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Entdeckungstour von Assassin's Creed: Das alte Ägypten

Entdeckungstour von Assassin's Creed: Das alte Ägypten

Ubisoft hat uns ihr neuestes Lernwerkzeug vorgestellt und ist mit Anne zusammen zu den Pyramiden von Gizeh gereist.

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Mit der Entdeckungstour von Assassin's Creed: Das alte Ägypten lässt uns Ubisoft ohne jegliche Hindernisse durch die Spielwelt von Assassin's Creed Origins umherwandern. Statt einer Vielzahl von Gegnern warten diverse Stationen auf uns, die uns ähnlich zu einem Museum mehr über die damaligen Verhältnissen im alten Ägypten verraten.

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Mit dem neuen Feature erforscht das Studio eine bisher noch recht selten eingesetzte Lernmethode: Videospiele. Die Vorlage legte wohl Minecraft mit der ''Education Edition'' des Spiels, was Schüler schon damals beim Lösen von Problemen, der Anwendung von Chemie und der Bildung von Kreativität unterstützte. Auch Assassin's Creed strebt die Anwendung an Schulen und sogar Universitäten an, um die Interaktivität des Mediums für einen guten Zweck zu verwenden. Während einer Präsentation zur kommenden Erkundungstour betonte Jean Guesdon, Creative Director von Assassin's Creed Origins, dass es dem Studio bei dem Modus vor allem um die Darstellung verlorener Daten ginge. So wurden verfallene Ruinen und Gebäude derart akkurat in 3D-Modellen rekonstruiert, dass diese zukünftig sogar von Museen oder für Gebäudepläne verwendet werden können. Im Gegenzug stellten Museen weltweit beinahe 700 Bilder für die einzelnen Stationen des Spielmodus zur Verfügung, die wir im Spiel zu Gesicht bekommen.

In insgesamt 75 vertonten Führungen verschlägt es uns in sämtliche Regionen Ägyptens, vom Nildelta bis zum Gizeh-Plateau. Thematisch aufgeteilt sind diese Kurse in die Schwerpunkte Ägypten, Pyramiden, Alltagsleben, Alexandria und die Römer. Je nach Thematik dauern die Touren zwei bis zwanzig Minuten lang, was sich an den Einsatz im Unterricht orientiert, sodass eine Lerneinheit nicht nur zum Spielen, sondern auch zum nachfolgenden Besprechen des Erlebten genutzt wird. Auch für den durchschnittlichen Spieler sollte die knapp bemessene Zeit angenehm sein, denn so wird verhindert, dass sie von Informationen überrumpelt werden

Eine Station ist in verschiedene Unterknoten eingeteilt, die wir nacheinander ablaufen. Erreichen wir bestimmte Bereiche wird die passende Audiodatei abgespielt und mit Hilfe von Text und (realen) Bildern untermalt. Ein witziges, jedoch nicht wirklich relevantes Gimmick ist unsere Freiheit in der Charakterauswahl, die sich auf 25 verschiedene Charakter ausbreitet. Mit enthalten sind bereits bekannte Gesichter wie Bayek, Aya, Kleopatra und Julius Caesar. Die große Frage hinter dem Konzept ist und bleibt jedoch: Unterscheidet sich der Lerneffekt einer Videospielwelt tatsächlich so sehr von der eines Textbuches?

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In meinen Augen bietet diese Herangehensweise viel Potential: Denn anstatt beispielsweise die Schritte einer Mumifizierung beschrieben zu bekommen, stehe ich in der Spielwelt vor einem alten Priester und sehe ihm dabei zu, wie er seiner Arbeit nachgeht und alle relevanten Dinge umsetzt. Ich erhalte nicht nur einen Einblick auf die Mumifizierung, sondern beobachte auch den Umgang mit den Leichen, in welchen Räumlichkeiten das alles stattfand und wie der Priester dabei wahrscheinlich ausgesehen haben könnte. Statt mir im Museum ein Bild zum Aufbau der alten Pyramiden anzuschauen, schreite ich mit meinem Charakter durch die Gänge dieser epochalen Bauten und brenne sie mir dadurch ins Gedächtnis ein. Die Interaktivität der Entdeckungstour geht Hand in Hand mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass wir Dinge besser nachvollziehen können, wenn wir sie selbst erlebt haben und deshalb geht das Konzept der Führungen für mich voll und ganz auf.

Während meiner Anspielzeit fiel mir vor allem die uneingeschränkte Freiheit des Modus immer wieder positiv auf. Wer keine Lust auf die vorgegebenen Stationen hat, der kann seine Zeit auch einfach damit verbringen durch die Spielwelt umherzuwandern, den Foto-Modus ausreizen oder Orte besuchen, die sonst aufgrund von starken Gegnern vielleicht nicht zugänglich wären. Somit wird der sonst so actionreiche Titel zu einem Walking-Simulator, in dem wir auch mal auf die kleinen Dinge der lebendigen Spielwelt achten können.

Das Konzept hinter dem Modus hat das Potential, die Lernmethoden vieler Schulen unterhaltsamer zu gestalten und Ubisoft hat sich sogar die Mühe gemacht und all das getestet: Um herauszufinden, ob die Entdeckungstour den gewünschten Zweck bei der Zielgruppe erfüllt und tatsächlich für die Anwendung im Schulunterricht taugt, unterzog das Entwicklerstudio 40 Studenten einem Test. Eine Gruppe nutzte zum lernen lediglich das Videospiel, die andere konnte auf einen Lehrer zurückgreifen, der ihnen die Inhalte vermittelte. In der Auswertung stellt sich heraus, dass Schüler, die mit einem Lehrer zusammenarbeiteten, nur zehn Prozent besser abschnitten, als die Vergleichsgruppe, der lediglich die Entdeckungstour zur Verfügung stand. Hierbei betonen die Entwickler ausdrücklich, dass der Modus niemals die klassische Lerneinheit ersetzen, sondern ihr vielmehr unterstützend dienen soll.

Wie erfolgreich der Entdeckungsmodus letztlich bleibt, wird sicher auch vom jeweiligen Thema und der Umsetzung abhängen, doch die Initiative ist vorbildlich und wir hoffen, dass die Akteure im Schulsystem offen genug sind, um eine Einbindung der Technik zumindest in Erwägung zu ziehen. Hätte ich damals den Zugang zu einem solchen Angebot gehabt, dann wäre ich mit Sicherheit etwas seltener während des Geschichtsunterrichts auf meinem Tisch eingeschlafen. Die Entdeckungstour von Assassin's Creed: Das alte Ägypten erscheint am 20. Februar für PC, Xbox One und Playstation 4. Falls ihr bereits im Besitz von Assassin's Creed Origins seid, dann erhaltet ihr den neuen Modus kostenlos über ein Update. Für alle anderen wird die Tour als Standalone-Edition für 19,99 Euro erhältlich sein.

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