt betont, wie viel besser das Endgame von The Division 2 werden soll, doch bislang waren das nur leere Worte. Vielleicht wollten sie uns nur überraschen, doch als wir kürzlich in Paris in die Kampagne reinspielen und Late-Game-Aktivitäten ausprobieren konnten, jedenfalls waren einige der brillanten Veränderungen, die sie dem Spiel verpasst haben, endlich fertig. Einige Spieler fragen sich, ob es auch The Division 2 alleine Spaß macht zu spielen, von daher haben wir uns gegen die Empfehlung der Entwickler entschieden und die Kampagne solo begonnen.

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Washington ist viel lebendiger und glaubwürdiger, als Manhattan. Wir wurden sofort an I am Legend erinnert, als wir auf ein paar Rehe stießen, die einfach die Stille genossen und genüsslich Gras kauten. Die Ruhe war nur von kurzer Dauer, da ein paar Überlebende auf der Suche nach Nahrung Randale verursachten. Das mag nicht sonderlich beeindruckend klingen, aber die Welt steckt voller kleiner Details, die diesen gefühlten Unterschied unterstützen. The Division 2 fühlt sich nicht wie ein Videospiel an, es ist eine authentischere Täuschung. Der Titel wirft uns in ein Szenario, das versucht uns nach solchen Ereignissen überleben zu lassen und das macht die Erkundungstouren so viel spannender und schöner, als noch im Vorgänger.

Das schon nach den ersten drei Stunden der Kampagne zu sagen, ist sicher nicht unbedingt weise, aber die Einführung hat gezeigt, dass es in der Welt von The Division 2 jetzt viel mehr Abwechslung gibt. Wir treffen nicht ständig auf die gleichen zwei Bösewichte, vor denen eine Geisel kniet, oder plündern den gleichen Leichnam wieder und wieder. Wir übernehmen die Kontrolle von Sendemasten, befreien Gebiete von einer der vier Fraktionen, treffen auf Gegner mit sehr unterschiedlichen Motivationen und sammeln Ressourcen, um unsere Operationsbasis auszubauen. Und das alles sind nur einige der vielen Aktivitäten, mit denen wir uns die Zeit zwischen den Missionen vertreiben dürfen.

Zu Beginn unserer Kampagne dienen die meisten Story-Missionen dem Zweck vermisste Agenten aufzuspüren oder Zeug zu aktivieren, das wir zum Überleben brauchen. Das dürfte nicht unbedingt unerwartet kommen, ist aber zumindest vielversprechend inszeniert. In den ersten Missionen werden in abwechslungsreichen Umgebungen zum Beispiel neue Gegner, wie der Roboterhund mit Geschützturm auf dem Rücken oder die gefährlichen Selbstmordkommandos vorgestellt, was ein sehr anderes Spieltempo bietet. Später soll uns The Division 2 ebenfalls überraschen, was uns eine Endgame-Mission demonstriere, die uns ins Smithsonian National Air and Space Museum führte. Wir haben dort auf einem realistischen Mondmodell, in einem Auditorium, in gigantischen Space Shuttles oder im (mit Requisiten nachgestellten) Weltall gekämpft und das war einfach faszinierend - sowohl optisch als auch was das Gameplay anbelangt.

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Umso enttäuschender ist deshalb die Einsicht, dass Story und Charaktere auf dem ersten Blick nicht allzu viel herzugeben scheinen. Ein stummer Protagonist und zweitklassige B-Movie-Charaktere hinterlassen aktuell noch einen ziemlich schwachen Eindruck und dienen allein dazu, uns die nächste Mission zu erklären. Die meisten Zwischensequenzen laufen nach dem gleichen Schema ab: Unser Held betritt einen Raum, eine Person mit marginalem Wiedererkennungswert (Narbe oder Sonnenbrille) gibt uns eine Erklärung in Länge eines Tweets, dann werden wir mit motivierenden Worten wieder fortgeschickt. Während dieser Prozedur sagen wir absolut gar nichts, weshalb wir nach drei Stunden in der Kampagne kaum einen Namen rekapitulieren konnten. Die gute Nachricht: Das Gameplay macht das locker wieder wett.

Mit Level 30 - dem Maximum zur Veröffentlichung - schalten wir Spezialisierungen frei. Das sind quasi Klassen mit eigenen Waffen und Fähigkeiten. Der Überlebenskünstler ist ein Heiler, der mit einer Armbrust unterschiedliche Pfeile verschießt (darunter auch Projektile mit Annäherungsminen). Der Scharfschütze ist ein mächtiger Fernkämpfer, das fetten Schaden aus großer Distanz verursacht. Wir haben uns für den Demolitionist entschieden, der einen vielseitigen Granatenwerfer im Gepäck hat. Das Teil kann harte Gegner mit Schaum fixieren und noch vieles mehr. Unser Team bestand aus zwei Demolitionists, einem Scharfschützen und einem Überlebenskünstler, was vermutlich der Grund war, warum wir den Regierungsbunker in Rekordzeit knacken konnten.

Unterschiedliche Vorgehensweisen sind im verbesserten Late-Game unerlässlich. Die verschiedenen Fähigkeiten müssen klug kombiniert werden, um an die fette Beute zu gelangen, die am Ende auf uns wartet. Aber es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten, an den tollen Kram zu gelangen: Die meisten Endgame-Inhalte sind zwar für zwei bis vier Spieler konzipiert, Ubisoft hat jedoch auch an jene gedacht, die lieber alleine losziehen. In den Festungen der verschiedenen Gruppierungen warten eine Menge Feinde auf uns, die häufig von Elitegegnern angeführt wird. Wurden diese Gegner besiegt öffnet sich beispielsweise ein Areal mit Beutekisten - das packt man auch alleine. Die Festungen stehen nach einer gewissen Zeit zudem für neue Beutezüge bereit.

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Die meisten Missionen bestehen natürlich nach wie vor daraus, Gegner zu töten. Neue Feinde sorgen für Abwechslung, aber ein paar Rätselherausforderungen oder etwas Vergleichbares, wie wir das zuletzt in Far Cry 5 gesehen haben, wäre echt hübsch gewesen. Die Raids sollen Abschnitte beinhalten, in denen Spielerkoordination eine wichtige Rolle spielt und wir hoffen, dass etwas Ähnliches seinen Platz in anderen Teilen des Spiels finden wird.

In einem lebendigen Washington D.C. herumzuspazieren, das von der Natur und anderen Überlebende bevölkert wird, sorgt für eine tolle Immersion. Die Animationen und das Sounddesign haben seit Manhattan eine ganz neue Qualität erreicht. Und das gilt auch für die Kämpfe: Die Steuerung reagiert gut und die Waffen fühlen sich knackig an. Dank der mysteriösen Fraktion „Black Tusk", härteren Missionen mit Aussicht auf besserer Beute, den Raids und einigen neuen, spielverändernden Mechaniken rückt die eher schwache Story in den Hintergrund, denn der Rest hinterlässt einen tollen Eindruck. Wir jagen Kopfgelder, übernehmen Kontrollpunkte, suchen Sammelkram, jagen fremde Fraktionen aus unserer Stadt, verbessern die eigene Basis, machen hübsche Fotos und jagen Wild oder verbessern unsere Ausrüstung lieber noch etwas; die Möglichkeiten scheinen endlos.

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