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Hades

Hades

Supergiant ist zurück mit einem neuen isometrischen-Rollenspiel, dem auf Mythologie basierenden Roguelike Hades.

Familie kann anstrengend sein. Ihr kennt das, wir kennen das. Mit jemandem zusammen zu leben bringt manchmal eine Menge Arbeit mit sich. Nachdem wir jahrelang im selben Gebäude leben, sind es vor allem die kleinen Eigenarten, die dafür sorgen, dass uns selbst ein liebevolles Elternteil auf die Nerven geht. Nun stellt euch einmal vor, euer Vater ist der Herr der Unterwelt und ihr habt solche sehr irdischen Probleme. Genau darum geht es in Hades, dem Roguelite Dungeon Crawler von Supergiant Games (den Machern von Transistor und Bastion).

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Unser Vater - Hades - ist der Herr der Unterwelt in der griechischen Mythologie. Der Gute versteht sich nicht allzu gut mit seine Geschwistern und der erweiterten Familie. Stattdessen sitzt er grummelnd auf seinem Thron in den Tiefen der Erde, seinen dreiköpfigen Hund Kerberos an seiner Seite, während die toten Seelen ihr jenseitiges Urteil erwarten. Wir, der Spieler, sind Zagreus. Zusammen mit unserem Vater und seiner Begleitung leben wir in der Unterwelt, bis unser Protagonist dazu entschließt auszuziehen. Das ist natürlich schwieriger als gedacht, denn wie sich herausstellt es haben bisher nur wenige geschafft, diesen Ort wieder zu verlassen. Der Ausgang wird von allerlei Dämonen und Bestien blockiert, die nur darauf warten, uns wieder direkt zu unseren Vater zu schicken.

Die besten Roguelites und Roguelikes sind diejenigen, die besonders viel Liebe in die Umgebungen stecken, die das oftmals so herausfordernde Gameplay umgeben. Die Thematik und Mechaniken gehen in Hades elegant ineinander über, denn Supergiant nutzt die Besuche der Hub-Welt (die wir nach einem Toden aufsuchen) wunderbar aus, um die Geschichte weiter voranzutreiben und uns noch mehr über die Mechaniken und die Erzählung des Spiels zu erklären. Wir treffen auf unseren Vater und seine vielen Diener, erhalten passive Upgrades in unserem Schlafzimmer oder quatschen mit unserem alten Kampfpartner Achilles. Dann seid ihr auch schon wieder voll dabei, nehmt es mit Wellen von neuen Gegnern auf und erforscht die Unterwelt, während ihr versucht aus der griechischen Hölle zu entkommen.

Durch Upgrades können wir unseren Charakter mit der Zeit weiterentwickeln, davon abgesehen ist jeder Durchlauf einzigartig und höchstwahrscheinlich nicht der Letzte. Ermöglicht werden die verschiedenen Durchläufe durch sich stetig verändernde Dungeons, die jeweils vor dem Start eines neuen Durchlaufes generiert werden. Während wir die Umgebung erkunden treffen wir auf mächtige Gegner, bestreiten tödliche Bosskämpfe und entscheiden darüber, welche Belohnungen wir nutzen wollen. Im Gegensatz zum Dungeon verändert sich die Hub-Welt nicht (abgesehen von seinen Bewohnern und gescripeteten Momenten).

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Wo wir grade davon sprechen: In jedem Durchlauf können wir die Unterstützung eines olympischen Gottes erhalten, wodurch noch einmal mehr Abwechslung im Gameplay zustande kommt. Die jeweiligen Segen fügen unseren Attacken verschiedene Zusatzeffekte hinzu: Zeus stärkt beispielsweise unseren Standardangriff, indem er es uns ermöglicht, Blitze zwischen den Gegnern zu schießen - nicht unbedingt originell, aber definitiv nett anzuschauen. Im darauffolgendem Durchlauf vermisst man eine solche Fähigkeit gern mal. Später half uns Aphrodite indem sie unseren Sprint verlangsamte, gleichzeitig jedoch dessen Schaden erhöhte. Jeder Gott bietet eine Auswahl an verschiedenen Fähigkeiten, die wir auswählen können. Jede Option lenkt uns ein wenig in einen bestimmten Spielstil.

Wir starteten Hades mit Maus und Tastatur, doch wer schließlich auf den Controller wechselt bleibt dort auch - die Bewegungen fühlten sich mit einem analogen Stick natürlicher an. Unabhängig davon was ihr bevorzugt ist die Steuerung recht unkompliziert, mit einer Haupt- und Spezialattacke und einem Sprint, der uns entweder in einen Kampf hinein, oder aus ihn hinausbringt. Zusätzlich gibt es eine nette Fernkampfattacke, die sich auf einen Gegner fokussiert und uns weitere taktische Strategien ermöglicht. Nach einer Weile schalten wir neue Waffen frei (uns gefiel besonders der Bogen), die alles nochmal ein wenig aufmischen und uns neue Ansätze für die Herausforderungen bieten.

Ein Faktor, den wir bisher noch nicht erwähnt haben, ist das grandiose audiovisuelle Design von Hades. Das Studio ist für diesen Bereich bekannt und enttäuscht uns auch dieses Mal nicht. Die Hintergründe sind detailliert und wunderschön gestaltet, und auch die Charaktere sehen toll aus. Es gab einige Performance-Einbrüche, was die Flüssigkeit einiger Animationen beeinflusst, doch im Großen und Ganzen hat Supergiant wieder einmal ein bezauberndes Spiel mit einem einzigartigen Stil abgeliefert. Es sieht bereits jetzt wunderbar aus, die eigentliche Herausforderung für das Studio wird es sein, genug Inhalte in das Spiel hineinzubringen und anzupassen, sodass diese mit den bereits bestehenden Systemen zusammenspielen.

Hades

Die wohl größte Aufgabe für ein actiongeladenes Roguelike ist der Aufbau von abwechslungsreichem Gameplay, das uns verschiedene Nuancen bietet, um alle weiteren Spieldurchläufe für den Spieler spannend zu gestalten. In den kommenden Monaten wird das etwas sein, womit sich Supergiant ausführlich beschäftigen muss. Die vorhandenen Inhalte fühlen sich bereits sehr stimmig an, und in unserer bisherigen Spielzeit sind wir dem (aktuellen) Ende von Hades nicht einmal ansatzweise nahe gekommen. Mit noch mehr Inhalten könnte der Titel ein Projekt werden, das wir ohne jegliche Bedenken auch im Early-Access-Zustand unterstützen können.

Doch ob sich Hades auch im geschäftigen Roguelike-Genre beweisen kann, ist eine andere Sache. Der Stil und die Struktur rund um das Spiel sind ohne Zweifel beeindruckend und auch das Gameplay überzeugt uns mit seinem schnellen Stil. Mit kommenden Inhalten erhoffen wir uns eine noch größere Auswahl an Möglichkeiten im Bereich der Taktiken und beim Kamp. Unserer Meinung nach entscheidet das letztlich darüber, wie gut sich Hades schlagen wird. Supergiant hat mit ihrem Roguelite einen guten Start hingelegt und präsentiert ein Spiel, das sich bereits jetzt in einem hervorragendem Zustand für einen Early-Access-Titel befindet. Wenn ihr ein Fan von Action-RPG seid und eine Vorliebe für die griechische Mythologie habt, dann solltet ihr das Spiel auf jeden Fall im Auge behalten.