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Hidden Agenda

Hidden Agenda - Anspieleindrücke

Die Until Dawn-Macher entwickeln einen Thriller, den bis zu sechs Leute auf ihrem Smartphone spielen. Wir haben uns das mal genauer angeschaut.

Hidden Agenda ist vielleicht der interessanteste Titel im Playlink-Repertoire von Sony. Die Until Dawn-Entwickler Supermassive Games wollen uns in diesem interaktiven Action-Thriller mithilfe unserer Smartphones vor die Bildschirme fesseln - am besten in der Gruppe. Wir haben uns den Titel letzte Woche mal genauer angesehen und reingespielt.

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Aus Sicht einer Polizistin haben wir die Festnahme eines vermeintlichen Serientäters erlebt und anschließend dem Verhör einer Rechtsanwältin beigewohnt. Das waren nur zwei kurze Einblicke in komplexe und hochemotionale Themen, die dank sehr guter Schauspieler durchaus überzeugen konnten. Inszenatorisch scheint Hidden Agenda also einiges drauf zu haben, leider spiegelt das die Präsentation (noch) nicht wider. Der Titel ist kein Hochglanzprodukt sondern ein Versuch, doch Stimmung und Atmosphäre überdecken visuelle Ungereimtheiten deutlich. Die Kampagne soll wohl etwa zwei bis drei Stunden andauern, was angesichts der Partymentalität der Playlink-Titel sehr sinnvoll ist.

In Hidden Agenda wird grundsätzlich zwischen dem Einzelspielermodus und dem Wettkampf-Erlebnis mit Freunden unterschieden. Letzterer erweitert die Soloerfahrung durch die spannenden Diskussionen unserer Mitspieler, die gleichzeitig mit und gegen uns spielen. Im Wettkampfmodus beeinflussen alle Teilnehmer gemeinsam den Verlauf der Geschichte. Kommt es zu einer Entscheidung müssen die Spieler auf ihrem Smartphone eine Wahl treffen. Das ist anfangs nicht ganz so einfach, da vor allem Neulinge und Einsteiger Probleme bei der Eingabe haben werden (es ist erforderlich, seine „Stimme" manchmal unter Zeitdruck in eine vorgegebene Markierung zu manövrieren. Ein Eingabe-Delay in der Demoversion erschwerte das aber etwas).

Zu Beginn der Session müssen sich alle Mitspieler mit ihrem Smartphone und der Hidden Agenda-App mit der PS4 synchronisieren und in das Spiel einloggen. Bis zu sechs Teilnehmer bestimmen im cinematischen Action-Thriller zusammen über den Ausgang des Spiels. Sobald die Geschichte beginnt werden abhängig von der Anzahl der Teilnehmer ein oder zwei Spielleiter gewählt. Das sollen Diejenigen sein, die „in angespannten Situationen am ruhigsten reagieren". Zu bestimmten Schlüsselszenen haben diese Teilnehmer Meinungshoheit und werden in eigenen Herausforderungen auf die Probe gestellt.

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In manchen Situationen ist es erforderlich, dass sich die Gruppe einstimmig entscheidet und sollte die Kommunikation nicht klappen oder wird das Team manipuliert, dann geschieht eine dritte, unerwartete Möglichkeit. In unserer Situation sollte sich unsere Polizistin zum Beispiel entweder zwischen der Rettung ihres Kollegen entscheiden, der vom Entführer festgehalten wurde, oder dem Opfer zur Hilfe eilen. Weil sich unsere Gruppe nicht eindeutig entschied, bekam unser Charakter Zweifel, musste länger überlegen und das Spiel nahm einen unerwarteten Lauf. Da solche Entscheidungen im Nachhinein nicht mehr revidiert werden können, kommt in diesen Szenen viel Nervenkitzel auf. Wahrscheinlich hätten wir in hier Gebrauch von der Pause-Funktion machen sollen, um uns richtig abzusprechen.

Regelmäßig erhalten zufällig gewählte Spieler sogenannte Geheimaufträge auf ihr Handy, die das Spielziel für sie temporär anpassen. Ein solcher Auftrag kann zum Beispiel die Aufgabe sein, den Ausgang einer künftigen Entscheidung zu beeinflussen und seine Mitspieler auf die falsche Fährte zu führen. Ich sollte etwa konkret dafür sorgen, dass die Rechtsanwältin, die wir in der zweiten Sequenz sahen, nicht den Fall des Klienten übernimmt. Als Tipp bekam ich auf dem Handy angezeigt, dass ich dafür einfühlsam und mild im Mandantengespräch vorgehen soll, da sich der Angeklagte uns somit vielleicht eher öffnet. Meine Mitspieler durften davon natürlich nichts wissen, sonst hätten sie sich noch gegen mich gestellt.

Ist ein Geheimauftrag erfolgreich erhält der entsprechende Spieler Zusatzpunkte auf sein Konto gutgeschrieben. Die Aufgabe der anderen ist es derweil, dieses Ziel (was nicht fix vorgegeben und deshalb unvorhersehbar ist) zu verhindern und den Teilnehmer mit dem Geheimauftrag zu entlarven - nur so kassieren sie Punkte. Hidden Agenda ist im Wettbewerbsmodus also ein Spiel von Verschwörungen und Diskussionen. Es ist deshalb sehr wichtig, sich nicht gegenseitig auf den Bildschirm zu schauen...

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Jeder Spieler hat im Koop außerdem eine bestimmte Anzahl an Übernahmekarten, mit der man in den meisten Entscheidungen seinen Willen durchsetzt. Werden diese Karten eingesetzt dürfen die anderen Teilnehmer nicht länger in Entscheiden abstimmen, allerdings dürfen sie ihrerseits eine Übernahmekarte spielen, um sich wiederum die Meinungshoheit zu sichern. Da diese Karten nicht automatisch zurückkehren, muss jeder Einsatz gut durchdacht sein - sonst gewinnt am Ende der Spieler mit dem Geheimauftrag. Es gibt Möglichkeiten sich zusätzliche Übernahmekarten zu sichern, allerdings ist das gar nicht so leicht. In einigen wenigen Actionszenen kommt es zu Situationen, in denen ein Charakter sehr schnell reagieren muss. Wenn wir in diesen Augenblicken die richtige Bewegung auf dem Smartphone ausführen, beeinflussen wir das Ergebnis auf dem (großen) Bildschirm und erhalten zur Belohnung eine Karte. Da wir jedoch regelmäßig ins Spielgeschehen gezogen werden und keine direkte Kontrolle über das Geschehen haben, bedarf es einige Eingewöhnungszeit bis das klappt.

Die Hidden Agenda-App ist in simpel gehalten worden, damit alle nötigen Informationen abrufbar sind. Es gibt Reiter für die Handlung, eine Biografie für jeder Charakter, es werden gefundene Hinweise und Schicksalsschläge aufgelistet. All das aktualisiert sich automatisch und viele Bereiche sind selbsterklärend. Sie dienen in erster Linie dazu, sich noch einmal auf den neuesten Stand zu bringen oder nachzulesen, wenn man etwas nicht mitbekommen hat (und nicht seine Freunde mit Fragen löchern will). Bricht die Verbindung zu einem eurer Freunde ab, pausiert Hidden Agenda automatisch und fragt nach, ob die Sitzung ohne den Teilnehmer fortgeführt werden soll. Die Wiederverbindung mit der App und der PS4 hat bei uns reibungslos funktioniert.

Wir haben die beiden Kapitel je zweimal gespielt und zwei komplett unterschiedliche Herangehensweisen erlebt. Es gibt zwar regelmäßig Schlüsselszenen die wir immer wieder durchlaufen müssen, doch welche Möglichkeiten und Entscheidungen uns in diesen Situationen zur Verfügung stehen, das wird sich immer wieder voneinander unterscheiden. Until Dawn zusammen mit einer Gruppe von Freunden zu spielen, das war letztes Jahr eine tolle und gruselige Erfahrung. Dass jetzt alle Spieler selbst, aktiv mit entscheiden dürfen, finde ich super interessant. Ob meine Freunde diese technische Hürde des Smarphone-„Controllers" überwinden und wir genauso viel Spaß haben werden, das kann ich zwar noch nicht sagen, aber die Geschichte macht einen spannenden Eindruck und ich freue mich auf Ende November, wenn Hidden Agenda für die PS4 erscheint.